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GASTKOMMENTAR: Wie Sie mit einem zu niedrigen Bonus umgehen

David N. Schwartz

Und wieder einmal nähert sich die Bonussaison – eine Zeit der Angst und Hoffnung. Einige Kollegen mögen sich vor Freude die Hände reiben, andere werden sich – unvermeidlich – über schlechte Nachrichten ärgern. Doch wie geht man mit schlechten Neuigkeiten um?

1. Nehmen Sie sich Zeit

Zunächst sollten Sie nichts überstürzen. Gleich wie schlecht die Nachricht auch ausfällt, das Beste ist, tief einzuatmen und zu signalisieren, dass Sie Zeit benötigen, um die Nachricht zu verarbeiten. Bitten Sie um ein eingehenderes Gespräch, sobald Sie ein wenig darüber nachdenken konnten. Und lassen Sie sich nicht von Ihrem Manager aus der Reserve locken, denn Sie sind wahrscheinlich nicht in der Lage, intelligent und konstruktiv zu reagieren.

2. Bewerten Sie Ihre Situation neu

Sie sollten nachhause gehen und darüber nachdenken, wieso Sie enttäuscht sind. Sind Ihre Erwartungen unrealistisch gewesen? Falls Sie davon überzeugt waren, dass sie realistisch waren, wieso wird Ihnen dann weniger zugestanden? Falls Sie bereits Ihre Leistungsbewertung hinter sich haben (denn es zählt zum guten Ton, die Leistungsbewertung vorher und unabhängig von der Vergütung zu besprechen) und die Ergebnisse nicht zu dem Bonus passen, dann haben Sie etwas zu diskutieren.

3. Prüfen Sie nach

Sie sollten einige Nachforschungen anstellen. Dabei können z.B. Headhunter helfen, denn ihnen sollte die Bandbreite der Vergütung Ihres Jobs und Ihrer Karrierestufe bekannt sein. Vielleicht können Sie dies auch konkret mit Ihren Kollegen checken, wobei Sie allerdings vorsichtig vorgehen sollten.

4. Suchen Sie das Gespräch

Falls Sie Ihre Hausaufgaben erledigt haben und sich immer noch gekränkt fühlen, dann sollten Sie ein Meeting ansetzen, um dies mit Ihrem Manager zu besprechen. Ein konstruktiver Versuch könnte darin bestehen, dass Sie ihm erzählen, dass Sie mit Ihrem Bonus unzufrieden sind, dass Sie im kommenden Jahr ein bestimmtes Ziel haben möchten, ob und wie Sie dieses Ziel erreichen können. Falls Ihr Ziel realistisch ist, dann sollten Sie Ihren Manager nach den Leistungskriterien fragen, die hierfür erforderlich sind. Falls Ihr Manager hingegen das Erreichen des Ziels für unrealistisch hält, dann handelt es sich ebenfalls um eine wichtige Information. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie Ihre Erwartungen zurückschrauben sollten oder sich nach einer neuen Position umsehen, wo eine größere Chance besteht, Ihre Ziele zu erreichen.

5. Gehen Sie

Im Grund geht es darum, sich Zeit zu nehmen, Ihre Hausaufgaben zu erledigen und realistisch in Hinsicht auf Ihre Vergütung zu sein. Falls dies alles der Fall sein sollte, Sie aber immer noch den Eindruck hegen, dass Ihre Arbeit unterschätzt wird, und sich auf absehbare Zeit nichts ändern wird, dann ist die Zeit gekommen, um zu prüfen, ob Ihre Arbeit von einem anderen Unternehmen nicht höher geschätzt wird.

David Schwartz ist Chef des Recruitmentunternehmens DN Schwartz & Co und war früher als Head of Recruitment bei Goldman Sachs tätig.

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