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An welchen psychischen Störungen Finanzprofis leiden

Zen banker

Lange Arbeitszeiten, die ständige Drohung des Arbeitsplatzverlustes und das niedrige Ansehen in der Bevölkerung:  Banker und andere Finanzprofis stehen unter massiven Druck. Damit steigt auch die Zahl von Mitarbeitern, die unter mentalen Problemen leiden.

So erzählt beispielsweise der Psychotherapeut Michael Sinclair von der Londoner City Psychology Group: „Wenn wieder einige Runden an Stellenabbau anstehen, steigt die Zahl der Überweisungen und Kontaktanfragen von Bankern an. Das war auch 2008 der Fall. Aber die letzte Runde von Stellenstreichungen stellt schon eine Rekordzahl für unsere Praxis dar.“

Wir haben bei verschiedenen Psychotherapeuten nachgefragt, mit welchen Leiden die Angestellten von Finanzdienstleistern besonders häufig bei ihnen anklopfen:

1. Depressionen

Einen besonderen Anstieg registrieren Psychotherapeuten bei der Zahl der Depressionen, was von milden bis hin zu schweren Depressionen reichen kann, wobei die Betroffenen sogar von Selbstmordgedanken gequält werden können. Depressionen werden immer häufiger von Karriereproblemen ausgelöst. So verlieren viele Banker nach einer Kündigung oder längerer Arbeitslosigkeit ihr Selbstwertgefühl.

2. Psychogene Schmerzen

Wenn Banker mit Schmerzen zum Arzt gehen, dann können diese auch auf psychische Gründe zurückgehen, was von Stress oder Ängsten ausgelöst werden kann. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Schmerzen handeln: Von einfachen Nadelstichen bis hin zum Reizdarm, für das es oft keine medizinische Diagnose gibt. Viele Finanzprofis konsultieren jedoch lieber Ärzte als Psychotherapeuten. Daher beobachten Psychotherapeuten vermehrt Überweisungen von Ärzten.

3. Narzissmus

Es spricht nichts dagegen, sich auf die eigene Karriere zu konzentrieren. Allerdings sollte dies nicht zu einer Obsession ausarten. Diese Persönlichkeitsstörung ist unter Finanzprofis verbreitet, die gerne pompös auftreten, dahinter aber lediglich Ängste vor Misserfolgen und Zurückweisungen verbergen. „Der hohe Wettbewerbsdruck im Banking fördert narzistische Neigungen“, erzählt ein Psychologe.

4. Psychologischer Präsenteismus

Beim Präsenteismus handelt es sich um die Einstellung, auch bei zum Teil schwerer Krankheit bei der Arbeit zu erscheinen. Doch trotz Krankheit zu arbeiten, ist nicht nur schlecht für die Gesundheit, es wirkt sich oftmals auch nachteilig auf die Arbeitsleistung aus. Dies kann in einen wahren Teufelskreis münden und letztlich zum Burnout führen.

5. Krankhafte Perfektionssucht

Bei Vorstellungsgesprächen wird oftmals die Frage gestellt, welches denn die größte Schwäche eines Bewerbers darstellt. Die klassische Antwort darauf lautet: „Ich tendiere dazu, alles zu perfekt zu machen.“ Allerdings warnen Psychologen vor einem zu starken Perfektionsdrang bei Bankern. Auch hier spielen unterbewusste Angstvorstellungen oft eine wichtige Rolle. Falls trotz aller Mühe dann die Ziele nicht erreicht werden, führt dies häufig zu Depressionen.

6. Posttraumatische Stressstörung

Eine posttraumatische Stressstörung wird häufiger bei Leuten aus Kriegsgebieten als aus einem Handelssaal vermutet. Auch hier stellen Psychologen fest, dass immer mehr Banker darunter leiden. Dies betrifft vor allem Führungskräfte, die von sich ein Bild der Unverwüstlichkeit aufgebaut haben. Falls sie dann ihren Arbeitsplatz verlieren, kann dies leicht der Auslöser für ein posttraumatisches

7. Panikattacken

Panikattacken zählen zu den Angststörungen, die oftmals bei einer plötzlichen Veränderung der Lebensumstände auftreten. Dabei beobachten Psychologen, dass Banker plötzlich Panikattacken bei Tätigkeiten erleiden, die eigentlich zu ihren alltäglichen Tätigkeiten zählen wie z.B. Präsentationen oder Treffen mit Kunden. Oft stehen die Betroffenen unter beträchtlichem äußerem Druck.

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