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Blick ins Portemonnaie: Die spannendsten Fakten aus dem UBS-Vergütungsbericht

Schon bei der Vorlage der Geschäftszahlen haben UBS-Chef Sergio Ermotti und Finanzchef Tom Naratil den Bonuspool für 2012 bekanntgeben. Demnach sinkt die Summe der variablen Vergütungen um 7 Prozent auf 2,5 Mrd. Franken. Dennoch enthält der am heutigen Donnerstag (14. März) vorgelegte Geschäftsbericht für das vergangene Jahr höchst interessante Details zu den Vergütungen. Konkret:

1. Fast 9000 Mitarbeiter erhalten einen Donut als Bonus

Unsere angelsächsischen Zeitgenossen sprechen von einem Donut-Bonus, wenn die betreffenden Banker bei der variablen Vergütung leer ausgehen. Dieses Schicksal scheint in 2012 etwa 8837 Mitarbeiter ereilt zu haben. Denn insgesamt beschäftigte der Finanzriese im abgelaufenen Jahr 62.628 Mitarbeiter. Von dem Pool der leistungsabhängigen Vergütungen profitieren aber lediglich 46.732 Beschäftigte. Hinzu kommen noch die 7059 Finanzberater aus dem Wealth Management Americas, die aus einem speziellen Topf vergütet werden. Der Rest scheint leer auszugehen.

2. Bonusempfänger streichen durchschnittlich 36.900 Franken ein

Exakt beläuft sich der Bonuspool auf 2,522 Mrd. Franken. Allerdings vergibt die UBS lediglich 1,724 Mrd. Franken an „leistungsabhängigen Zuteilungen“ an die 46.732 Empfänger. Damit streicht jeder Empfänger durchschnittlich einen Bonus von 36.891 Franken ein. Darüber hinaus schüttet die UBS 402 Mio. Franken als „übrige variable Vergütungen“ aus, die mithin nicht leistungsabhängig sind. Darunter sind u.a. Ersatzzahlungen für neueingestellte Mitarbeiter zu verstehen, deren Bonusansprüche bei ihrem alten Arbeitgeber abgegolten wurden. Die restlichen 374 Mio. des Bonuspools dürfte auf die separate Vergütung der 7059 amerikanischen Finanzberater entfallen.

3. Bei der UBS gibt es immer noch Antritts- und Bindungsboni

Die Minder-Initiative sieht vor, dass Antrittsboni und goldene Handschläge in Zukunft zu unterbleiben haben. Allerdings unterliegen der „Abzocker-Initiative“ lediglich die Mitglieder von Geschäftsführung, Verwaltungsrat und Beirat. Für die übrigen Beschäftigten sind derartige Prämien also auch in Zukunft zulässig.

So hat die UBS im vergangenen Jahr 182 Empfängern Antrittsboni in Höhe von 17 Mio. Franken – oder 93.400 Franken pro Kopf gewährt. Garantiboni in Höhe von 40 Mio. Euro wurden 68 Personen gezahlt, die sich also über durchschnittlich gut 588.200 Franken freuen durften. Hierzu heißt es im Geschäftsbericht: „In sehr seltenen Fällen können Garantien erforderlich sein, um Mitarbeiter mit besonderen Fähigkeiten zu gewinnen.“ Die Ersatzzahlungen beliefen sich 96 Mio. Franken an 203 Personen, womit jeder Empfänger durchschnittlich 472.900 Franken erhielt.

4. Wer bei der UBS vor die Tür gesetzt, wird kann mit einer Abfindung von 137.400 Franken rechnen

UBS-Chef Sergio Ermotti hat im vergangenen Jahr die Axt beherzt an den Mitarbeiterstamm gelegt. Entsprechend tief musste die Bank für Abfindungszahlungen in die Tasche greifen. Insgesamt ließ das Institut 319 Mio. Franken für 2321 geschasste Mitarbeiter springen. Jeder Betroffene erhielt durchschnittlich also eine Abfindung von gut 137.400 Franken.

5. Gratisaktien für Mitarbeiter

Für Mitarbeiter unterhalb der Managing Director-Ebene hält die UBS eine spezielle Wohltat bereit: Bei einem Mitarbeiter-Aktienbeteiligungsprogramm, dem „Equity Plus Plan“, können die Beschäftigten für bis zu 30 Prozent ihres Grundgehalts und für bis zu 35 Prozent ihrer Boni UBS-Aktien kaufen. Der Clou dabei: „Die Mitarbeiter können die UBS-Aktien zum Marktpreis kaufen und erhalten für je drei über das Programm erworbene Aktien eine gratis.“ Diese Aktien müssen allerdings drei Jahre lang gehalten werden.

6. Was Key Risk Taker kassieren

Banken sind dazu verpflichtet, die Vergütungen von Mitarbeitern zu veröffentlichen, die eine besondere Verantwortung für die Gewinne und Risiken tragen. Die UBS weist 501 dieser „Key Risk Taker“ aus. Jeder von ihnen kassierte im abgelaufenen Jahr durchschnittlich 1,58 Mio. Franken, wovon gut 435.000 auf das Grundgehalt und weitere rund 1,14 Mio. Franken auf Boni entfielen. Das Verhältnis von Gehalt zu Bonus betrug also etwa 1:2,6. Damit liegt die UBS leicht über dem geplanten EU-Bonuscap von gut 1:2, was vor allem Londoner Mitarbeiter betreffen dürfte.

7. Mehr als 6300 Mitarbeiter verdienen über 250.000 Franken im Jahr

Bei der UBS werden Teile des Bonus zeitverzögert ausbezahlt, wenn die Mitarbeiter eine Gesamtvergütung von 250.000 Franken oder US-Dollar einstreichen. Hiervon sind über 6300 Mitarbeiter oder mehr als 10 Prozent der Belegschaft betroffen. Damit scheint das Vergütungsniveau bei der UBS immer noch empfindlich oberhalb der Realwirtschaft zu liegen.

8. Bruttojahresgehalt liegt durchschnittlich bei 108.800 Franken

Für 2012 weist die UBS einen Personalaufwand von insgesamt 12,67 Mrd. Franken aus, hierin sind neben den Gehältern und Boni auch Abfindungszahlungen sowie Sozialleistungen enthalten. Für die Grundgehälter ließ der Bankenriese indes nur 6,817 Mrd. Franken springen. Das Bruttojahresgehalt pro Kopf in 2012 betrug also 108.800 Franken.

Quelle: UBS-Geschäftsbericht 2012

Quelle: UBS-Geschäftsbericht 2012

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