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Wie eine gekonnte Körpersprache Ihre Einstellungschancen erhöht

Diese Geste sollten Sie in einem Vorstellungsgespräch unterlassen (Foto: slworking2)

Diese Geste sollten Sie in einem Vorstellungsgespräch unterlassen (Foto: slworking2)

Falls Sie trotz eines Traumlebenslaufs wiederholt einen Körbe von Arbeitgebern erhalten, dann kann dies auch an einem ungeschickten Auftritt liegen. Denn die Körpersprache spielt bei einem Vorstellungsgespräch eine nicht zu unterschätzende Rolle. So kam eine grundlegende Studie über „nichtverbale Reize in einem Vorstellungsgespräch“, die bereits vor 30 Jahren im „Journal für Applied Psychology“ veröffentlicht wurde, zu dem Ergebnis, dass es eine enge Korrelation zwischen Motivation, Sozialkompetenzen und Einstellungschancen gibt.

Dabei lässt sich gerade Motivation schlecht belegen, weshalb sich die Gesprächsführer auf die Behauptungen der Bewerber und ihren Grad an Enthusiasmus verlassen müssen. Dagegen lassen sich Sozialkompetenzen anhand der Körpersprache durchaus objektiv beurteilen, weshalb ihr in Vorstellungsgesprächen eine entscheidende Rolle zukommt. Hier einige Tipps:

Vor einem Vorstellungsgespräch sollten Sie sich nicht hängen lassen

Bekanntlich zählt der erste Eindruck. Ein Vorurteil wird bestätigt, wenn jemand eine vorgefasste Meinung vertritt und aktiv nach Bestätigungen hierfür sucht und alle Hinweise, die dieser widersprechen, ignoriert. Dies hat sich bereits als ein echtes Problem in Vorstellungsgesprächen erwiesen. „Die meisten Einstellungsentscheidungen werden in den erste zehn Sekunden eines Vorstellungsgesprächs getroffen“, sagt die US-Köpersprachen-Expertin Patti Wood, die verschiedene Bücher über Körpersprache verfasst hat.

Doch glücklicherweise gibt es Wege, wie Sie Ihren ersten Eindruck auf den Arbeitgeber optimieren können. Eine Studie der Harvard Business School will kürzlich herausbekommen haben, dass Bewerber einen besseren Eindruck vermitteln, wenn sie zwei Minuten vor dem Vorstellungsgespräch eine „hochintensive Pose“ eingenommen haben. Dies heißt z.B.: Aufrecht zu stehen mit den Füßen auseinander und den Hände auf den Hüften oder aber auf einem Stuhl zu sitzen mit den Händen hinter dem Kopf und den Füßen auf dem Tisch. In einem Test mit 66 Studenten der Columbia University, die eine solche Pose vor einem Gespräch eingenommen haben, stieg die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung signifikant. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass derartige Posen einen Eindruck von „Power“ erzeugen, denn sie erhöhen die Testosteronproduktion und vermindern Stress, Angst und die Produktion von Stresshormonen. Daher wirken die Kandidaten in einem Vorstellungsgespräch ruhiger und gesammelter.

Die Harvard-Forscher empfehlen tatsächlich, während der Pose Gesichter auf dem Computer zu betrachten, da dies die „soziale Komponente der Power“ aktiviere.

Aus dem gleichen Grund sollten kurz vor dem Gespräch auch Posen, die wenig Energie ausstrahlen, vermieden werden. Daher sollten Sie nicht die Wartezeit vor einem Interview mit verschränkten Armen und Beinen auf einer Couch verbringen oder lässig mit verschränkten Armen herumstehen.

