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Lebensweisheiten einer Heuschrecke: Die besten Zitate von Florian Homm

Dies ist kein Foto von Florian Homm.

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Der Mann hat Geschmack: Unter den Gemälden Botticellis, Da Vincis und Michelangelos in den Uffizien in Florenz ließ sich der flüchtige Finanzspekulant Florian Homm am Freitagmittag von der italienischen Polizei festnehmen. Das FBI hatte den italienischen Behörden einen heißen Tipp gegeben.

In der vergangenen Woche war Homm nach einer fünfjährigen Flucht vor der US-Justiz noch unbehelligt von der deutschen Polizei aus einem ZDF-Fernsehstudio spaziert. Derweil wartet der 53jährige Zweimetermann in einem italienischen Gefängnis auf seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten.

Die US-Behörden werfen Homm vor, Anleger unrechtmäßig um mindestens 200 Mio. Dollar u.a. mit auf den Cayman Inseln registrierten Hedgefonds erleichtert zu haben. Im schlimmsten Fall drohen Homm 75 Jahre Haft in den Vereinigten Staaten. Noch im November hatte Homm anlässlich des Erscheinens seines Buches: „Kopf, Geld, Jagd“ mehrere Interviews unter konspirativen Bedingungen gegeben. Wir haben die erschütterndsten und lehrreichsten Zitate herausgesucht:

Financial Times Deutschland (7. November 2012)

„Erstens haben wir nicht nur schlechte Sachen gemacht. 80 Prozent waren gut. Zweitens: Ja, vom Saulus zum Paulus. Da bin ich nicht der Erste.“

„Wenn ich nicht mindestens zweimal in der Woche in die Kirche gehe, fühle ich mich schlecht.“

„Ich habe mir mal in Ruhe überlegt, was für einen Mist ich die ganze Zeit über getrieben habe. Ich war stinkreich, hatte alles, was man als Stinkreicher so hat: Villen, Flugzeug, Privatzoo, Jacht, alles. Aber ich wusste nichts damit anzufangen. Ich habe mich nach zwei Jahrzehnten gelangweilt und furchtbar leer gefühlt.“

„Von den Leuten, mit denen ich damals in Harvard studiert habe, wollten fast alle ins Investmentbanking, in die Unternehmensberatung oder in die Hedge-Fonds-Branche. Auf jeden Fall wollten sie alle möglichst rasch ihr persönlicher Einkommen maximieren und sonst nicht viel. Eine ganze Generation ziemlich intelligenter Leute. Eigentlich ist das ziemlich traurig.“

Stern (7. November 2012)

„Gerüchte über meinen Tod sind etwas verfrüht.“

„Ich war seelisch und moralisch verloren. Ich musste abhauen.“

„Ich bin nicht vor dem Gesetz weggelaufen.“

„Ich musste selber erfahren, dass 400 oder 500 Mio. auf der Bank nicht das Gelbe vom Ei sind.“

„Gier ist nicht geil.“

„Ich war während der letzten Jahre meiner Finanzkarriere nur noch ein Automat, eine primitive Geldmaschine.“

„Bei der ausschließlichen Jagd nach Geld schrumpft der Charakter.“

Spiegel Online (8. November 2012)

„Je mehr Geld Sie haben, desto mehr schotten Sie sich ab. In den vergangenen Jahren habe ich auch andere Seiten kennengelernt. Ich habe in Hotels gewohnt für 13 Dollar pro Nacht, ich war in den Achselhöhlen der Welt. Das hat mich mehr erfüllt als die 2000-Euro-Suite im Ritz. Früher steckte ich in einem endlosen Sandkastenspiel mit den anderen Vollidioten, die Flugzeuge und Boote verglichen haben. Da musste sogar die die Klobürste einen Markennamen haben und 300 Euro kosten. Das war peinlich.“

„Ich habe drei Jahrzehnte lang 90 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet, das entspricht ungefähr 90 Jahren Berufserfahrung – die prägt leider.“

„Ich sehe das heute eher so, dass ich viel Zeit verloren habe in meinem Leben. Es gibt viele Dinge im Leben, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe: Was ist denn eine Vaterschaft? Was bedeutet das Wort Reue? Das sind Dimensionen des Daseins, mit denen ich mich früher nie beschäftigt habe.“

„Meine Skrupel waren total unterentwickelt. Und Skrupel schaden ja auch der Gewinnmaximierung. Beim Versuch, schnell ein Vermögen zu schaffen, habe ich sicherlich viele Menschen verletzt. Meine Kinder hatten keinen Vater – die hatten einen Treuhandfonds. Das ist auch nicht der beste Ersatz.“

„Ich wünsche niemanden, einen Monat lang mein Leben zu führen. Dann müsste er sich nämlich freiwillig in der Nervenheilanstalt melden.“

New York Times (16. November 2012)

„Ich denke, dass meine Geschichte wirklich ein hard-core Weckruf ist.“

„Ich war die Heuschrecke Nummer 1.“

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