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GASTKOMMENTAR: Wie Sie nicht in mittleren Jahren als Investmentbanking Wrack enden

Sofern Sie nicht Anton Kreil sind, der behauptet, sich im Alter von 28 Jahren aufs Altenteil verabschiedet zu haben, dann denken Sie womöglich darüber nach, wie Sie einen genügend großen Berg an Geld anhäufen, um diesseits der 60 aus dem Banking aussteigen zu können.

Bevor wieder ein Gastkolumnist auf dieser Website zu seinen üblicherweise kritischen Bemerkungen ansetzt, möchte ich betonen, dass meine Ausführungen auf Beobachtungen aus einer zwanzigjährigen Karriere in der Londoner City beruhen. Es handelt sich nicht um die Einschätzung eines 25jährigen Wunderknaben, der bereits alles zu wissen glaubt.

Im Alter von um die 45 bin ich in dieser Hinsicht reichlich schamlos.

1. Bloß keine Scheidung

Dabei gibt es zwei Aspekte: Erstens zerstört der finanzielle Aderlass, der in der Führung von zwei Haushalten besteht, unweigerlich Ihre finanzielle Basis und verschiebt Ihr Leben nach dem Banking um mindestens fünf Jahre.

Zweitens mögen Arbeitgeber keine Leute, die geschieden sind. Geschiedene Mitarbeiter sind am Arbeitsplatz instabil und unruhig, worunter ihre Arbeit leidet. Die meisten geschiedenen Leute, die ich kenne, haben innerhalb eines Jahres Nachteile in ihrer Karriere erlitten.

2. Seien Sie darauf vorbereitet, von einem jüngeren Mitarbeiter ersetzt zu werden

Mit 40 Jahren – gerade wenn Sie glauben, es geschafft zu haben – wird ein blitzgescheiter 35jähriger auftauchen und Sie ersetzen. Das habe ich in den zurückliegenden 20 Jahren mindestens 50 Mal gesehen. Der einzige Trost besteht darin, dass der 35jährige in fünf Jahren das gleiche Schicksal erleiden wird. Also brauchen Sie einen Notfallplan für den Fall, falls der Sensenmann bei Ihrer Karriere vorbeischaut.

Falls Sie in den Finanzen bleiben und einen Neuanfang auf der Buyside (von der Sellside) versuchen sollten oder umgekehrt, dann handelt es sich m.E. um einen Schritt nach vorn. Das ist zumindest besser als der Absprung von einer Großbank hin zu einem ruhigen Pöstchen bei einem drittklassigen Unternehmen.

Obgleich ein letzter Karriereschritt zu einem idiotischen, drittklassigen japanischen Institut zu diesem Zeitpunkt als gute Idee erscheinen mag, fällt mir keine einzige Person ein, die auf diese Weise tatsächlich eine neue Karriere schmieden konnte. Vielmehr tendieren diese Leute zu einem weiteren Wechsel, sobald der Garantiebonus ausgelaufen ist, ohne zu wissen, was sie mit ihrem verunstalteten Lebenslauf anstellen sollen.

3. Halten Sie einige Geschäftsideen jenseits des Banking parat

Denken Sie schleunigst darüber nach, was Sie machen wollen, wenn Sie die Branche verlassen. Bauen Sie ein vertieftes Wissen und Kontakte auf und stellen Sie möglichst sogar einen konkreten Plan auf. Denn Sie sollten aktiv werden, bevor der Strom aus Milch und Honig abreißt. Eine Reihe meiner Freunde hat sich ein oder sogar zwei Jahre lang abgestrampelt, bevor ihnen der Einstieg in die zweite Karriere gelang – niemand von ihnen würde dies ein zweites Mal wagen.

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben und meinen: “Er hat mir nichts erzählt, was ich nicht bereits wusste”, dann sollten Sie zufrieden sein, denn dann haben Sie es geschafft.

Beim Autor handelt es sich um einen glücklich verheirateten Beschäftigten in der Londoner City mit einem wachsenden Portfolio an Interessen jenseits der Finanzbranche…

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