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DAX auf Allzeithoch: Wann zieht der Arbeitsmarkt für Aktienprofis an?

Die Bullen sind zurück. Doch Stellen bringt dies noch nicht.

Die Bullen sind zurück. Doch Stellen bringt dies noch nicht.

Der DAX notiert auf Allzeithoch und nirgends knallen die Champagnerkorken. Dabei wurde der deutsche Leitindex am gestrigen Dienstag (7. Mai) intraday bei 8206 Punkten gehandelt und somit die alte Bestmarkte bei 8152 Punkten aus dem Jahr 2007 geknackt. Eigentlich sollten die Rekordkurse die Erträge von Banken und Fondsgesellschaften beflügeln und damit letztlich auch den Arbeitsmarkt für Trader, Sales-Spezialisten, Analysten und Fondsmanager anfeuern. Doch ganz so einfach scheinen die Dinge nicht zu liegen.

„Solange die Umsätze gering bleiben, dürfte sich dies nicht erheblich auf die Erträge der Banken auswirken“, sagt Aktienanalyst Philipp Häßler von der Equinet-AG in Frankfurt, der u.a. Deutsche und Commerzbank beobachtet. Die Handelsvolumen von Aktien seien in den zurückliegenden Monaten gering ausgefallen und auch hohe Zuflüsse in Aktienfonds seien nicht zu sehen. „Trotz des positiven Markumfelds fallen so die Erträge nicht übertrieben gut aus“, erläutert Häßler.

„Wir haben eine ‚ungeliebte Rallye‘, bei der die Kurse aber nicht die Volumen steigen“, ergänzt Tim Zühlke von Indigo Headhunters in Frankfurt, der auf Kapitalmarkt spezialisiert ist. Im Aktienhandel hätten die Banken mit hohen Fixkosten und geringen Margen zu kämpfen. „Im Vergleich zu Großbritannien, aber auch Frankreich befindet sich Deutschland in einer Sondersituation: Weder bei institutionellen, noch bei privaten Anlegern gibt es eine ausgeprägte Aktienkultur“, betont Zühlke.

Daher werde sich die Aktienhausse nicht allzu schnell positiv auf die entsprechenden Arbeitsmärkte auswirken. „Das Aktiengeschäft befindet sich noch in der Konsolidierungsphase. Einige bauen sogar noch Personal ab. Von daher sind so schnell keine positiven Impulse zu erwarten“, warnt Zühlke.

Etwas besser sehe es bei den kleineren Wettbewerbern wie Metzler, der Baader Bank oder Kepler Capital Markets aus. „Bei den lokalen Playern tut sich immer mal wieder etwas“, beobachtet Zühlke. Doch auch hier könne von einem Aufwärtstrend noch keine Rede sein. „Die stabileren Aktienmärkte werden eher das Primärgeschäft positiv beeinflussen“, meint Zühlke. Mehr Unternehmen könnten Börsengänge und andere Kapitalmarktmaßnahmen wagen.

„Die Diskrepanz zwischen den Aktienmärkten und den Arbeitsmärkten ist sehr groß“, beobachtet auch Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. „Es wird nur sehr, sehr selektiv eingestellt, die Prozesse sind sehr, sehr lang und die Anforderungsprofile sind sehr, sehr eng“, erläutert Riske. In der Vergangenheit hätten die Aktien- und die Arbeitsmärkte enger korreliert. Dort habe mittlerweile eine Abkoppelung stattgefunden. Allerdings würde bei schwächeren Kursen der Druck auf den Personalabbau stärker ausfallen. Mit der Aktienhausse würde die Stimmung erst allmählich steigen. „Es wird einfach noch dauern, bis all die Krisenmeldungen aus der Vergangenheit verdaut sind“, prophezeit Riske.

Etwas optimistischer ist der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Carsten Kröhl von Heads! in Frankfurt. „Der Markt zieht insgesamt wieder merklich an und die Einstellungsbereitschaft der Kunden steigt“, erzählt Kröhl. Durch die gute Performance der Aktienmärkte steigen auch die Assets under Management, an denen sich die Erträge der Fondsgesellschaften bemessen. „Das sorgt für Stabilität und macht den Weg für Neueinstellungen frei, die schon länger geplant sind“, ergänzt Kröhl. Gesucht würden vor allem Spezialisten für Institutional Sales über sämtliche Assetklassen hinweg. Laut Kröhl kommt dem psychologischen Faktor eine entscheidende Rolle zu: „Wenn die Nervosität verschwindet, wirkt sich das positiv auf Beschäftigung aus. Wir glauben, dass sich der Arbeitsmarkt noch spürbar erholen wird.“

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