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GASTKOMMENTAR: Klassische Fondsmanager sind meist nicht sonderlich schlau und leisten wenig Mehrwert

Vergessen Sie das Einprügeln auf Hedgefondsmanager wegen ihrer hohen Gebühren. Vielmehr sind die klassischen Fondsmanager diejenigen, die uns abkassieren. Dies ist auch wenig überraschend, denn die meisten Fondsmanager sind nicht sonderlich schlau. Anders als bei den Hedgefonds wird die Branche von gut vernetzten und nicht sonderlich gerissenen Schuljungen dominiert.

Sicherlich gibt es auch Ausnahmen. So gibt es beispielsweise die Minderheit von Hedgefondsgaunern, die das Geld ihrer Freunde und Verwandten von kleinen Provinzbüros aus verwetten. Und es gibt auch die Minderheit klassischer Fondsmanager, die tatsächlich gut sind, in dem was sie machen, und die kontinuierliche eine gute Performance abliefern.

Doch die meisten Fondsmanager sind zu ängstlich, zu dämlich oder sogar beides, um sich von der Aktien- oder Branchengewichtung der großen Aktien- und Rentenindizes abzukoppeln. Wir sollten uns alle Sorgen um die große Summe unseres Kapitals machen, die sie verwalten.

Dagegen liefern die Gebührenstrukturen bei Hedgefonds einen Anreiz, Alpha zu generieren. Dies macht Hedgefonds zu aufregenden und interessanten Arbeitgebern. Dort sind die Leute tatsächlich intellektuell an ihren Investments interessiert.

Im Gegensatz dazu werden klassische Fondsmanager nicht dafür belohnt, echte Investitionsrisiken einzugehen. Vielmehr werden sie dafür belohnt, der Herde zu folgen.

Mein Tarquin-Experiment

Vor einiger Zeit hatte ich einen Beinahezusammenstoß mit einem dieser Fonds. Da ich Angst hatte, nie einen Job zu finden, habe ich meinen Lebenslauf an einen Fondsmanager einer der großen Adressen für institutionelle Investments geschickt. Lasst ihn uns Tarquin nennen. Um am Ball zu bleiben, rief ich ihn an. Er gab sich freundlich und nahm sich einige Zeit, um mit mir zu plaudern. Allerdings wurde schnell deutlich, dass er nicht allzu helle war.

Als ich ihm eine Aktienempfehlung gab, überhörte ich eine ganze Reihen an sonderbaren Hintergrundgeräuschen. So öffnete er seinen Gürtel wie nach einem guten langen Mittagessen. Während des Gesprächs schien er beinahe rückwärts mit dem Stuhl umzukippen. Er scheuchte seinen Assistenten und später seinen fröhlichen, zu Scherzen aufgelegten Kollegen aus seinem Büro. Dabei handelte es sich um alles, was ich zu wissen brauchte. Ich habe mich für seine Zeit bedankt und mich nie wieder gemeldet.

Es handelt sich um eine einfache Tatsache, dass weder Hedgefonds noch andere aggressive Assetklassen existieren würden, wenn klassische Fondsanleger im Laufe der Zeit nicht kontinuierlich unterperformen würden.

Hedgefondsmanager mögen zwar teuer sein, doch sie bieten auch eine bessere Performance. Selbst als Lehman Brothers zusammenbrach, verloren sie nur 20 Prozent im Vergleich zu klassischen Aktienfonds mit einem Minus von rund 40 Prozent. Es überrascht nicht, dass FTSE, S&P 500 und andere Leitindizes um etwa den gleichen Prozentsatz einbrachen.

Das Schlimmste an den Index-Liebhabern ist, dass sie dazu gedrängt werden, bei Höchstständen mehr zu kaufen, wenn sich die Kurse besonders wechselhaft verhalten, und sie an Tiefpunkten zu verkaufen, wenn der Boden gerade gefunden wird. Damit bleiben ihre Portfolios an die Indexentwicklung gebunden. Es handelt sich geradezu um das Gegenteil der Börsenweisheit: “Kaufe unten und verkaufe oben.”

Ich gestehe ein, dass Hedgefonds oft nicht die berühmten “absolut returns” liefern, die versprochen worden sind, doch das gelingt auch keinem anderen Marktteilnehmer. Desto schneller wir uns von der Vorstellung verabschieden, in jeder Marktphase Geld zu verdienen, um so besser. Einige Kapitaleinbußen waren unvermeidbar, denn einige Fondsmanager mussten kontinuierlich investiert bleiben und wurden von ihren Mandanten daran gehindert, in Cash umzuschichten. Viele befürchten, die Rückkehr des Bullenmarktes zu versäumen oder dass die Transaktionskosten zu hoch ausfallen könnten.

So lange die Anreize bestehen bleiben, trotz magerer Performance ständig investiert zu bleiben, so lange werden Tarquin und seine Kollegen fest in ihren Sesseln sitzen. Allerdings sind sie weder besonders scharfsinnig, noch verdienen sie ihre Bezahlung.

Bei dem Autoren handelt es sich um einen einen ehemaligen Corporate Financier, der jetzt im Private Equity arbeitet.

Kommentare (2)

Comments
  1. wer nun mal die Benchmark abbilden muß und nur relative Performance zeigen braucht, muß nicht unendlich schlau sein und ein größeres Interesse zeigen – so ist es nun mal bei passiven (Index) Fonds – schlimm genug, dass diese dann immernoch gg den Index verlieren.

    Ja, alles auskehren, wenn der Markt unten ist, kann man nur bestätigen.
    Wobei es hier nun auch Fondsvorschriften gibt, wieviel Cash man max halten darf – bzw. wieviel prozentual in Einzelwerten gesteckt werden darf – also geht man über Derivate – aber einen Anreiz haben die PMs nicht wirklich – bekommen ihren Obulus.

    Absolut Return sollte der Anreiz sein – und entsprechend die “Belohnung” für den/ die Verantwortlichen.
    Jedoch sollte hier das Risiko durch Vorschriften definiert sein – nicht das alles nur gehebelt wird – und somit mehr derivate Produkte zum Einsatz kommen, als an effektiven Stücken des Basiswertes tatsächlich zur Verfügung stehen – ABER soweit ist weder die BaFin noch die SFC oder sonstige Aufsichtsbehörde.
    Da steckt halt der Irrsinn der Märkte drin und die damit verbundenen Kursabstürze und -ausschläge.
    Dieses ist auch an all den gehebelten Produkten zu erkennen – mehr Hebel als Aktien vorhand

    Anti Hebel – Real Investment Antworten
     
  2. Äußerst intelligenter Beitrag, sorgfältig recherchiert und fundiert. Schade dass Fondsmanager nicht so scharfsinnig und bescheiden wie der Autor sind.

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