Weiter sollten Sie die Wartezeit auch nicht mit dem Checken Ihrer Emails auf Ihrem Handy verbringen. „Das klingt wie eine Kleinigkeit, dennoch sollten Sie beim Warten nicht Ihr Smartphone herauskramen“, erläutert Wood. „Das sieht schlecht aus: Ihr Körper beugt sich nach vorn und Sie blicken hinab. Kleine Veränderungen wie die diese können schon viel ausmachen.“

Interpretieren Sie das Händeschütteln nicht falsch

Schon das Händeschütteln ist mit Vorsicht zu bewerten. Laut Wood muss dies im kulturellen Kontext gesehen werden. So erwarten Asiaten ein lockeres Händeschütteln, während Leute aus dem Westen einen festen Griff bevorzugen. Falls Sie dies unbeachtet lassen, kann dies als Beleidigung missverstanden werden. „Ein lockeres Händeschütteln vermittelt in Asien Vertrauen“, erläutert Wood. „Ein kräftiges Händeschütteln am Anfang mit einem Asiaten kann das Vorstellungsgespräch tatsächlich negativ beeinflussen.“

Suchen Sie Körperkontakt

Dennoch sollten Sie mit Ihren Gesprächspartnern einen physischen Kontakt suchen, denn dies erhöht Ihre Einstellungschancen. „Berührungen stellen einen sehr wichtigen Punkt in einem Vorstellungsgespräch dar“, ergänzt Wood. „Beim Herstellen einer Beziehung entspricht das Händeschütteln einem persönlichen Gespräch von drei Stunden. Falls Sie also die Hand Ihres Gesprächspartners schütteln, dann werden Sie sich sofort angenehmer und sympathischer fühlen. Dies wirkt sich auf eine Gesprächssituation vorteilhaft aus.“

Wood rät zu wiederholtem Händeschütteln – besonders am Ende eines Vorstellungsgesprächs. Sobald Sie vom Tisch aufstehen, sollten Sie die Hände schütteln und dies beim Verlassen des Raumes wiederholen.

Weichen Sie nicht dem Blickkontakt aus

Den Blickkontakt mit den Gesprächspartnern zu suchen, erhöht Ihre Einstellungschancen ebenfalls.  Mehrere Studien zur Körpersprache belegen, dass Kandidaten, die den Blickkontakt suchen, aufmerksamer, zuversichtlicher, verlässlicher, vertrauenswürdiger und verantwortungsbewusster erscheinen.

Dabei müssen Sie den Blickkontakt nicht suchen, wenn Sie Fragen beantworten. Vielmehr sollten Sie Ihren Gesprächspartnern in die Augen blicken, wenn diese sprechen, rät Wood. „Es geht darum, präsent zu sein und eine Verbindung zum Gesprächspartner aufrechtzuerhalten“, ergänzt die Expertin. „Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass der Umfang des Blickkontakts zwischen Bewerber und Gesprächsführern bei der Beantwortung von Fragen einen Schlüssel zum Erfolg darstellt.“

Kopieren Sie Ihren Gesprächspartner – aber übertreiben Sie es nicht

Falls der Gesprächspartner eine auslandende Geste mit seinen Händen auf dem Tisch einnimmt, dann sollten Sie sicher nicht mit verschränkten Armen dasitzen. Theoretisch ist es besser, eine ähnliche Haltung wie der Gesprächspartner einzunehmen, denn dies erwärmt die Leute für Sie. „Falls Sie die Haltung Ihres Gesprächspartners widerspiegeln, dann ist das nicht schlecht“, sagt Adrian Furnham, der Professor für Psychologie am University College in London ist. Laut Wood ist diese Taktik vor allem am Beginn eines Gesprächs sinnvoll. Doch zu viel des Guten kann zu einem gegensätzlichen Effekt führen.

Vergessen Sie nicht zu Lächeln

Bei Lächeln und Kopfbewegungen handelt es sich um bewährte Hilfsmittel für den Erfolg im Vorstellungsgespräch. Doch ein falsches Lächeln kann einen negativen Effekt erzielen. Dies gilt besonders für Frauen, die negative Gefühle hinter einem aufgesetzten Lächeln verbergen wollen.

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