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GASTKOMMENTAR: Worauf Investmentbanking Recruiter wirklich achten

David N. Schwartz

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Kandidaten, mit dem ich spreche, und einem, dessen Lebenslauf ich erst einmal beiseite lege?

Sicherlich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich mit einem Kandidaten näher auseinandersetze, wenn er den Anforderungskatalog des Kunden für die betreffende Stelle erfüllt. Doch abgesehen davon ziehen meine Aufmerksamkeit folgende Punkte auf sich:

1. Kandidaten mit einer exzellenten Ausbildung

Ich schaue darauf, welche Universität der Kandidat besucht hat, welche Abschlüsse und Durchschnittsnote er erzielt hat.

Wir alle wissen, dass es auch eine Welt jenseits der angelsächsischen Spitzenuniversitäten, der sogenannten Ivy-League, gibt. Uns ist bewusst, dass es auch einige andere Hochschulen gibt, bei denen es schwer fällt, aufgenommen zu werden, und die einem engagierten Studenten eine herausragende Ausbildung ermöglichen. Was die Abschlüsse betrifft: Ein Bachelor stellt für Einstiegskandidaten keinen besonderen Vorteil dar. Dennoch sind Abschlüsse mit starkem analytischen Anteil wichtig – wie Mathe, Natur- und Wirtschaftswissenschaften und sogar ein Fach wie Geschichte kann interessant sein – solange der Kandidat über ein gewisses mathematisches Verständnis verfügt. Im Allgemeinen ziehen Abschlüsse in Mathe und Physik mit einer guten und besseren Note meine Aufmerksamkeit auf sich. Bei Bewerbern mit MBA bevorzuge ich Absolventen von Business Schools mit einer Reputation in Finance wie etwa Harvard, Columbia, Wharton, Chicago oder die New York University.

2. Bewerber mit umfangreichen extracurricularen Aktivitäten und Tätigkeiten jenseits der Arbeit

Ich suche nach Kandidaten, die sich beispielsweise in Teamsportarten engagieren, besonders wenn diese Hingabe und Opfer bzw. Teamwork und Präzision verlangen. Rudern (in einem Team) und Lacrosse sind zwei Beispiele hierfür. Auch ehrenamtliche Arbeit zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Jemand, der Zeit und Energie für die Hilfe anderer aufwendet, jemand der weiß, wie wichtig es ist, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben – das sind die Leute, die mich interessieren. Schließlich rufe ich jeden an, der Spitzenleistungen außerhalb des Finance-Bereiches erbracht hat: sei es ein Schachmeister, ein Rhodes-Stipendiat oder ein Konzertmusiker.

3. Leistungen und Dauer der Anstellung

Bei berufserfahrenen Kandidaten achte ich auf Leute, die eine bedeutende Zeit, also fünf Jahre und mehr, bei Unternehmen verbracht haben, die in ihrem Geschäftsgebiet herausragend sind. Ich spreche immer mit Menschen, die Macher und Erneuerer auf ihrem Gebiet sind, die das Unternehmen voranbringen.

Keine dieser Regeln sind sakrosankt und sicherlich ziehe ich auch Kandidaten in Erwägung, die nicht in dieses Profil passen, falls sie meine Aufmerksamkeit auf andere Weise auf sich ziehen. Doch schon einen der drei genannten Punkte zu erfüllen, genügt, damit ich zum Telefonhörer greife und Sie anrufe.

David Schwartz ist Chef des Recruitmentunternehmens DN Schwartz & Co und war früher als Head of Recruitment bei Goldman Sachs tätig.

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