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Wie Headhunter Ihnen bei der Karriere weiterhelfen – und wie nicht

Headhunters and recruiters: fading out in the future?

Falls Sie wieder einmal ein Headhunter mit einer fantastischen Chance bei einem anderen Arbeitgeber anruft, dann sollten Sie vielleicht etwas genauer hinhören. Denn nach jüngsten Untersuchungen steigt die Wahrscheinlichkeit Ihre Karriereziele zu erreichen, wenn Sie einen Headhunter nutzen. Dazu stützt sich die Studie der spanischen IE University auf eine Recruitment-Datenbank mit 14.000 Personen, die zumeist aus den USA stammen. Allerdings gibt es auch einige Fälle, bei denen einen Headhunter mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Pro Headhunter

1. Mit einem Headhunter steigt die Chance auf eine Beförderung

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit auf eine Beförderung steigt, sobald Sie einen Headhunter nutzen. Denn die Arbeitgeber vertrauen den von Headhuntern gelieferten Informationen mehr als denjenigen, die Bewerber selbst einreichen. Mithin steigt auch die Bereitschaft der Unternehmen, den so präsentierten Kandidaten eine bessere Position anzuvertrauen. Weiterhin brächten viele Headhunter viel Geschick für das Aushandeln von Vergütungspaketen mit.

2. Über einen Headhunter finden Sie leichter einen Job bei einem Großunternehmen

Wenn Sie schon immer bei einer großen Adresse arbeiten wollten, dann sollten Sie es mit einem Headhunter versuchen. Denn die Untersuchung zeigt eine positive Korrelation zwischen dem Einsatz von Personalvermittlern und der Anstellung durch ein Großunternehmen. Die Verfasser der Studie geben für dieses Phänomen leider keine Gründe an.

3. Mit einem Headhunter gelangen Sie eher zu einer renommierten Adresse

Falls Sie nach einem Job bei einem Unternehmen mit einem angesehen Namen streben, dann sollten Sie es ebenfalls über einen Headhunter versuchen. Dieses Ergebnis der Studie erscheint auf den ersten Blick ein wenig erstaunlich, denn oftmals versuchen weniger bekannte Banken profilierte Banker über einen Headhunter zu gewinnen.

Contra Headhunter

1. Ein Headhunter kann Ihnen bei einem Branchenwechsel kaum helfen

Nach der Untersuchung macht es wenig Sinn, bei einem Branchenwechsel auf die Hilfe eines Headhunters zu vertrauen wie z.B. von der Bank zur Beratung. Da indes die Erfolgsaussichten bei einer eigenen Bewerbung genauso hoch (oder niedrig) ausfallen, können Sie mit dem Einsatz eines Headhunters auch wenig falsch machen.

2. Auch bei einem Funktionswechsel bringen Headhunter wenig Vorteile

Ähnlich gering fallen die Vorteile eines Headhunters aus, wenn Sie die Funktion wechseln wollen, um z.B. von der Aktienanalyse ins M&A-Geschäft umzuschwenken. Die Chancen auf einen solchen Schritt fallen vielmehr besser aus, wenn Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber bleiben.

3. Bei sehr technischen Berufsbildern bringen Headhunter wenig

Besonders interessant ist ein weiteres Ergebnis: Demnach haben Headhunter Probleme einen Kandidaten zu platzieren, wenn sie dessen Fachkompetenzen nicht wirklich verstehen. Als Beispiel hierfür führt die Studie IT-Experten an, bei denen die einschlägigen Qualifikationen oft recht kompliziert ausfallen. „In einem solchen Fall verringern die Personalvermittler das Risiko eines unpassenden Kandidaten, indem sie bevorzugt erfahrene Bewerber mit breiten Kompetenzen präsentieren und sie weniger abgerundete Kandidaten aussortieren, obgleich diese für die speziellen Anforderungen durchaus geeignet wären“, heißt es in der Studie. Falls Sie also in einem komplexen Umfeld arbeiten, dann sollten Sie Ihren Lebenslauf so verfassen, dass dieser von Headhuntern auch verstanden wird. Außerdem sollten Sie auf Personalvermittler achten, die sich in ihrem Berufsfeld tatsächlich auskennen.

Für einen langfristigen Karriereaufbau bringen Headhunter oft kaum Vorteile

Während Headhunter vor allem in den mittleren Jahren – also im Alter von rund 40 Jahren – Ihrer Karriere oft auf die Sprünge helfen, können zu häufige durch einen Headhunter vermittelte Jobwechsel eine Karriere auf längere Sicht abwürgen. Denn laut der Studie tendieren Headhunter dazu, die Kandidaten mit den immer gleichen Kompetenzen bei anderen Arbeitgebern zu präsentieren.  Auf diese Weise kann es schwer fallen, neue Kompetenzen zu erwerben. Der Studie zufolge haben nur 9 Prozent der Chefs der 100 größten US-Unternehmen durchgehend in der gleichen Funktion gearbeitet. Dagegen haben die meisten mehrfach ihren Job gewechselt. Auf diese Weise lässt sich innerhalb eines Unternehmens am leichtesten eine Karriere aufbauen. Ein gutes Beispiel hierfür stellt der Goldman Sachs-Chef dar. Schon seit 1981 arbeitet Lloyd Blankfein auf verschiedenen Positionen innerhalb derselben US-Investmentbank.

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