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PwC-Studie: Wo die Jobchancen im Schweizer Wealth Management liegen

Die Zukunft des Wealth Management ist weiblich.

Die Zukunft des Wealth Management ist weiblich.

Noch ist die Schweiz unter den Wealth Management-Standorten der Welt spitze – aber nicht mehr lange. Die Eidgenossen liegen vor Singapur, London, Hongkong und New York, wie aus der „Global Private Banking and Wealth Management Survey 2013“ der Wirtschaftsberatung PwC hervorgeht. Allerdings rechnen die Umfrageteilnehmer damit, dass die Schweiz in den kommenden zwei Jahren hinter Singapur zurückfallen wird.

„Das Wachstum in Westeuropa verlangsamt sich, auch Nordamerika wächst nur noch moderat. Das hohe Wachstum, das in den letzten Jahren in den Schwellenmärkten beobachtet wurde, bleibt weiter auf relativ hohem Niveau, verlangsamt sich aber in einigen Regionen“, sagt Roman Berlinger, Leiter Private Banking bei PwC Schweiz. „Die geografischen Märkte werden sich weiterhin unterschiedlich entwickeln. Damit müssen die Privatbanken umgehen können, indem sie sich richtig positionieren und ihre Strategien dem Reifegrad der Märkte anpassen.“

Quelle: Global Private Banking and Wealth Management Survey 2013.

Quelle: Global Private Banking and Wealth Management Survey 2013.

Trotz der für die Schweiz schwierigen Entwicklung gibt es für den Arbeitsmarkt auf positive Signale. Wir haben zusammengestellt, wo gemäß den Ergebnissen der PwC-Studie auch weiterhin Karrierechancen lauern:

1. Regulierungsflut ungebremst: Experten dürften weiterhin heiß begehrt sein

Die Regulierungsflut dürfte auch weiterhin die Privatbanken vor große Herausforderungen stellen. Nach der PwC-Umfrage erwarten die Teilnehmer einen Anstieg der Kosten für Regulierung und Compliance von fünf auf acht Prozent der Erträge, was immerhin ein Plus von fast zwei Drittel bedeutet. Damit dürfte der aktuelle Jobboom in der Compliance nicht allzu schnell abebben.

„Um die Flut neuer Regulierungen und Risiken zu bewältigen, müssen Privatbanken weiterhin in Systeme und Ausbildung der Mitarbeiter investieren und sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen“, betont Berlinger.

Besonders sorgten sich die Banken um Umfang, Geschwindigkeit und Kosten der Änderungen. Mit dem automatischen Informationsaustausch könnte eine weitere Neuerung auf die Banken zukommen, für die reichlich Compliance- und IT-Experten erforderlich sein dürften. Auf Platz zwei folge die Umsetzung der Produkteignungstests für Kunden.

2. Selbst Effizienzsteigerung birgt Jobpotenzial

Mit Hochdruck arbeiten die Schweizer Wealth Manager daran, ihre Prozesse zu vereinfachen und die immer noch viel zu hohe Zahl manueller Arbeitsschritte zu reduzieren. Daher würden viele Umfrageteilnehmer viel Geld in Technologie und Optimierung investieren. Entsprechende Profile sind begehrt.

3. Experten für mobile Lösungen und Social Media haben Chancen

Auch im Wealth Management ziehen mobile Technologien ein. „Kunden wollen heute zu jeder Zeit, an jedem Ort, auf jedem Gerät auf ihre Daten zugreifen. Der digitale Austausch wird sich in den nächsten zwei Jahren verdoppeln“, heißt es von PwC. Daher sind hohe Investitionen in mobile Lösungen, Apps und Social Media erforderlich. Dies gelte auch für Kundenbetreuungssysteme (CRM) zur Unterstützung der Berater.

4. Frauen und jüngere Kundenbetreuer haben Chancen

Immer mehr Banken versuchen den Frauenanteil an ihren Kundenberatern im Wealth Management zu erhöhen. Denn viele Frauen würden gerne auch von Frauen beraten. Ähnliches gilt auch für jüngere Leute, der sogenannten Generation Y, denn schließlich steht eine Vererbungswelle an.

„Als weitere, noch viel zu wenig berücksichtigte Kundengruppe sehen die Teilnehmer die Frauen. Durch Emanzipation, bessere Ausbildung, höhere Positionen in der Wirtschaft und steigenden Einfluss gewinnen auch sie an Bedeutung. Wachsende Vermögen, sei es durch das eigenen Einkommen, Scheidung oder Erbschaft, birgt großes Potenzial“, heißt es von PwC. Bereits heute seien rund ein Drittel der Kunden weiblich, während nur 8 Prozent der Banken eine „geschlechtsspezifische Kundensegmentation“ vornehmen würden.

5. Gute Chancen für Schwellenländer-Kundenbetreuer

Der Vermögensaufbau rund um den Globus findet vor allem in den Schwellenländern statt – weit entfernt von der Schweiz. Dennoch dürfte die Schweiz auch künftig in der Lage sein, Gelder aus diesen Regionen anzuziehen. „Für den Nettoneugeldzufluss dürften primär Gelder aus Schwellenländern sowie die Rolle der Schweiz als sicherer Hafen in Zeiten politischer, sozialer und wirtschaftlicher Unruhen in der EU verantwortlich sein“, sagt Martin Schilling, Director Wirtschaftsberatung bei PwC Schweiz. Dies bedeutet, dass Kundenbetreuer mit Expertise in den einschlägigen Zielmärkten in Asien, Südamerika und Osteuropa auch weiterhin gesucht sein dürften. Generell würden die Ansprüche ans Kundenbetreuer steigen.

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