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Nur noch 4000 Jobs bedroht? Verdi hofft auf geringeren Stellenabbau bei der Commerzbank

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Für Schlagzeilen sorgte seinerzeit der zu Jahresbeginn angekündigte Abbau von rund 6000 Stellen bei der Commerzbank. Doch der Kahlschlag könnte nach den Vorstellungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi empfindlich niedriger ausfallen. „Ich kann mir vorstellen, dass die Arbeitnehmer einem Abbau von 4000 oder mehr Stellen zustimmen können“, sagte Mark Roach er „Zeit“, der für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt. Damit würde der Kahlschlag um ein Drittel niedriger als befürchtet ausfallen. 

„Ich sehe die Chance, dass die Beteiligten sich einigen“, ergänzte Roach. Arbeitgeber und Arbeitnehmer treffen sich in der kommenden Woche zu einer Klausurtagung in einem Hotel bei Bonn.  Laut dem Verdi-Funktionär Roach lasse sich ein Abbau von bis zu 3000 Stellen durch die natürliche Fluktuation über einige Jahre bewerkstelligen.

Die Commerzbank steht unterdessen zu ihren Plänen. „Wir hoffen, im Sommer 2013 wesentliche Ergebnisse vorstellen zu können“, sagte eine Sprecherin. Allerdings hatte sich schon im Februar ein Teilrückzug der Commerzbank von den Abbauplänen abgezeichnet. Damals erklärte das teilverstaatlichte Institut sich bis Ende 2015 im Filialgeschäft mit einem Abbau von nur 1800 Stellen begnügen zu können. Falls bis Ende 2013 600 Mitarbeiter gehen würden, könne die Bank bis Ende 2014 sogar auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

Offen bleibt indes weiterhin, wo die rein rechnerisch übrigen 2200 Jobs wegfallen wollen. Branchenbeobachter hatten in der Vergangenheit u.a. am Hauptsitz der Bank in Frankfurt einen Personalüberhang ausgemacht.

Im ersten Quartal musste die Commerzbank bereits einen Verlust von 94 Mio. Euro verkraften. Das operative Ergebnis im Privatkundengeschäft fiel mit 70 Mio. Euro gering aus, wovon auch noch ein erklecklicher Teil auf die Online-Tochter Comdirekt entfiel. Schon seit Jahren hat die Commerzbank damit zu kämpfen, dass sie lediglich im Mittelstandsgeschäft nachhaltig Geld verdient und damit die Verluste in der konzerneigenen Bad Bank ausgleichen muss.

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