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GASKOMMENTAR: Die ersten Tage meines Praktikums in der Londoner City

intern

Nach endlosen Bewerbungen, Telefoninterviews, Fragen nach Fachkenntnissen, persönlichen Vorstellungsgesprächen, Gruppenarbeiten, Präsentationen und Assessment Centern erhielt ich endlich ein Praktikum bei einem der weltweit führenden Finanzdienstleister.

Ich bin sicherlich sehr privilegiert, denn noch nie war es für ehrgeizige Studenten so schwierig, eine solche Gelegenheit zu erhalten. Immer häufiger müssen sich Studenten in den Semesterferien mit Lückenfüllern begnügen, die ihnen zumindest bei Praktikums-Bewerbungen für das Folgejahr einen Startvorteil verschaffen. Daher beabsichtige ich, dass Bestmögliche aus dem Praktikum herauszuholen.

Am ersten Tag wurden erst einmal unsere Angaben gründlich überprüft – bis hin zu freiwilligen Tätigkeiten, die ein Jahrzehnt zurückliegen. Abgesehen davon galt es unzählige Hände zu schütteln. Auch gab es eine Art Schnitzeljagd durch die Londoner City mit einer kurzen Kontaktaufnahme zu anderen Praktikanten und den Managern.

Dabei fallen die Praktika in drei unterschiedliche Kategorien: Aktien-Analyse, Aktien-Sales und Marketing sowie Business Management und Operations, dem ich zugeteilt wurde. Jede Sparte führte ein eigenes Assessment Centre durch. Dabei ging es um Vorstellungsgespräche in Fremdsprachen, schriftliche Tests bis hin zu Präsentationen und Gruppenübungen, wie es bei mir der Fall war.

Dennoch begann der erste Tag für sämtliche Praktikanten mit einer Vorstellung bei der Geschäftsführung, einem Tagesseminar von einem externen Anbieter und mit einem Vortrag, wie wir auf die Kritik von Freunden und Verwandten an unserem Wunsch, in die Finanzdienstleistungen einzusteigen, umgehen sollten. So könnten wir die Unterschiede zwischen Sell-Side und Buy-Side und zwischen Investmentmanagement und Investmentbanking deutlich machen. Und das obwohl uns Praktikanten sicherlich niemand vorwerfen kann, für die Finanzkrise verantwortlich zu sein.

Da lediglich 20 Praktikanten aufgenommen wurden, ist deren Herkunft umso elitärer. Mehr als die Hälfte stammt von englischen oder amerikanischen Eliteuniversitäten. Weiter verteilen sich die Praktikanten recht gleichmäßig über Bachelor-, Master- und MBA-Studiengänge. Dennoch herrscht eine recht freundschaftliche Atmosphäre und selbst ich fühlte mich willkommen, obgleich ich nur ein Bachelor-Student von einer weniger renommierten Hochschule bin. Dennoch möchte ich betonen, dass es gute Gründe dafür gibt, dass auch Studenten von weniger renommierten Unis diese Gelegenheit erhalten. Jeder hat einen außerordentlichen Werdegang hinter sich und manchmal bin ich mir ganz klein vorgekommen, als ich von dem langen und schwierigen Weg anderer Praktikanten in die umkämpfte Branche hörte.

Am zweiten Tage ging es zu einem weiteren externen Schulungsanbieter. Damit sollte sichergestellt werden, dass sämtliche Praktikanten über ein gewisses Basisverständnis der Finanzdienstleistungen verfügen. Während die Praktikanten aus dem Aktiengeschäft zwei weitere Trainingstage absolvierten, wurden wir bereits unseren Teams zugeteilt. Nach den ersten Tagen des Praktikums kann ich zumindest sagen, dass das Praktikum genauso aufregend und herausfordernd ist, wie ich gehofft hatte. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, ein Praktikum absolvieren zu dürfen, das mich tatsächlich fasziniert. Daher bin ich auch gespannt, wie es weitergeht.

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