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Sieben IT-Trends, die in 2013 neue Stellen bei Finanzdienstleistern schaffen

©istockphoto/NinaMalyna

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Zunehmende Regulierung und der allgemeine Druck auf eine verbesserte Effizienz werden auch in 2013 zu einer Abnahme der Jobs in Sales, Research und anderen Frontoffice-Bereichen führen. Doch für die IT-Supportfunktionen der Finanzdienstleistungen dürfte das neue Jahr bessere Karrierechancen bereithalten.

Laut David Easthope vom Consulting-Unternehmen Celent werde die Automatisierung der operativen Abläufe bei Banken weitergehen. „Wir denken, dass der Anteil an technologisch orientierten Jobs im Vergleich zu anderen (Sales, Research, Operations) tatsächlich ansteigen wird. Dies bedeutet das Financial Engineers, Quants, Entwickler und andere technisch begabte Leute stärker als andere gefragt sein dürften“, sagt Easthope. „Ein Teil des Jobs des Technologie-Personals wird darin bestehen, anderes Personal durch Automatisierung einzusparen und die Effizienz des gesamten Personals zu erhöhen.“

Doch abgesehen davon: Wir haben bei Experten nachgefragt, welche konkreten Trends in 2013 neue Jobs generieren werden:

1. Die Fixed Income-IT wird immer komplizierter

Wie schon die Aktienhändler in der Vergangenheit dürften auch die Fixed Income-Trader zunehmend von Maschinen ersetzt werden. So haben Goldman Sachs und Morgan Stanley bereits angedeutet, dass Programmierer und andere IT-Spezialisten abkommandiert werden, um neue Algorithmen zu entwickeln, die eine Verkleinerung der Trading-Teams erlauben.

Bereits im vergangenen Jahr haben sich auch die Neueinstellungen im Frontoffice vermehrt auf die Automatisierung des Fixed Income-Geschäftes konzentriert. Dieser Trend dürfte sich weiter beschleunigen. „Die Einführung von fortgeschrittenen Technologien im Fixed Income-Trading wird ein Schlüsselthema des Jahres 2013 sein“, ergänzt Easthope.

2. Investmentbanken entdecken die Cloud

Bislang zeigten sich die Investmentbanken im Cloud Computing eher zurückhaltend. Da die Banken Sicherheitsprobleme bei der Nutzung externer Dienstleister fürchteten, haben sie sich auf die Entwicklung eigener Clouds verlegt. Auch dieser Trend dürfte in 2013 weitergehen.

So hat Goldman Sachs im abgelaufenen Jahr in ihre interne Cloud investiert. Laut Stephen Nundy, Managing Director in Goldmans IT, werde der Einsatz des Cloud Computing „konzernweit“ erfolgen und „sicherlich weitergehen“.

3. Nearshoring wird sich beschleunigen

Im abgelaufenen Jahr haben UBS und Credit Suisse ihre Anstrengungen verstärkt, IT-Jobs an kostengünstigere Standorte wie ins polnischen Breslau (Credit Suisse) und nach Indien zu verlagern. Doch viele andere Banken bevorzugen es, wenn die IT näher an den Finanzzentren bleibt.

So hat Citi beispielsweise angekündigt, IT-Jobs aus dem Großraum London ins wesentlich kostengünstigere Belfast zu verlegen. Auf ganz ähnliche Weise beerdigt JP Morgan entsprechende Funktionen an der Themse, um sie in Glasgow oder Bournemouth wiederentstehen zu lassen.

„Die Banken versuchen ihre Kosten zu verringern, indem sie IT-Funktionen aus teuren Standorten wie London oder New York wegverlagern, doch dies muss nicht gleichbedeutend mit einem Umzug nach Osten sein“, erläutert Rebecca Healey vom Beratungsunternehmen TABB Group. „Bei IT-Funktionen ist das Nearshoring sinnvoller: Die Gemeinkosten sind niedriger, die Ressourcen günstiger und sie sind immer noch nah genug, um in ein Flugzeug zu springen, sobald etwas schieflaufen sollte.“

4. Steigende Regulierung erzwingt weitere IT-Investitionen

Die ständig zunehmende Regulierung verursacht den Banken nicht nur Compliance-Kopfschmerzen. Vielmehr frisst dieser Trend einen wachsenden Anteil der IT-Budgets auf. Mit der Regulierung steht die Banken-IT unter einem beträchtlichen Innovationsdruck.

