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Von wegen Personalabbau: UBS schafft neue Stellen im Wealth und Asset Management

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Auch die UBS konnte mit einem Vorsteuergewinn von 1,447 Mrd. Franken ein überraschend gutes Ergebnis vorlegen; es fällt jedoch um 8 Prozent schlechter als im Vorjahreszeitraum aus. Von dem Geldsegen generierte das vielkritisierte Investmentbanking allerdings allein 977 Mio. Franken oder rund zwei Drittel, wie aus den am heutigen Dienstag (30. April) vorgelegten Zahlen für das erste Quartal hervorgeht.

Auf dem ersten Blick scheint die UBS auch beim Personalabbau voranzukommen. Allein seit Jahresbeginn hat die Bank 846 Stellen gestrichen; binnen Jahresfrist summiert sich das Minus sogar auf 2461 Arbeitsplätze. Angesichts des angekündigten Wegfalls von bis zu 10.000 Stellen befindet sich die UBS bei der Restrukturierung noch am Anfang.

Erstaunlich ist indes, dass die UBS auch in einigen Teilbereichen auf Wachstumskurs ist und sogar zusätzliche Stellen schafft. So legte die Mitarbeiterzahl im Wealth Management um 300 auf 16.512 Beschäftigte zu. Allerdings entfallen hiervor laut dem Quartalsbericht rund 250 auf eine Verschiebung innerhalb des Konzerns. In Wealth Management Americas wurden sogar 179 Stellen für neue Kundenberater geschaffen. Auch das Asset Management konnte sich über 20 zusätzliche Stellen in den Wachstumssegmenten freuen.

Dagegen kreist über dem Investmentbanking der Rotstift. Seit Jahresbeginn sind hier 1051 und binnen Jahresfrist sogar 1891 Stellen weggefallen. Doch auch hier scheint das Minus bei näherer Betrachtung nicht ganz so schlimm auszufallen. Denn laut dem Quartalsbericht wurden seit Jahresbeginn rund 650 Stellen in andere Bereiche der Bank verschoben, weshalb das tatsächliche Minus bei nur knapp 400 Stellen liegt.

Obgleich die verwalteten Kundenvermögen seit Jahresbeginn um 12 Prozent auf 1012 Mrd. Franken zulegten, fiel das Ergebnis im Wealth Management mit einem Vorsteuergewinn von 664 Mio. Franken ernüchternd aus. Dies stellt ein Minus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar. Allerdings liegt die Aufwands-Ertrags-Quote immer noch bei guten 65,9 Prozent.  Die Bruttomarge lag bei 91 Basispunkten. Für jeden ihrer Mitarbeiter ließ der Schweizer Bankenriese knapp 51.000 Franken springen.

Im Wealth Management Americas verzeichnete die UBS mit einem Vorsteuergewinn von 234 Mio. Franken sogar ein Rekordergebnis. Dies stellt gegenüber dem ersten Quartal 2012 ein Plus von 22 Prozent dar.  Die Aufwands-Ertrags-Quote verbesserte sich leicht auf 85,5 Prozent und die Bruttomarge lag bei 80 Basispunkten. Mit diesen Werten kann das Amerikageschäft indes nicht mit dem übrigen Wealth Management-Geschäft mithalten.  Ganz anders bei den Gehältern: Für jeden Mitarbeiter jenseits des Atlantiks ließ die UBS fast 69.000 Franken springen, rund 18.000 mehr als für die übrigen Beschäftigten im Wealth Management.

Obgleich sich die Ergebnisse wieder sehen lassen können, kennt die UBS im Investmentbanking keinen Spaß. Hier ließ die Bank für jeden Mitarbeiter nur noch knapp 101.000 Franken springen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch fast 124.000 Franken gewesen. Folglich müssen die Mitarbeiter Abschläge von 19 Prozent verkraften. Kein Wunder, dass sich die Aufwands-Ertrags-Quote deutlich von 77,8 auf 64,8 Prozent verbesserte.

Dagegen verlief das Geschäft im Asset Management vergleichsweise unspektakulär. Trotz boomender Aktienmärkte legte der Vorsteuergewinn lediglich marginal auf 211 Mio. Franken zu. Die Aufwands-Ertrags-Quote verbesserte sich leicht auf 63,2 Prozent. Unter dem Strich ließ die UBS für jeden Asset Management-Mitarbeiter 55.500 Euro springen, was exakt auf Vorjahresniveau liegt.

Im Schweizer Filialgeschäft purzelte der Vorsteuergewinn um 48 Prozent auf 348 Mio. Franken. Dennoch fällt die Aufwands-Ertrags-Quote mit 61,2 Prozent noch recht respektabel aus. Für jeden Mitarbeiter in der Sparte Retail & Corporate zahlte die UBS gut 39.000 Franken.

Trotz des ansehnlichen Ergebnisses wollte UBS-Chef Sergio Ermotti keine Luftsprünge vollführen: „Es ist noch zu früh, um zu jubeln. Doch wir haben gezeigt, dass unser Geschäftsmodell in der Praxis funktioniert. Obwohl sich die Märkte erholten, waren wir nach wie vor mit Herausforderungen konfrontiert. Daher bin ich mit unserer Performance sehr zufrieden.”

Interessant ist übrigens auch die folgende Grafik aus der Quartalszahlen-Präsentation. Denn hier schlüsselt die UBS auf, in welchen Bereichen die Mitarbeiter im Corporate Center beschäftig sind. So zählt die UBS über 1200 HR-Mitarbeiter (!) und über 1300 Risikomanager.

 

Quelle: UBS-Präsentation zum ersten Quartal.

Quelle: UBS-Präsentation zum ersten Quartal.

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