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DER MBA-BEWERBER: Wieso man den GMAT nicht unterschätzen sollte

GMAT

Unser neuer Gastautor strebt einen MBA an einer der Top-Business Schools in den USA an. Doch die Bewerbung um einen der begehrten Plätze gleicht einem Marathon von 16 Monaten. Auf eFinancialCareers berichtet der MBA-Bewerber von seinen Erfahrungen.

Eine kleine Gruppe versammelte sich an einem trüben Samstagmorgen in einen kleinen Raum in Frankfurt. Hier ging es um den GMAT, für mich gleichzeitig der schwere Stein auf meiner Seele und eventuell auch der Stein, den ich in die Tür zu einem guten MBA-Programm legen kann.

Die Idee ist ganz einfach: Zuerst wird ein GMAT auf Papier geschrieben (wieder einmal). Danach gibt es eine Lehrstunde, in der der Dozent vorstellt, wie die Fragen gelöst werden sollten. Das hört sich doch gut an!

Wie immer wundert es mich, wie wenige Bewerber wirklich an solchen Veranstaltungen teilnehmen und wie wenige sich für einen MBA außerhalb von Europa interessieren. Insgesamt sind wir nur sechs Leute, wovon nur ein anderer auch in die USA, an eine meiner Zielschulen will.

Als ich aber die ersten Fragen des Mock-GMAT hinter mir habe, geht es mir gar nicht mehr so gut. Irgendwie sind die nicht so schön einfach wie die aus meinem Vorbereitungsbuch. Im Buch bin ich nun durch den sprachlichen Teil des GMAT durch. Ich hatte mehr als 70 Prozent nach etwas Training richtig und fühlte mich schon wie ein GMAT-Superman! Was dieser leicht grummelige Dozent aber hier veranstaltet, ist weniger schön. Ich fühle mich, wie wenn man mir gerade ein bibeldickes GMAT-Vorbereitungsbuch über den Kopf gezogen hätte!

Nach etwa einer Stunde gebe ich meine Unterlagen ab und weiß jetzt schon, dass es nicht gut war. In der Lösungsstunde gibt es dann die Bestätigung: 30 Prozent richtig. Das reicht höchstens für ein müdes Lächeln, aber keine Zusage von einer guten Schule. Was war passiert?

Die Lösung ist relativ einfach. Wie ich bereits erklärte, ist der GMAT ein adaptiver Test und mein angehender GMAT-Coach hat einfach die Fragen der „höheren Gewichtsklassen“ genommen. Somit verstehe ich jetzt, was am GMAT so schwer ist! Man bereitet sich mit den Büchern auf die leichten Fragen vor, bekommt aber nur die gewünschten „vielen“ Punkte über schwere Fragen, die man vorher noch nie gesehen hat. Das bringt mein Ego zurück auf Normal-Null und ich bin mir auch ziemlich sicher, mit diesem Coach hier ein gutes GMAT-Ergebnis erzielen zu können.

Natürlich gibt es hinterher auch noch ein paar Einzelgespräche, bei denen sich herausstellt, dass der grummelnde Herr vor mir nicht nur der Gründer des Unternehmens ist. Er hat sogar einen PhD und einen Master von Harvard.

Da ich Herrn Grummel meine Ziele nun erkläre, legt er hier ganz einfach vor mir aus, dass meine Liste von Zielschulen doch … sagen wir … verbesserungswürdig ist. Wir sprechen ca. 30 Minuten und dann ist meine Schulliste ziemlich durcheinander gewirbelt. Rückblickend hat mir das Gespräch aber sehr geholfen, mir mehr Klarheit zu verschaffen, auch wenn die GMAT-Klatsche noch bis heute nachwirkt.

Merke: Die Bewerbung für den MBA ist ein Marathon. Da der GMAT meist am Anfang liegt, beginnt der Marathon gleich mal mit einem steilen Anstieg!

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