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Anshu Jains erste deutsche Rede im Schnellscheck

Nur an wenige Stellen gelang Anshu Jain ein leichtes Lächeln.

Nur an wenige Stellen gelang Anshu Jain ein leichtes Lächeln.

Selten konnte ein Deutsche Bank-Chef mit einer derart inhaltsleeren Rede so punkten wie Anshu Jain bei der heutigen Hauptversammlung des Instituts in Frankfurt. So sprach der 50jährige über die Strategie 2015+ mit den fünf Ks: Kapital, Kosten, Kompetenzen, Kunden und Kultur, streifte die kürzlich erfolgte Kapitalerhöhung und fand freundliche Worte für Mitarbeiter und Aktionäre.

Dennoch dürfte kaum eine Redes Jains so aufmerksam verfolgt worden sein wie diese. Denn der gebürtige Inder wagte es erstmals öffentlich, eine gesamte Rede auf Deutsch zu halten, wobei es kaum störte, dass diese nur rund neun Minuten dauerte. Jain war allerdings anzumerken, welche Mühen Ihn dieses unvertraute Terrain kostete. Der Co-Chef der Deutschen Bank brachte jedes Wort nur einzeln über die Lippen, so dass der Redefluss reichlich abgehackt wirkte und teilweise kaum verständlich war. Nur selten konnte er sich zu einem Lächeln durchringen.

Dennoch konnte Jain mit seiner ersten Rede zweifellos nicht nur bei den artig klatschenden Aktionären Sympathiepunkte sammeln. Erst bei seinen letzten Worten huschte eine gewisse Erleichterung über sein Gesicht:

“Erlauben Sie mir jetzt noch ein paar persönliche Worte: In den vergangenen Monaten verbrachten meine Familie und ich viel Zeit hier in Deutschland. Wir trafen auf Freundlichkeit und Freundschaft. Wir bekamen Rat und Hilfe von so vielen Menschen. In der Deutschen Bank und im privaten Leben. Das tat gut. Vielen Dank dafür von mir, von uns. Danke auch für Ihre Geduld mit meinem Deutsch. Ich hoffe, bei der nächsten Hauptversammlung ist mein Deutsch etwas besser.”

Bemerkenswert ist dabei, wie sich die wohldotierten Redenschreiber bemüht haben, ihrem Chef eine ganz eigene, simplifizierte Sprache in den Mund zu legen. Denn gerade der letzte Satz ist – entgegen der Grammatik – ein wenig zu einfach gestrickt. Eigentlich müsste der Satz lauten: “Ich hoffe, bei der nächsten Hauptversammlung wird mein Deutsch etwas besser sein.” Er müsste also im Futur stehen.

Dennoch muss man eingestehen: Abgesehen von dem nichtssagenden Inhalt gelang Jain eine beeindruckende Performance. Um sich die Rede anzusehen, klicken Sie bitte auf das Foto.

Nur an wenige Stellen gelang Anshu Jain ein leichtes Lächeln.

Nur an wenige Stellen gelang Anshu Jain ein leichtes Lächeln.

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