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Recruiter nicht mehr gefragt? Immer mehr Arbeitgeber heuern direkt an

Headhunters and recruiters: fading out in the future?

Immer häufiger sparen sich Banken die Kosten für Headhunter. Ein Beispiel für diesen Trend stellt die UBS dar. Als die Schweizer Großbank im vergangenen Monat ihren Geschäftsbericht vorlegte, wurde bekannt, dass das Institut in 2012 nur noch 10 Prozent der zu besetzen Stellen über Headhunter vergeben hat. In 2011 waren es noch 16 Prozent gewesen. Auch beim Wechsel des renommierten M&A-Spezialisten William Vereker von Nomura zur UBS war angeblich kein Headhunter im Spiel. Die UBS wollte hierzu keine Stellungnahme abgeben. Doch bei dem Schweizer Bankenriesen handelt es sich mitnichten um das einzige Institut, das verstärkt direkt einstellt. Beim jüngsten eFinancialCareers-Roundtable für Banken in London gaben die Heads of Recruitments an, 70 bis 75 Prozent der Stellen selbst zu besetzen.

Doch welche Folgen hat dieser Trend für Recruitment-Unternehmen und Headhunter? Keine Frage, dass dies dort auf wenig Freude stößt. Nachdem z.B. die PageGroup als Eigentümer des Recruitment-Unternehmens Michael Page ihre Ergebnisse für das erste Quartal verkündete, gab der Aktienkurs um fast 7 Prozent nach. Allein in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika verringerte sich der Bruttogewinn um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Unterdessen setzt das Recruitment-Unternehmen Robert Walters seine Diversifizierung fort und entfernt sich damit sukzessive von seinen Wurzeln im Bankgeschäft. Mittlerweile werden 85 Prozent des Umsatzes außerhalb der Finanzdienstleistungen erzielt. Auch die ersten Adressen unter den Headhuntern haben zu kämpfen. So purzelten die weltweiten Erträge von Heidrick & Struggles im vierten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent. Für die enttäuschenden Zahlen machte Heidrick & Struggles-Chef Kevin Kelly das „herausfordernde wirtschaftliche Umfeld und geringere Abschlüsse“ verantwortlich.

Laut Inhouse-Recruitern sind die Banken immer seltener gewillt, die sogenannten „Retainer“ zu bezahlen, wobei Headhunter bereits vor der Präsentation geeigneter Kandidaten eine Gebühr einstreichen. „Wir bieten immer noch Retainer an, aber wir spielen dabei nur noch bei einem von etwa drei Kandidaten mit“, erzählte ein Head of Recruitment beim eFinancialCareers-Roundtable. In der Vergangenheit hätten Banken für sämtliche Suchaufträge Retainer vergeben. Laut dem Chef eines Recruitment-Unternehmens machen Retainer rund ein Drittel der gesamten Vermittlungsgebühren aus, wobei sich die Höhe der Provision an der gesamten Jahresvergütung eines Kandidaten bemisst.

Wieso Kandidaten durch eine Vermittlung durch einen Recruiter besser fahren könnten

Doch die Recruitment-Unternehmen lassen die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Laut Senior Recruitern von Selby Jennings und Michael Page gäbe es viele gute Gründe, wieso sich Kandidaten über Recruiter bewerben sollten. Dazu gehören:

1. Auf sich allein gelassen können Kandidaten verloren sein

„Kandidaten verfügen oft über ein verzerrtes Bild des Marktes, das auf Hörensagen, falschen Rat oder begrenzten Erfahrungen beruht“, sagt Managing Director Steve Yendell vom Recruitmentunternehmen Selby Jennings in London. „Mit  einem spezialisierten Recruiter zusammenzuarbeiten, gibt dem Kandidaten einen unparteiischen Überblick über den Markt und eine objektive Analyse von bestimmten Karriereschritten im Hinblick auf die angestrebte Karriere.“

2. Einige Banken heuern nur über Recruiter an

Laut David Leithead, Managing Director von Michael Page Financial Services, betreiben einige Banken „ein beträchtliches Direktrecruitment“, während andere dies „nahezu gar nicht“ betreiben.

Daher warnt Leithead: Jobsuchende, die eine Zusammenarbeit mit einem Recruiter scheuen, berauben sich selbst einiger Optionen. Allerdings wollte Leithead nicht verraten, welche Banken sich lieber auf Recruiter verlassen.

3. Ohne Recruiter müssen Sie Ihr Gehalt selbst aushandeln

Die meisten Bewerber hegen „eine starke Abneigung“, ihr eigenes Gehaltspaket auszuhandeln, sagt Leithead. Falls Sie einen Recruiter hinzuziehen, dann müssten Sie sich selbst nicht mit diesem Problem abplagen. Denn die Recruiter böten den Kandidaten eine „entscheidende Unterstützung beim Aushandeln eines fairen Vergütungspakets“, sagt auch Yendell.

4. Recruitmentunternehmen bieten Ihnen den raschen Zugriff auf unzählige Jobs

Falls Sie sich bei einem Recruiter vorstellen und sich nicht direkt bewerben, erhalten Sie den Zugang zu einem breiteren Spektrum an Arbeitgebern.

„Recruiter bieten den Kandidaten ein weitaus breiteres Chancenspektrum“, betont Yendell. „Sobald sich jemand nach Chancen umschaut, will er nahezu immer mehr als eine Option in Betracht ziehen und genau das ermöglichen ihm Recruitment-Unternehmen“, sagt Leithead.

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