☰ Menu eFinancialCareers

Nach Ablehnung der Berufung: Welche ehemaligen Dresdner Bank-Mitarbeiter mit über 500.000 Euro rechnen dürfen

euros

Mit der Berufung gegen die Auszahlung der umstrittenen Boni an die gute 100 ehemaligen DresdnerKleinwort-Mitarbeiter ist die Commerzbank jetzt vor einem Londoner Gericht gescheitert Damit sind auch 23 ehemalige Dresdner Bank-Mitarbeiter der Nachzahlungen von Boni in Höhe von mindestens 500.000 Euro pro Kopf einen gewaltigen Schritt nähergekommen. Acht von ihnen wollen sogar mehr als 1 Mio. Euro einstreichen.

Demnach habe die Dresdner Bank nach der Übernahme durch die Commerzbank in 2008 Mitarbeitern Bleibeboni zugesagt, wenn diese das fusionierte Institut nicht verließen. Dagegen vertritt die Commerzbank den Standpunkt, dass die Zusage nicht rechtlich bindend gewesen sei. Denn es gab eine Klausel, wonach die Boni bei einem Einbruch von Erträgen und Gewinnen entfielen. Die Commerzbank erlitt schließlich Milliardenverluste und der Steuerzahler musste einspringen.

Die Dresdner Bank-Mitarbeiter bestanden unterdessen auf der Auszahlung der Boni. Ähnlich sahen dies die Richter. Demnach habe es „überwältigende Beweise“ dafür gegeben, dass die Bonuszusagen rechtlich bindend gewesen seien.

Doch laut dem Arbeitsrechts-Anwalt Andreas White von der Kanzlei Kingsley Napley könnte dies noch nicht das Ende der rechtlichen Auseinandersetzung darstellen. „Aufgrund der riesigen Summe, die auf dem Spiel steht, ist die Commerzbank gezwungen, den Supreme Court anzurufen“, sagt White.

Die folgende Liste enthält die Namen von 23 ehemaligen Mitarbeitern der Dresdner Bank, die mit den erklecklichen Summen rechnen können. Doch zumindest für einen möglichen Empfänger kommt der Gerichtsentscheid bereits zu spät. Paul Kozary erlag im Januar einem Krebsleiden.

Paul Kozary war Managing director bei der Dresdner Bank und sollte 531.000 Euro erhalten. Kozary wechselte zu Stormharbour, wo er für die Region Mittlerer Osten arbeitete. Schon bei der Commerzbank bzw. Dresdner Bank war er Head of structured solutions sales für den Mittleren Osten.

Martin Ryan arbeitete als Trader für die Dresdner Bank und beansprucht 540.000 Euro. Zunächst ist Ryan bis 2011 zu TD Securities gewechselt, wo er bis 2011 blieb. Seither findet sich kein Eintrag mehr im Register der britischen Aufsicht FSA.

Richard Denuit war ebenfalls Managing director bei der Dresdner Bank und beansprucht 540.000 Euro. Seit 2009 findet sich sein Name nicht mehr im FSA-Register.

Oliver Sopps Aufgaben bei der Dresdner Bank sind unklar. Sopp will 585 Mio. Euro haben. Im Juni vergangenen Jahres heuerte er bei der ANZ Banking Group in London an.

Ioannis Askitoglou war Head of developping markets bei der Dresdner Bank und beansprucht 603.000 Euro. Bis 2011 arbeitete Askitoglou bei Goldman Sachs. Anschließend verliert sich die Spur zumindest im FSA-Register.

Oliver Wulff war Managing director im Bereich Aktienderivate-Sales und beansprucht 630.000 Euro. Er verließ die Bank in 2012.

Oliver Scott-Simons‘ Aufgabengebiet bei der Dresdner Bank bleibt unklar; er soll aber 630.000 Euro erhalten. Nach einer Zwischenstation bei Standard Chartered arbeitet er mittlerweile bei Barclays.

Paul Moore war Global head of local market trading und beansprucht 652.500 Euro. Nach einer Station bei Barclays ist Moore jetzt für die ANZ Banking Group in London tätig.

Mustafa Abbas war Head of emerging markets sales Europe und beansprucht ebenfalls 652.500 Euro. Nach einigen Jahren bei BNP Paribas wechselte er im Januar zum Vermögensverwalter Cerno Capital Partners.

Matthew Thorne war Kundenberater in Corporate Finance und will 675.000 Euro haben. Seit 2009 findet sich kein Eintrag mehr im FSA-Register.

Andy Sacre beansprucht 675.000 Euro und arbeitet heute bei der Société Générale.

Stephen Coles war Managing director bei der Dresdner Bank und will 675.000 Euro kassieren. Zunächst ging er zu Kleinwort Benson, wo er 2011 ausschied.

Evan Kleinberg beansprucht 675.000 Euro und wechselte zu Credit Agricole und ANZ, wo er immer Dezember 2011 ausschied.

Clive Tucker handelte mit Zinsderivaten für die Dresdner Bank und beansprucht 742.500 Euro. Tucker heuerte bei der Royal Bank of Canada in 2010 an, wo er mit exotischen Zinsderivaten handelt.

Robin Gray, Director im Investmentbanking, will ebenfalls 742.500 Euro erhalten. Seit seinem Ausscheiden bei der Dresdner Bank/Commerzbank in 2009 findet sich kein Eintrag mehr im FSA-Register.

Richard Attrill, Global head of foreign exchange trading, beansprucht  778.500 Euro. 2009 fing er bei der Westpac Banking Corporation an.

Matthieu Robert, Head of inflation trading, will 1 Mio. Euro einstreichen. Nach seinem Ausscheiden bei der Dresdner Bank findet sich kein Eintrag mehr im FSA-Register.

Sergio Pagani leitete den Energiehandel bei der Dresdner Bank und beansprucht 1,1 Mio. Euro. Nach einer Zwischenstation bei ANZ ging Pagani zu Mitsubishi UFJ. Seit 2012 verliert sich seine Spur im FSA-Register.

Dominic Yip, Devisenhändler, will 1,2 Mio. Euro erhalten und ging es zunächst zu Citi, wo er im Juli 2012 ausschied.

Amir Berberian will 1,3 Mio. Euro kassieren. Berberian wechselte zur UBS und anschließend bis März 2013 zur ANZ.

Steven Garrett, Managing director and global head of interest rate options bei der Dresdner Bank beansprucht 1,4 Mio. Euro. Im Januar heuerte Garrett bei der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria an.

Ian Robertson, Global head of foreign exchange options, will 1,5 Mio. Euro haben. Robertson ging zunächst zu State Street, wo er bereits im Juli 2010 wieder ausschied.

Jeremy Thomas beansprucht 1,6 Mio. Euro. Nachdem sein Name einige Jahre nicht im FSA-Register auftauchte, hat Thomas zwischen Januar und März 2012 bei EQI Asset Management angeheuert.

Jonathan Powell, Senior emerging markets options trader, will schließlich 1,7 Mio. Euro einstreichen. Nach einer Station bei Barclays hat er im September bei Goldman Sachs angefangen.

Ähnliche Artikel:

Liste der Dresdner Kleinwort-Banker: Was sie forderten, wo sie jetzt arbeiten und wer immer noch bei der Commerzbank ist

EXKLUSIV: Das angebliche Bonusversprechen an die Dresdner Investmentbanker im Wortlaut

Commerzbank: Prozess um gestrichene Millionen-Boni für 104 Investmentbanker beginnt

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier