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Schlechte Bonusaussichten: Bei der Deutschen Bank ist nicht einmal mehr der Kaffee gratis

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Die 25.000 außertariflichen Mitarbeiter der Deutschen Bank zwischen Nordsee und Allgäu müssen in diesem Jahr wohl auf eine Gehaltserhöhung verzichten. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) am heutigen Mittwoch (30. Januar). „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine Nullrunde gegeben hat“, wird ein Arbeitnehmervertreter zitiert.

Das prekäre dabei: Die Nullrunde stellt auch ein schlechtes Omen für die diesjährige Bonushöhe dar. „Die Töpfe hängen zusammen. Wenn es schon keine Gehaltssteigerung gibt, braucht man sich bei den Boni nicht viel erwarten“, ergänzt der Arbeitnehmervertreter.

Die Vorgesetzten seien angewiesen worden, in den Teams eine „Normalverteilung“ einzuhalten. Dadurch könnten Vorgesetzte in das Dilemma geraten, gute Mitarbeiter schlecht bewerten zu müssen, um die Vorgaben einzuhalten.

Das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen scheinen dabei sogar auf Kleinigkeiten zu achten, um die angepeilten Einsparungen von 4,5 Mrd. Euro jährlich zu erreichen. So werde in den Besprechungen kein Kaffee mehr gereicht. Laut der SZ fragen sich schon einige Beschäftigte, auf wie viel Kaffee sie verzichten müssten, um die Kosten des Rechtstreits mit den Kirch-Erben zu bestreiten. Auch die Ausgaben für Fortbildungen, Geschäftsreisen und Dienstwagen seien zusammengestrichen worden.

Headhunter: Bonusthema spielt nur noch untergeordnete Rolle

Unterdessen berichtet Executive Search-Experte Andreas Krischke von Indigo Headhunters, dass das Bonusthema im Vergleich zu den Vorjahren stark an Bedeutung verloren habe. „Alle wissen, dass der Bonus nicht toll ausfällt. Viele sind schon froh, wenn ihr Job sicher ist“, erzählt Krischke.

Dagegen hätten Kandidaten und Kunden in der Vergangenheit regelmäßig vor der Bonussaison bei Indio Headhunters angefragt, wie denn die Boni in der Branche ausfielen „Das war dieses Jahr selten der Fall“, ergänzt Krischke. Selbst im Krisenjahr 2009 habe es mehr derartige Anfragen gegeben.

Der Headhunter rechnet weiterhin nicht damit, dass die Mitarbeiter die Deutsche Bank aus Enttäuschung wegen eines niedrigen Bonus scharenweise verlassen würden. „Die Deutsche Bank würde diesen Schritt nicht machen, wenn sie eine Abwanderung erwarten würde“, sagt Krischke. Der deutsche Branchenprimus geht offenbar davon aus, dass auch bei den Wettbewerbern ähnliche Enttäuschungen drohen.

Die Nullrunde bei den Mitarbeitern lässt jedenfalls für die Ergebnisse des vierten Quartals nichts Gutes erwarten. Die Deutsche Bank wird am morgigen Donnerstag (31. Januar) ihre Geschäftszahlen für 2012 vorlegen. Die von Reuter befragten Analysten rechnen für das vierte Quartal lediglich mit einem Minigewinn von 100 Mio. Euro. Am Donnerstagnachmittag will das Institut die Mitarbeiter über die Maßnahme unterrichten.

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