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Neues von der Bonusfront: Wieso Goldmänner lachen und CS-Banker weinen sollten

Die Bonussaison steht an und viele Banker schauen mit Sorge auf die wahrscheinlich fallenden Vergütungen. Doch die einzelnen Institute scheinen mit den gleichen Realitäten recht unterschiedlich umzugehen. Besonders kreativ zeigt sich wieder einmal Goldman Sachs.

Wieso Goldmänner lachen…

Denn normalerweise werden die Boni in der Londoner City in Februar und März überwiesen. Doch laut der Financial Timmes will Goldman Sachs in diesem Jahr die Auszahlung auf nach den 6. April verschieben. Die Spitzenverdiener unter den Bankern dürfte dies erfreuen. Denn anders als in Deutschland ist auf der Insel das Fiskaljahr nicht etwa mit dem Kalenderjahr identisch. Vielmehr endet das Steuerjahr Anfang April.

Die Auszahlung der Goldman-Boni würde also in das neue Fiskaljahr fallen, in dem neue Steuergesetze gelten. So hatte die Tory-geführte Regierung Großbritanniens trotz des horrenden Haushaltsdefizits durchgesetzt, dass der Spitzensteuersatz ab 150.000 Pfund von 50 auf nur noch 45 Prozent abgesenkt wird. Folglich müssen die Londoner Goldman Sachs-Mitarbeiter durch die Verschiebung des Auszahlungszeitpunkts weniger an den Fiskus überweisen.

Ein ähnliches Kunststück ist den gewieften Steuerexperten der Bank bereits in den USA gelungen. Dort hatten sich Demokraten und Republikaner zu Jahreswechsel auf einen kleinen Kompromiss geeinigt, der eine Anhebung der Steuern für Jahresgehälter von über 400.000 US-Dollar vorsieht. Um dies zu umgehen, hatte die US-Investmentbank schnell noch die Boni für das abgelaufene Jahr am 31. Dezember überwiesen. Damit scheinen die Investmentbanker an beiden Finanzhubs diesseits und jenseits des Atlantiks vor lästigen Steuererhebungen verschont zu bleiben. Laut einem Unternehmenssprecher würden die Mitarbeiter Ende Januar über die Höhe ihres Bonus informiert.

Allerdings bleibt es zweifelhaft, ob viele Banken in London Goldmans Vorbild folgen werden. „Ich denke nicht, dass viele Banken – wenn überhaupt – ihre Bonusauszahlungen verschieben werden“, sagte Deloitte-Partner Bill Cohen. Denn die Ängste über den Reputationsschaden wären einfach zu groß.

… und CS-Banker weinen

Dagegen werden die schwächeren Geschäfte bei der Credit Suisse in 2012 anscheinend weniger steueroptimiert auf die Portemonnaies der Mitarbeiter durchschlagen. Laut einem Bericht des „Sonntag“ soll der Bonuspool von 2,9 Mrd. Franken im Vorjahr auf nur noch 2,3 Mrd. in 2013 zusammengestrichen werden – ein Minus von rund 20 Prozent. Der Anteil des Private Bankings belaufe sich indes nur auf 400 Mio. bis 500 Mio. Franken – das Gros dürfte also wiederum den angelsächsischen Investmentbankern vorbehalten bleiben.

Dennoch haben sich die Zeiten gegenüber 2009 gravierend gewandelt. Damals strichen die Mitarbeiter noch variable Vergütungen von insgesamt 7 Mrd. Franken ein. Aber es könnte noch schlechter kommen: Laut dem „Sonntag“ wird auch für das neue Jahr, obgleich es kaum begonnen hat, mit einem weiteren Absinken gerechnet.

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