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JP Morgan: Wieso alle Investmentbanken genauso schlecht wie BNP Paribas zahlen sollten

Wenn es nach den Bankenanalysten von JP Morgan geht, dann besitzt BNP Paribas das beste Vergütungsmodell in der gesamten Investmentbanking-Branche. Die französische Großbank sei „Klassenbester bei den Vergütungssystemen der Tier II Investmentbanken“, heißt es in einer jetzt vorgelegten Studie von JP Morgan.

Die Analysten loben die Franzosen für den geringen Anteil der Boni an der Gesamtvergütung. So belief sich der Anteil der Festgehälter in ihrem Corporate and Investment Banking (CIB) im vergangenen Jahr auf stolze 84 Prozent, womit wenig Spielraum für Boni bleibt. Seit 2010 seien die Boni bei BNP Paribas um 25 Prozent heruntergefahren worden und sämtliche Kosten für die angesammelten Bonusansprüche wären bereits erfolgswirksam verbucht. Dennoch belief sich die Vergütungsquote (Compensation Ratio) auf gerade einmal 40,5 Prozent und war damit eine der niedrigsten der Branche. BNP Paribas war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Während BNP Paribas den Inbegriff einer maßvollen Vergütung darstellt, kann dies von der Credit Suisse kaum behauptet werden. Laut den JP Morgan-Analysten schiebe die Schweizer Großbank aufgeschobene Bonusansprüche vor sich her, die immer noch nicht verbucht worden seien.

Allein die Vergütungen im Fixed Income-Geschäft beliefen sich auf 45 Prozent der gesamten Personalaufwendungen im Investmentbanking und die aufgeschobenen Boni auf immerhin ein Drittel der Gesamtaufwendungen. Laut den JP Morgan-Analysten dürften die Schweizer um einen weiteren Arbeitsplatzabbau kaum herumkommen. So beschäftige das Credit Suisse-Investmentbanking in 2012 rund 19.800 Mitarbeiter und damit fast genauso viel wie Goldman Sachs. Dabei generierten die Schweizer jedoch nur zwei Drittel der Erträge der US-Investmentbank.

Doch die Übernahme des Vergütungsmodells der BNP Paribas dürfte so manchem Investmentbanker den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Denn die Franzosen sind ganz gewiss nicht für üppige Vergütungen bekannt. Laut den Zahlen von Emolument belegt BNP Paribas bei der Vergütung von Direktoren im Frontoffice nur den 13. von insgesamt 14 Plätzen; bei den Managing Directors landete das Institut auf dem siebten von acht Rängen. Diese Angaben wurden indes von der Bank nicht bestätigt und basieren auf nur einer kleinen Stichprobe.

Dennoch prahlt BNP Paribas gegenüber Investoren über ihre geringe Kostenbasis im Investmentbanking und ist ebenfalls dafür bekannt, rigide Rückforderungsmechanismen bei ihren aufgeschobenen Boni eingeführt zu haben.

Die JP Morgan-Analysten prophezeien sogar, dass BNP Paribas unter den europäischen Investmentbanken in 2015 am schlechtesten zahlen werde. Anders dagegen die Schweizer: Die UBS soll bei der Bezahlung ganz vorn liegen.

JPMorgan pay

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