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Lohnt es sich, für die Zürcher Kantonalbank zu arbeiten?

Die ZKB in Zürich.

Die ZKB in Zürich.

Kaum eine Bank in der Schweiz verfolgt eine derart ambitionierte Wachstumspolitik wie die Zürcher Kantonalbank (ZKB). So ist die Mitarbeiterzahl zwischen Ende 2005 bis Ende Juni 2012 um stolze 20 Prozent auf 5138 Beschäftigte gestiegen. Dabei ist die Bank in Geschäftsbereiche wie das Investmentbanking vorgestoßen, die von den Kantonalbanken üblicherweise nicht abgedeckt werden.

Expansion jenseits der Kantonsgrenzen geplant

Doch dies scheint der ZKB nicht genug zu sein. So hat das Institut vor einigen Tagen beim Kanton beantragt, dass Dotationskapital um 2 Mrd. auf 4,5 Mrd. Franken zu erhöhen. Denn nur auf diese Weise kann das Institut trotz der strengeren Eigenkapitalvorschriften weiterhin kräftig Neugeschäft einwerben.

Darüber hinaus scheint der ZKB der Kanton Zürich nicht mehr genug zu sein: „Der Geschäftsbereich der Zürcher Kantonalbank umfasst in erster Linie den Wirtschaftsraum Zürich. Das Wachstum allein auf den Kanton Zürich zu beschränken, birgt jedoch ein geografisches Klumpenrisiko.“  Diese Fessel will das Institut jetzt loswerden, weshalb es eine weitere Änderung des ZKB-Gesetzes beantragt. „Die gesetzliche Änderung soll der Bank zudem ermöglichen, auch physisch in Form von rechtlich und organisatorisch unselbständigen Zweigniederlassungen außerhalb der Kantonsgrenzen präsent zu sein“, heißt es von der ZKB weiter.

Schon heute Spitze in Equity Capital Markets

Der Expansionskurs scheint sich auszuzahlen. So hat die ZKB laut ihrem jüngsten IPO-Newsletter in 2011/12 von den 110 Eigenkapitalmarkttransaktionen der an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen 32 durchgeführt. Damit konnte sich das Institut sogar vor die Credit Suisse mit 30 und die UBS mit 22 Transaktionen schieben.

Auch beim Research kann sich die ZKB sehen lassen. So deckt die Bank 121 Unternehmen ab, womit sie sich lediglich Vontobel mit 137 Unternehmen geschlagen geben muss. Dennoch rangiert sie damit weit vor der UBS mit 84 und der Credit Suisse mit 63 Unternehmen

Vergütungen gleichen sich an UBS und Credit Suisse an

Damit scheint die ZKB eine gute Adresse für Bewerbungen darzustellen. Doch lohnt es sich überhaupt, für die Kantonalbank zu arbeiten? Falls man sich die Vergütungen der ZKB aus 2011 ansieht, scheinen daran Zweifel zu bestehen. Denn der Personalaufwand pro Kopf belief sich gerade einmal auf durchschnittlich 171.000 Franken. Damit liegt das Institut deutlich hinter den beiden Platzhirschen Credit Suisse mit 265.000 und UBS mit 241.000 Franken.

„Vor einigen Jahren hinkte die ZKB bei den Gehältern hinter UBS und Credit Suisse her. Heute ist die ZKB jedoch bei der Bezahlung insgesamt sehr guter Durchschnitt“, sagt Headhunter Stefan Bächer von Gugenbühl, Bächer, Niederer & Partner in Zürich. Man dürfe nicht vergessen, dass die ZKB eine der wenigen Banken mit AAA-Rating ist und daher eine relativ hohe Jobsicherheit biete.

Dennoch können die Vergütungen bei der ZKB punktuell deutlich besser ausfallen. „In den letzten Jahren haben sich die Vergütungen bei der ZKB in bestimmten Bereichen an die Großen angeglichen. Für Topleute zahlen sie genauso viel wie UBS und Credit Suisse“, ergänzt Bächer. Er habe von Fällen gehört, wo das Institut – ungefragt – die Festgehälter erhöht habe, um die Mitarbeiter an sich zu binden.

Headhunter Philip Buis von Jauch Associates in Zürich beobachtet unterdessen, wie sich die ZKB bei ihrem Vorstoß ins Investmentbanking am Talentpool der großen Investmentbanken bedient. „Durch den Personalabbau im Investmentbanking geraten auch die Kompensationen unter Druck. Davon profitiert die ZKB“, ergänzt der Experte. Dennoch gebe es keine Schnäppchen. „Für Spitzenleute muss die ZKB wie UBS und Credit Suisse marktübliche Vergütungen zahlen. Talente bekommt man nicht umsonst“, betont Buis.

Quelle: Halbjahresbericht. Zahlen für 2012 per 30. Juni.

Quelle: Halbjahresbericht. Zahlen für 2012 per 30. Juni.

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