„Die Regulierung befindet sich nicht länger auf den billigen Plätzen. Vielmehr handelt es sich um einen Haupttreiber bei den IT-Investments der Banken“, sagt Healey. „Die Banken müssen einen Weg finden, um in einem neuen regulatorischen Umfeld zurechtzukommen. Es handelt sich nicht lediglich um ein Problem des Backoffice, sondern es bedeutet, dass die Banken ihre Trading-Plattformen im gesamten Unternehmen optimieren müssen.“

„Marktstruktur, Liquidität und Eigenkapitalvorschriften stellen nicht allein Compliance-Kosten dar, sondern sie beeinflussen direkt die Wettbewerbsdynamik und das Risiko – mit einem unmittelbaren Einfluss auf die Gewinn und Verlustrechnung des gesamten Kapitalmarktgeschäfts“, ergänzt Easthope.

5. Banken haben endlich die Bedeutung der mobilen Technologien erkannt

Nach einem schwachen Start haben die Banken die Bedeutung von Smartphones und Tablets erkannt und bauen entsprechende Trading-Plattformen für Kunden für eine ganze Reihe von Anlageklassen auf und entwickeln nutzerfreundliche Apps für ihr Personal. Dies hat sich als Segen für entsprechende Profile erwiesen, die aus anderen Branchen für ein stattlicheres Gehalt zu Banken wechseln.

Dennoch stellt dies auch ein Problem für Banken dar. Wie lassen sich die Kosten für immer mehr solcher Geräte kompensieren und wie kann die Sicherheit gewährleistet bleiben, wenn immer mehr sich für ein iPhone oder andere Smartphones und gegen ein Blackberry entscheiden?

Laut Nundy von Goldman Sachs handle es sich bei „BYOD Bring Your Own Device“ um eines der großen Projekte für 2013, wobei die Bank ihren Mitarbeitern den Zugriff auf Unternehmensdateien von ihren eigenen Smartphones erlaubt. Falls sich dies in den Finanzdienstleistungen durchsetzen sollte, dürften auch andere Branchen rasch folgen.

6. Plattformen für den Handel mit verschiedenen Anlageklassen werden zunehmen

Als Teil des allgemeinen Trends zu einer verbesserten Effizienz müssen die Banken ihre zum Teil noch separaten Handelssysteme für einzelne Anlageklassen miteinander verbinden. Laut Healey sorge die derzeit verbreitete Silostruktur bei den Handelssystemen für mehr Fehler, geringere Transparenz und wachsende Kosten.

„Es herrscht ein Trend weg von den separaten Systemen, die zu Abstimmungsfehlern neigen, hin zu Multi-Asset-Class-Systemen, die die ganze Bandbreite des Tradings abdecken. Die althergebrachten Silosysteme gehen in ganzheitlichen Lösungen auf, die die Tradingprozesse vereinfachen“, erläutert Healey.

7. Die Open Source-Technologie wird sich weiterverbreiten

Wieso haben Banken so lange gebraucht, um sich auf Open Source-Software einzulassen? Dies dürfte an der Furcht liegen, dass sie dadurch ihren Wettbewerbsvorteil verlieren könnten, den sie sich durch ihre IT verschafft haben. Daher dürfte Open Source künftig überall dort eingesetzt werden, wo kostenpflichtige Software die Budgets auffrisst, ohne einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Easthope rechnet damit, dass Open Source verstärkt in einzelnen Bereichen wie dem Risikomanagement eingesetzt werde, wo die Technologie zunehmend standardisiert wird. „Die Margen sind für immer kleiner geworden und die Unternehmen suchen überall nach Einsparmöglichkeiten“, sagt Kirk Wylie Gründer und Geschäftsführer von OpenGamma. „Wir haben unsere Technologie so konzipiert, dass wir die Teile der Unternehmensinfrastruktur identifizieren, die keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen und doch wertvolle Entwicklungs- und Wartungsressourcen verschlingen, die für anderes besser genutzt werden könnten.“

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