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„Die fetten Jahre sind vorbei“: Auf wie viel Geld die Investmentbanker der Deutschen Bank verzichten müssen

Der „Dolf-Day“ dürfte dieses Jahr seinem traurigen Namen alle Ehre machen. An diesem „Day of long faces“ erfahren die Banker, welchen Bonus sie für das abgelaufene Jahr erhalten werden. Laut einem Bericht des Spiegels müssen zumindest die Investmentbanker der Deutschen Bank mit einem Minus von 15 bis 20 Prozent rechnen. Doch auch bei anderen Sparten der Bank – wie im Filialgeschäft – soll die variable Vergütung sinken. „Der Bonustopf wird kleiner, die fetten Jahre sind vorbei“, zitiert der Spiegel Arbeitnehmerkreise.

Dabei mussten die Beschäftigten des Branchenprimus laut dem Vergütungsbericht für 2011 bereits im Vorjahr ein kräftiges Minus auf dem Gehaltskonto verkraften. So sank der Bonuspool in 2011 konzernweit um 17,6 Prozent auf 3,515 Mrd. Euro, wovon allein 78 Prozent oder 2,725 Mrd. Euro auf das Corporate and Investment Banking entfielen.

Laut dem Vergütungsbericht für 2011 beschäftigte die Bank im CIB zu Ende 2011 insgesamt 39.930 Mitarbeiter. Mithin strich jeder CIB-Mitarbeiter für 2011 durchschnittlich rein rechnerisch einen Bonus 68.244 Euro ein. Bei einer Kürzung um 15 bis 20 Prozent, müsste also jeder CIB-Mitarbeiter auf 10.236 bis 13.650 Euro verzichten. Da in den Mitarbeiterzahlen jedoch sowohl die unterstützenden Funktionen als auch das Global Transaction Banking enthalten sind, dürften die Einbußen im eigentlichen Investmentbanking noch deutlich höher ausfallen.

Quelle: Vergütungsbericht 2011 der Deutschen Bank

Quelle: Vergütungsbericht 2011 der Deutschen Bank

Bei der endgültigen Höhe der Boni für 2012 will indes auch die kürzlich eingerichtete fünfköpfige Vergütungskommission ein Wörtchen mitreden. Die Vorschläge des Gremiums unter Leitung des früheren BASF-Chefs Jürgen Hambrecht werden für Ende Januar erwartet. Allerdings sind die Ergebnisse für die Bank rechtlich nicht bindend; die Doppelspitze von Anshu Jain und Jürgen Fitschen dürfte sich indes über die Vorschläge der von ihr selbst eingesetzten Vergütungskommission kaum hinwegsetzen.

Unterdessen sorgt sich die Finanzaufsicht BaFin, ob die seit 2010 geltenden Vergütungsvorschriften auch von allen relevanten Banken umgesetzt wurden. Demnach müssen die variablen Vergütungen teilweise zeitverzögert und risikoadjustiert erfolgen. „Es ist wichtig, dass wir prüfen, wie die Banken den neuen Vorschriften für Vergütungssysteme nachkommen“, sagte Raimund Röseler von der BaFin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die strengen Vergütungsregeln gelten indes nur für Banken mit einer Bilanzsumme von 10 Mrd. Euro und mehr. Damit sind nur rund zwei Dutzend Banken in Deutschland von der Neuregelung betroffen.

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