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Commerzbank gibt klein bei: Investmentbanker erhalten trotz Milliardenverlusts Millionenboni

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104 Investmentbanker der ehemaligen Dresdner Bank dürfen sich teilweise über Millionenboni freuen. Denn nachdem ein Londoner Berufungsgericht den Einspruch der Commerzbank gegen die Zahlung von 52 Mio. Euro ablehnte, gibt jetzt auch die teilverstaatlichte Bank klein bei. „Wir wollen dieses schwierige Kapitel, das viel über die früheren Fehlentwicklungen im Investmentbanking aussagt, nun abschließen, um unseren Blick auf neue Herausforderungen richten zu können“, sagte eine Commerzbank-Sprecherin am heutigen Freitag (3. Mai). Die Erfolgsaussichten sehe das Institut als gering an. Dennoch halte die Bank die Streichung der Zusagen immer noch für richtig.

So hatte die Dresdner Bank im Zuge der Übernahme durch die Commerzbank ihren Investmentbankern mündlich u.a. Halteboni von insgesamt 400 Mio. Euro versprochen, damit diese nicht abspringen. Nachdem Dresdner Kleinwort in 2008 einen Verlust von 6,5 Mrd. Euro einfuhr, hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing die Bonuszusagen wieder gestrichen.

Das Erstaunliche an dem Vorgang: Normalerweise gilt das Arbeitsrecht in Deutschland als deutlich arbeitnehmerfreundlicher als das britische Recht. Doch während das Bundesarbeitsgericht und Gerichte in Italien und Japan der Position der Commerzbank weitgehend folgten, fällte der Londoner High Court eine Entscheidung zugunsten der Investmentbanker. Im Mai 2012 hatte Richter Robert Owen der Commerzbank sogar vorgeworfen, die vertraglichen der Rechte Mitarbeiter auf dem „Altar der öffentlichen Meinung“ geopfert zu haben. Die Mehrheit der klagenden Investmentbanker verfügte indes über englische Arbeitsverträge. Vor einigen Tagen hat auch das Londoner Berufungsgericht einen Einspruch der Commerzbank zurückgewiesen.

Insgesamt kommen auf die Commerzbank durch Zinsen und Prozesskosten jetzt Ausgaben von rund 70 Mio. Euro zu. 23 Banker erhalten eine Nachzahlung von über 500.000 Euro und acht sogar mehr als 1 Mio. Euro. Spitzenreiter ist der Händler von Schwellenlandderivaten Jonathan Powell mit einem Anspruch von 1,7 Mio. Euro. Powell arbeitet derzeit bei Goldman Sachs. Die Liste der 23 Spitzenverdiener finden Sie hier.

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