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Über welche CFA-Fehler sich Prüfer und Tutoren am meisten ärgern

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Die Sommerprüfungen zum Chartered Financial Analyst (CFA) stehen kurz bevor. Laut dem CFA Institute haben sich über 145.000 Kandidaten für die Prüfungen zu Level I, II oder III angemeldet. Mit einer empfohlenen Vorbereitungszeit von 300 Stunden für jeden Level sowie einer Erfolgsquote von nur 40 Prozent stellt der CFA schone eine gewaltige Herausforderung dar.

Doch bringen sich nicht viele Kandidaten selbst um die Früchte ihrer harten Arbeit? Tutoren und Prüfer verzweifeln nach eigenen Angaben oft an immer den gleichen grundlegenden Fehlern, die Kandidaten begehen. Dabei spiele sogar der Grad der Vorbereitung nur eine untergeordnete Rolle. Wir haben die verbreitetsten Fehler zusammengefasst:

1. Es einfach mal auf gut Glück zu versuchen

An der Uni mag es noch geklappt haben, kurz vor den Prüfungen einige Nächte durch zu lernen. Doch beim CFA stellt eine solche Taktik schon fast eine Garantie für einen Misserfolg dar. Laut Thomas Robinson, dem Managing Director des CFA in den USA, bedeuten 300 Stunden nicht, dass man einige Koffeinpillen einwirft, Energydrinks konsumiert und erst fünf Wochen vor den Prüfungen mit dem Lernen beginnt. „Wir empfehlen eine Vorbereitungszeit von 15 Stunden pro Woche innerhalb der fünf Monate vor dem Examen, aber viele Leute schieben dies bis in die letzten Wochen vor sich her, was der Hauptgrund ist, weshalb sie durchfallen“, sagt Robinson.

2. Die ethischen Fragen werden unterschätzt

Bei den ethischen Fragen geht es nicht nur darum, Sympathiepunkte bei Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit zu sammeln. Vielmehr beläuft sich der Anteil der Ethikmodule an allen drei Leveln auf 10 bis 15 Prozent. Falls Sie sich an der Schwelle zwischen bestanden und nicht bestanden finden, dann geben die ethischen Fragen oft den Ausschlag, sagt Robinson. „Die Leute glauben, Ethik sei einfach oder intuitiv zu lösen und wenden daher oftmals zu wenig Zeit dafür auf“, erzählt CFA-Tutorin Priya Mistry von Quartic Training. „Tatsächlich handelt es sich lediglich um ein weiteres Element, das einfach gelernt werden muss.“

3. Schwafeln Sie bei den Essays nicht

Auch wenn sich die Prüfung zum Level III mit ihren Essays von den Multiple Choice-Fragen der ersten beiden Level unterscheiden, heißt das noch lange nicht, dass Sie sich als Hilfsschriftsteller bewähren müssen. „Die Leute sorgen sich um die Struktur und die Gewichtung ihrer Antworten, aber die Prüfer wollen einfach eine Reihe Bullet Points sehen, mit denen Sie die Frage beantworten“, sagt Mistry. „Wieso sollte man zwei Sätze gebrauchen, um einen Sachverhalt zu beschreiben, wenn schon zwei Wörter genügen.“

4. Viele Finanzprofis nehmen die Rechnungslegungs-Module nicht ernst

Auch mit den Modulen zur Finanzberichterstattung und Rechnungslegung haben viele Kandidaten zu kämpfen. Laut Robinson verstehen viele Kandidaten mit einem Hochschulabschluss in Finance nicht, wieso auch dies eine Herausforderung darstellt und investieren nicht genügend Zeit in die Vorbereitung.

„Die Leute beginnen mit dem CFA und wissen bereits, wie man einen Jahresabschluss erstellt, aber für das Examen müssen die Kandidaten Financial Statements auch analysieren und Schlüsse über das Unternehmen ziehen können. Leute mit einem Abschluss in Rechnungslegung denken, dass es sich für sie um ein leichtes Modul handelt und scheitern dann daran“, sagt Robinson.

5. Fangfragen werden nicht erkannt

Für einen CFA ist es erforderlich, sich eine Menge von zahlenlastigen Informationen zu merken. Dennoch sollten die Kandidaten auch ein wenig darüber nachdenken, ob sie auch immer die passende Information zur Hand haben. „Ein verbreiteter Fehler besteht darin, das Capital Asset Pricing Model (CAPM) auf Risk Premium anzuwenden. Ähnliches gilt für das Dividenden Diskontierungs-Modell. Es tendiert dazu, dass die Dividende gerade ausgeschüttet wurde, so dass die Zeitperiode 0 ist. Wenn Sie sich die Fragen nicht genau durchlesen, dann wenden Sie möglicherweise die falsche Formel an.“

6. Schlechtes Zeitmanagement

Im Durchschnitt sollten Kandidaten anderthalb Minuten für die Beantwortung einer Frage aufwenden, rät Robinson. Doch die meisten Kandidaten versäumen dies und geben folglich unvollständige Prüfungen ab. „Eine große Zahl der Teilnehmer beachtet einfach nicht die Zeitrestriktionen oder verwendet auf einzelne Fragen bis zu zehn Minuten, das bedeutet, dass sie die Fragen nicht alle beantworten und so ihre Chancen verringern“, betont Robinson.

„Die meisten Leute betrachten die Fragen aus der Study Session 4 (individuelle Investoren) als am zeitraubendsten. Doch die Fragen befinden sich normalerweise am Anfang der Prüfung. Daher versucht jeder die verlorene Zeit wieder aufzuholen, was für reichlich Stress sorgt und die Performance beeinträchtigt“, sagt CFA-Tutorin Louise Undrill vom Fortbildungsanbieter BPP. „Wieso sparen Sie sich dies nicht für das Ende auf oder beantworten die Fragen in entgegengesetzter Reihenfolge?“, fragt Undrill.

7. Viele Leute tauchen erst gar nicht zu den Prüfungen auf

Laut Robinson tauchen rund 25 Prozent der angemeldeten Kandidaten erst gar nicht bei den Juni-Prüfungen auf. In einem solchen Fall fällt das Bestehen der Prüfung natürlich schwer.

„Die Leute denken, dass sie sich nicht angemessen vorbereitet haben oder dass sie Wissenslücken haben und es  besser wäre, später an den Prüfungen teilzunehmen, wenn sie bereit dafür sind. Ich rate den Leuten dennoch daran teilzunehmen, nur um Prüfungserfahrung zu sammeln.“

8. So mancher Kandidat erscheint zu spät zur Prüfung

Teilnehmer können sich viel Stress ersparen, wenn sie sich vorab genau informieren, wo die Prüfung überhaupt stattfindet und pünktlich erscheinen. Dennoch scheitern laut Robinson schon viele Kandidaten an dieser Aufgabe. Robinson rät, einfach vorab schon mal am Ort der Prüfung vorbeizuschauen, um sich über die Gegebenheiten zu orientieren. Bei der Prüfung mit 20minütiger Verspätung zu erscheinen, dürfte sich kaum positiv auf die Erfolgschancen auswirken.

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