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Geht der Boom in der Consultingbranche weiter? Welche Profile gesucht werden

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Die Consulting-Branche in Deutschland hangelt sich von einem Rekord zum nächsten. Laut der jetzt vorgelegten Studie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2012/13“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater kletterte der Branchenumsatz im abgelaufenen Jahr um 8 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro, womit sich die Erträge in den zurückliegenden zehn Jahren nahezu verdoppelten.

Von dem Geldsegen entfallen 24,4 Prozent oder 5,44 Mrd. Euro allein auf die Beratung von Finanzdienstleistern. Und der Trend scheint ungebrochen, denn laut der BDU-Umfrage rechnen die Beratungen für 2013 mit einem Wachstum des Auftragsvolumens von Finanzdienstleistern um 7,2 Prozent. Demnach soll der Umsatz mit Banken um 7,7 und mit Versicherungen um 6,6 Prozent zulegen.

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Für den Boom ist dabei ausgerechnet die Finanzkrise verantwortlich. „Durch die geplanten, verschärften Anforderungen und Vorgaben der Politik entsteht ein großer Beratungsbedarf. Das Risikomanagement muss optimiert werden und eine bessere Liquiditätssicherung mit erhöhten Eigenkapitalquoten erzielt werden“, heißt es vom BDU. Überdies müssten auch die Geschäftsmodelle der Banken überdacht  werden. „Während in anderen Branchen digitale Technologien, mobile Kommunikationsformen und soziale Netzwerke längst zu weitreichenden Umwälzungen geführt haben, steht die Finanzdienstleistungsbranche eher noch am Anfang“, ergänzt der BDU.

Consultants mit einschlägiger Expertise sind heiß begehrt

Dies beflügelt auch die Nachfrage nach Consultants mit einschlägiger Expertise. „Da stellen wir eine starke Nachfrage fest – besonders natürlich im regulatorischen Umfeld. Gesucht werden Personen, die sich mit Basel III und den Minimum Requirements for Risk Management (MaRisk) auskennen“, beobachtet Headhunter Raphael Rosenfeld von Talentspy in München. Dagegen habe sich die Nachfrage nach Quantitative Risk Managern etwas gelegt – gute Leute seien aber immer noch gefragt.

Aufgrund des Wachstums drängen neue Unternehmen ins Geschäft. „Die klassischen Strategieberatungen haben das Feld für sich entdeckt“, sagt Rosenfeld. Dabei gehe es u.a. um das Risikomanagement und die Gesamtbanksteuerung. Neue Player würden breit aufbauen. „Wir haben in der Vergangenheit ganze Teams vermittelt, so dass der Kunde gleich eine schlagkräftige Truppe integrieren konnte“, erläutert Rosenfeld. Team-Moves seien mittlerweile salonfähig geworden.

Auch Banker haben Chancen

Laut Rosenfeld seien „durch die Bank“ sämtliche Senioritätslevel gefragt. Üblicherweise brächten die Kandidaten ein wirtschaftswissenschaftliches, mathematisch-naturwissenschaftliches oder ein Informatikstudium sowie einige Jahre Berufserfahrung in einem Beratungsunternehmen mit.

Auch Kandidaten aus den Banken hätten durchaus Chancen in der Beratungsbranche. „Jüngere Banker mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung haben kein Problem“, sagt Rosenfeld. Auch Seniorkräfte mit einem guten Netzwerk seien gefragt. Dagegen falle Bankern aus der mittleren Hierarchie ein Wechsel schwieriger. Das Beratungsgeschäft sei projektgetrieben und erfordere ein Netzwerk. Dies brächte diese Kandidatengruppe oft nicht mit, obgleich die fachliche Ausbildung bei Banken gut ausfalle.

Eine gewisse Beruhigung ist erkennbar

Dagegen beobachtet Headhunter Aleksander Montalbetti, der bei Indigo Headhunters in Frankfurt auf die Consulting-Branche spezialisiert ist, eine gewisse Abflachung bei der Nachfrage. „Die Consulting-Unternehmen haben in den vergangenen beiden Jahren viele Mitarbeiter eingestellt und jetzt setzt eine leichte Beruhigung ein“, sagt Montalbetti.

Die Auftragslage der Beratungsunternehmen im Bankensektor scheint schwächer zu werden, was sich nachteilig auf die Beschäftigung auswirke. „Die grossen Strategie- und Managementberatungen stellen nur noch selektiv erfahrene Berater ein, die sie aufgrund ihrer Fach- und Branchenkompetenz für bestimmte Aufträge benötigen“, ergänzt Montalbetti. Da die Mandate üblicherweise in der ersten Jahreshälfte vergeben werden, ließe sich ein Trend aber erst Ende des zweiten Quartals  genauer erkennen.

Versicherungsberater und Wirtschaftsprüfer besonders gesucht

Dennoch gebe es immer noch begehrte Profile. „Berater, die den Versicherungsbereich betreuen, sind nach wie vor  sehr gefragt“, sagt Montalbetti. Die Nachfrage aus der Wirtschaftsprüfung sei ebenfalls stabil. „Geprüft wird immer“, betont Montalbetti. Darüber hinaus würden sich die großen Wirtschaftsberatungen gegenseitig Großaufträge abjagen. „Wenn eine Prüfungsgesellschaft zwei oder drei große Prüfungsmandate gewinnt, dann entsteht dort auch ein großer Personalbedarf“, erläutert der Headhunter.

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