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Fünf Jahre aus dem Arbeitsmarkt? Bei Goldman Sachs haben Sie dennoch Chancen

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Vielleicht haben Sie der Branche vor Jahren den Rücken gekehrt – der Kinder wegen oder wegen der Finanzkrise. Nachdem Sie Ihre Batterien wieder aufgeladen haben, wollen Sie jetzt eine Rückkehr wagen. Also entstauben Sie Ihren Lebenslauf und schrauben Ihre Erwartungen herunter. Denn aufgrund der Finanzkrise und der rasanten Weiterentwicklung von Technologien und Regulierungen rechnen Sie sich keine Chancen bei den prestigeträchtigen Adressen der Branche aus

Doch dabei urteilen Sie womöglich vorschnell. So erlaubt ein Programm von Goldman Sachs Ihnen, rasch bis zum Vice President aufzusteigen. „Goldman‘s Returnship Program“ aus dem Jahr 2008 ermöglichst es Ihnen, Ihre Kompetenzen auf Vordermann zu bringen und sich auszuprobieren. Leider ist das Programm auf New York, New Jersey sowie auf Bangalore in Indien beschränkt, wo 50 bis 60 Prozent der Rückkehrer in Vollzeitjobs arbeiten. Wer indes nach dem Programm nicht übernommen wird, hat wichtige Kompetenzen erworben, die es ihm ermöglichen, andere Jobs an der Wall Street zu finden, sagen Führungskräfte von der Bank. Das Programm steht Interessenten offen, die sich mindestens zwei Jahre nicht auf dem Arbeitsmarkt befanden – eingeschlossen ehemaliger Goldman Sachs-Mitarbeiter?

Wie das Programm ausgestaltet ist

Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, heuert Goldman Sachs nicht jedermann von der Straße an. Vielmehr werden talentierte Führungskräfte gesucht, die ihre Stelle aus eigenem Entschluss aufgaben – aus welchen Gründen auch immer. Laut dem Manager der Returnship Programms Galit Pearlman sieht Goldman Sachs hierin eine Chance, einen ansonsten versteckten Talentpool anzugraben.  Ähnlich wie ein Praktikum ermöglicht das zehnwöchige Programm Taining on the job, wobei Mentoren helfen. Darüber hinaus stellt dies eine Möglichkeit zum Networking dar. Dabei handle es sich um eine Vollzeitbeschäftigung, die auch entsprechend vergütet werde. „Die Rückkehrer haben richtige Jobs, in richtigen Teams und mit echten Verantwortlichkeiten“, erläutert Pearlman. Dabei variieren die Größen der Rückkehrer-Teams je nach Bedarf. So nehmen im laufenden Jahr 19 Teilnehmer an dem Programm in New York und New Jersey teil. Es begann Mitte Januar und endet somit im März.

Die Teilnehmer werden unterdessen den Abteilungen zugeteilt, die Bedarf an Talenten anmelden und arbeiten unter Führungskräften, die sowohl als Vorgesetzte als auch als Mentoren wirken. Bei den meisten Teilnehmern handelte es sich in der Vergangenheit um Frauen, obgleich das Programm auch Männern offensteht.

Wenn die Rückkehrer nicht an konkreten Projekten mitarbeiten, dann nehmen sie an Workshops teil, lernen Excel oder neue Softwarepakete, wie sie heute an der Wall Street in Gebrauch sind. „Wir wissen, dass wir nicht einfach Leute einstellen und an einen Desk setzen können“, sagt Tami Rosen, der HR Chef der Investment Managing Division, der auch als Senior Sponsor des Programms fungiert. „Die Leute verändern sich, die Technik verändert sich, also müssen wir den Leuten die Kompetenzen vermitteln, um erfolgreich zu sein.“

Wie sich neue Karrierewege eröffnen

Von den Rückkehrern wird nicht erwartet, an ihren früheren Karriereweg anzuknüpfen. Vielmehr gewährt Goldman Sachs Zugang zu neuen Gebieten in Finance, wo das vorhandene Skillset angepasst werden kann.

„Das Schöne an dem Programm besteht darin, dass es Leuten mit einem großartigen Background und Führungseigenschaften die Chance bietet, in das Arbeitsleben zurückzukehren und übertragbare Kompetenzen zu erwerben, dass ihnen einen flüssige Karriere in anderen Bereichen ermöglicht“, sagt Rosen.

Laut Pearlman müssen die Teilnehmer nicht unbedingt über einen Hintergrund in Finance verfügen. So können Leute, die früher einen Job mit Kundenumgang hatten, ihre Kompetenzen z.B. an Jobs in Produkt- oder Projektmanagement anpassen. So haben mehrere ehemalige Goldman Sachs-Mitarbeiter das Programm genutzt, um Stellen in Abteilungen zu erhalten, in denen sie zuvor nicht gearbeitet haben.

Derzeit arbeiten Rückkehrer beispielsweise als Business Analysts, Compensation Analysts, Trading Assistants, Sales- und Marketingspezialisten.

Um in das Programm zu gelangen, sind Kontakte im Unternehmen sehr hilfreich. Denn laut Rosen handelt es sich bei den Empfehlungen von Goldman Sachs-Mitarbeitern um die beste Quelle von Kandidaten, und das Unternehmen muss hierfür keine Gebühren zahlen.

Vom Rückkehrer zum Vice President

Die Rückkehrerin Elyse Goodman, 43, hat fast zwei Jahrzehnte lang im Wealth Management bei Lehman Brothers und Morgan Stanley gearbeitet. Goodman hat ihre Karriere als Finanzplanerin in 2009 unterbrochen, um mehr Zeit für ihren Ehemann und ihre zwei Kinder zu haben, die jetzt 15 und 12 Jahre alt sind. „Ich habe 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche gearbeitet“, erzählt Goodman.

Nachdem ihre Kinder 18 Monate lang zu Ganztagsschulen gingen, juckte es sie, wieder zu arbeiten, aber sie wollte nicht ins Wealth Management zurückkehren. Von einem Freund bei Goldman Sachs hörte sie von dem Rückkehrprogramm und bewarb sich. „Sie gehen ein Risiko ein, wenn sie ausscheiden. Desto länger sie sich außerhalb des Arbeitsmarktes befinden, desto schwerer fällt eine Rückkehr, weil sich  die Märkte verändern“, sagt Goodman. „Doch zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen, ihre Geschichte zu erzählen und festzustellen, dass ihre Kompetenzen immer noch von Wert sind und dass Sie sie immer noch nutzen können, war sehr aufregend.“

Goodman wurde in das Programm im September 2010 aufgenommen und fand ihren Weg zurück – und zwar in den Kundenservice, wo sie zum Vice President aufgestiegen ist. Sie findet die neue Abteilung strategischer und dynamischer. So managt sie Kundenbeziehungen, Produkte und Abläufe.

Vertrauen aufbauen

Neben dem Aufbau neuer Kompetenzen und eines Netzwerks von Leuten mit ähnlichen Erfahrungen ist für Goodman das wiedergefundene Selbstvertrauen entscheidend gewesen. So erläutert Hallie Crawford, die als Karrierecoach in Atlanta tätig ist, dass oftmals ein Mangel an Selbstvertrauen die Betroffenen von einer Rückkehr in den Arbeitsmarkt abhält. „Sie schätzen ihre Kompetenzen und Berufserfahrungen als zu gering ein“, sagt Crawford. „Oftmals handelt es sich um eine psychologische Barriere, die sie überwinden müssen.“

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