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Am Ende erwischt es auch den Branchenprimus: Deutsche Bank setzt 500 Investmentbanker vor die Tür

Während vor allem angelsächsische und Schweizer Institute bereits in den zurückliegenden Wochen ihr Investmentbanking zusammenstrichen, zeigte sich die Deutsche Bank als Fels in der Brandung. So erwies sich der Bereich Corporate Banking & Securities, der Kern des Investmentbankings, mit einem Vorsteuergewinn von 982 Mio. Euro im zweiten Quartal noch als vergleichsweise stabil. Auch die Kostenertragsquote von 71 Prozent blieb noch im Rahmen.

Doch im dritten Quartal lief es offensichtlich in der Sparte derart schlecht, dass sich die Deutsche Bank am heutigen Dienstag (4. Oktober) bezwungen sah, Märkte und Mitarbeiter mit einer Gewinnwarnung zu schockieren.

Bei einer Investorenkonferenz in London kassierte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann die ambitionierten Gewinnziele von 10 Mrd. Euro für das laufende Jahr. Aufgrund der anhaltenden Staatsschuldenkrise und wachsender Unsicherheit unter den Marktteilnehmern seien Handelsvolumen und Erträge geringer ausgefallen als erwartet, was vor allem den Bereich Corporate Banking & Securities betreffe.

Überdies müsse der Branchenprimus weitere 250 Mio. Euro auf seine griechischen Staatsanleihen abschreiben – nach bereits 155 Mio. Euro im vorangehenden Quartal.

“Als Antwort auf die signifikante und unverminderte Verlangsamung der Kundenaktivitäten zieht die Deutsche Bank eine zusätzliche Kostenredzurierung über die bereits umgesetzten Maßnahmen als Teil der Neustrukturierung ihrer Corporate & Investment Bank in Betracht. Die führt zu einem Personalabbau von rund 500 Stellen in Corporate Banking & Markets während des vierten Quartals 2011 und des ersten Quartals 2012”, hieß von der Deutschen Bank. Dabei dürfte es die Mitarbeiter nur wenig trösten, dass “vornehmlich” die Standorte außerhalb Deutschlands betroffen sein werden.

Ende des zweiten Quartals beschäftigte die Deutsche Bank in Corporates & Markets noch 10.554 Mitarbeiter, womit jetzt etwa 4,7 Prozent der Beschäftigten den Laufpass erhalten.

Kommentare (2)

Comments
  1. tja, auch die Deutsche muss dran glauben. Die Zeiten des Ibankings sind definitv vorbei…

  2. Leider ist es immer wieder die traurige Wahrheit: Um Shareholder Value zu generieren engariert, sich die Deutsche Bank pseudomäßig an sozialen Projekten und predigt soziale Verantwortung. Allerdings stellt sich die Frage: Ist es soziale Verantwortung Leute zu entlassen und dennoch (vielleicht nicht ganz) 10 Mrd. Gewinn zu machen. Sollte man nicht eher gegen eine solche Heuchelei vorgehen?

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