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BNP Paribas übernimmt Depotbankgeschäft der Commerzbank mit sämtlichen Mitarbeitern

Gerald Noltsch, Chef der BNP Paribas Securities Services in Deutschland

Gerald Noltsch, Chef der BNP Paribas Securities Services in Deutschland

Die Mitarbeiter des Depotbankengeschäfts der Commerzbank können aufatmen. „Alle 84 Mitarbeiter sind herzlich eingeladen, zu BNP Securities Services zu wechseln”, sagte der CEO von BNP Paribas Securities Services Deutschland, Gerald Noltsch gegenüber eFinancialCareers.

Die Commerzbank hatte bekanntgegeben, sich mit der französischen Großbank über den Verkauf der Sparte geeinigt zu haben. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden soll der Deal bis Jahresende über die Bühne gehen. Über den Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Laut Noltsch verwaltete BNP Paribas Securities Services Deutschland zum Jahresende 187 Mrd. Euro. Hiervon entfielen 183 Mrd. auf Spezial- und 4 Mrd. Euro auf Publikumsfonds. Dagegen verwaltete die Sparte der Commerzbank per Ende April 93 Mrd. Euro, wovon sich 47 Mrd. auf Spezialfonds, 24,3 Mrd. auf Publikumsfonds und 21 Mrd. auf Immobilienfonds verteilen. Vom Immobiliengeschäft werde BNP Paribas rund 13 Mrd. übernehmen.

„Durch die Übernahme werden wir in den Spezialfonds unsere Marktführerschaft weiter ausbauen”, betonte Noltsch. Darüber hinaus würde das Geschäft mit Publikumsfonds gestärkt. So dient die Commerzbank-Sparte als Depotbank für Allianz Global Investors. Überdies würde man in das Geschäft mit Immobilienfonds neu einsteigen. „Damit können wir die ganze Palette abdecken”, ergänzte Noltsch. BNP Paribas Securities Services ist seit 2002 als Depotbank im Fondsgeschäft auf dem deutschen Markt aktiv und beschäftigt derzeit 280 Mitarbeiter.

„Für die Commerzbank ist der Verkauf eine Folge der kontinuierlichen Überprüfung der strategischen Ausrichtung der Bank. Depotbankleistungen für Fondsgesellschaften gehören nicht mehr zum Kerngeschäft der Bank“, sagte Commerzbank-Vorstand Frank Annuscheit.

Branchenbeobachter sehen in dem Verkauf der Commerzbank-Sparte nur einen Schritt auf dem längeren Weg zu einer Konsolidierung des zersplitterten Depotbanken-Marktes in Deutschland. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass sich die niederländische KAS Bank von ihrer deutschen MASTER KAG trennen möchte.

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