Quants - durch die Bank gesucht

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Sie können Modelle zur Strömungssimulation entwickeln oder Absorptionscharakteristika von Stoffen quantenmechanisch berechnen - und werden ausgerechnet von Investmentbanken verzweifelt gesucht: Quants.

Banker mit naturwissenschaftlichem Studienhintergrund stehen bei deutschen Banken derzeit hoch im Kurs. Dafür sorgt insbesondere der weiter wachsende Markt Strukturierter Produkte, wie Vasilios Nicolaides, Consultant bei der international tätigen Personalberatung Smith & Jessen, Frankfurt, bestätigt: "Quants werden im gesamten Prozess der Produktstrukturierung benötigt."

Neben der eigentlichen Produktentwicklung fällt beispielsweise für die Integration eines neuen Produkts in die Prozesse der Bank ein hoher Systemaufwand an. "Gerade an diesen Schnittstellen zwischen klassischem Bankgeschäft und der IT herrscht derzeit ein Riesenbedarf nach Quants", weiß Nicolaides.

Und der dürfte so schnell nicht abreißen. Die Regularien für den Einsatz Strukturierter Produkte bei Asset Managern und Vermögensverwaltern wurde gelockert, der Markt wird damit noch breiter. "Wir gehen daher davon aus, dass die Nachfrage nach Quants weiterhin hoch bleibt," so Nicolaides. Hinzu kommen auch in diesem Bereich die Auswirkungen gesetzlicher Regularien wie etwa Solvency 2. Hieraus ergeben sich vielfältige quantitative Aufgaben.

Doch nicht jeder Naturwissenschaftler ist für Banken interessant. Ein Prädikatsabschluss in Mathematik oder Physik sollte mit einem Doktortitel gepaart sein. Hinzu kommt eine Banklehre und idealerweise ein einschlägiges Traineeship, beispielsweise im Derivate-Bereich.

Und als ob diese Anforderungen die Suche nach Personal nicht schon schwer genug machten, ist das Recruiting von Professionals mit quantitativer Expertise sehr speziell, wie Nicolaides weiß: "Für Banken ist das Quants-Recruiting nicht immer leicht. Hinzu kommt, dass sehr spezifisches Recruiting notwendig ist: Manchmal haben Sie zehn erfahrene Quants - aber keiner hat eine Expertise für genau die gefragte Problemstellung. Quant ist also nicht gleich Quant."

Gerne wird daher beim Recruiting auf Quants zurückgegriffen, die bereits einschlägige Erfahrungen im Bankensektor haben. Aufgrund der sehr großen Nachfrage aber wird zunehmend auch auf Experten außerhalb der Financial Community zurückgegriffen. Manche Banken gehen auch bereits Kooperationen mit Hochschulen ein und werben so beispielsweise die Mitarbeiter an naturwissenschaftlichen Lehrstühlen oder auch der Fraunhofer-Institute ab.

Bei einem solchen Bewerbermarkt ist es wenig verwunderlich, wenn die Gehälter der quantitativen Analysten ansteigen, wie Nicolaides weiß: "Die starke Nachfrage lässt naturgemäß die Vergütungen nach oben gehen. Der Bewerberpool ist begrenzt, und es suchen ja nicht nur die Banken, sondern auch beispielsweise Versicherungen."

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