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GASTKOMMENTAR: Wie Sie sich reicher und glücklicher in den Ruhestand verabschieden als Geraint Anderson

Dieser Text bezieht sich auf den Gastkommentar von Cityboy Geraint Anderson über die Frage, wie viel Geld für den vorgezogenen Ruhestand erforderlich ist.

Ich arbeite für einen Millionär, was nicht gerade unüblich für jemanden ist, der in den Finanzdienstleistungen arbeitet. Was ich an meinem Chef liebe – abgesehen von seinem schmutzigen Humor – ist seine Lebensphilosophie und seine Einstellung zu der Frage, wie viel Geld man für einen behaglichen Ruhestand braucht.

David (nicht sein richtiger Name) ist glücklich, denn er arbeitet tatsächlich, um zu leben und nicht umgekehrt. Er verfügt über ein großes Haus im südlicheren Europa, ein weiteres in den USA und ein drittes in einem wohlbetuchten Stadtteil Londons, wo er mit seiner Familie lebt.

David hat niemals im Investmentbanking gearbeitet, was jedoch nicht bedeutet, er würde nicht auch hart arbeiten. Eine seiner beliebtesten Schlachtengeschichten, die nicht um den Londoner Stripclubkönig Stringfellow kreist, besteht darin, wie er ein hart erarbeitetes Geschäft schaukeln konnte. Als die Sonne über dem Londoner Fleischmarkt Smithfields aufging, suchte er dort mit seinem gesamten Team sein bevorzugtes Steakhouse auf und vertilgte eine kleine Kuh, wobei unnötig zu sagen ist, dass er kein Fliegengewicht ist.

Anstatt sich in einer Investmentbank abzurackern, trat David einem kleinen Unternehmen bei und wuchs mit ihm bis zum Höhepunkt der Kreditbooms. Zu diesem Zeitpunkt zog er sich zeitweilig aus dem Geschäft zurück. Während der schmerzvollsten Phase der Finanzkrise spielte er Golf, ging auf die Jagd oder spazieren mit seinem Hund.

Außerdem konzentrierte er all seine Energie auf sein eigenes Investmentportfolio. Anstatt sein Vermögen (das nicht in seinen Immobilien gebunden war) in Anlagefonds zu stopfen, spürte er interessante und steueroptimierte Anlagegelegenheiten auf wie z.B. einen Pool von Filmlizenzen. Er machte sich darüber lustig, dass ihm ein neuerer und berüchtigter Horrorstreifen alljährlich zehntausende Pfund einbringe und zwar steuerfrei, obgleich er den Film niemals gesehen habe.

Worin unterscheidet sich diese Einstellung von Geraint Anderson? Nun gut, mein Chef entschied sich zu arbeiten – er liebt es, sein eigenes Unternehmen mit Büros, einer Website und eigenem Briefpapier zu besitzen. Ich denke, es gibt ihm tatsächlich einen Kick, sein eigenes Geschäft zu haben und sein eigener Herr zu sein.

Da er keine Hypotheken abzahlen muss und die Kinder erwachsen sind, muss er sicherlich nie mehr arbeiten. Doch noch wichtiger ist, dass er immer liquide ist. Er kümmert sich nicht um 25 Pfund, die pro Jahr hier und dort aufzutreiben sind. Überdies machte er das Spiel länger mit und wartete solange, bis sein Nettovermögen deutlich über den 2,5 Mio. Pfund lag, wie es Geraint Anderson anstrebte.

Ich denke, das liegt daran, dass er immer zu arbeiten liebte und immer noch liebt. Seine Karriere hat so gar nichts von einem Gefangenenlager an sich; es gibt auch keinen Countdown der verbleibenden Jahre. Und es ist offensichtlich, dass er liebt, was er macht. Vielleicht liegt dies daran, dass er anders als Mr. Anderson sein Geld mit eigenen Investments verdiente und nicht Kunden erzählte, was sie mit ihrem Geld anzustellen hätten.

Die Moral von der Geschichte: arbeite länger, aber finde einen Job in der Londoner City, der Dir wirklich gefällt – das macht die Sache erträglich. Und investiere weise und nicht, indem Du den Job an andere delegierst. Jeder halbwegs vernünftige in der Londoner City weiß, dass das Bauernfängerei ist.

Der Autor arbeitete früher in der Unternehmensfinanzierung und verließ das Investmentbanking für einen Job in Private Equity.

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