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Die Credit Suisse zerreißt sich selbst: Stellenabbau noch unklar

csbrocken

Nachdem die UBS vor einigen Wochen den großen Kahlschlag im Investmentbanking angekündet hat, zieht die Credit Suisse mit einer Reorganisation heute nach. Allerdings reagiert das Institut auf das gewandelte Umfeld anders als der ewige Rivale. So plant die Credit Suisse keinen Teilrückzug aus dem Investmentbanking. Vielmehr soll das Investmentbanking abgetrennt werden, während die verbleibenden Sparten Wealth Management und Asset Management zusammengeführt werden.

„Mit der neuen Struktur schaffen wir ein weltweit führendes integriertes Vermögensverwaltungsgeschäft und eine globale Investmentbank, die als eine der ersten bereits auf die neuen aufsichtsrechtlichen Bestimmungen ausgerichtet ist“, sagte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner.  Damit nimmt die Bank die in den USA diskutierte Volcker-Rule gewissermaßen vorweg. Denn diese verlangt eine Abtrennung des Investmentbankings vom übrigen Bankgeschäft.

Die neue Division Investment Banking wird von der Doppelspitze Eric Varvel und Gael de Boissard gesteuert. Dabei ist Varvel für das Aktiengeschäft und IBD sowie die Region Asien-Pazifik zuständig. Gael de Boissard wiederum leitet das Fixed Income-Geschäft und die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika.

An der Spitze der neuen Division Private Banking & Wealth Management stehen künftig Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir. Meister ist für das Private Banking sowie die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Asien-Pazifik verantwortlich. Hierzu zählt auch das Schweizer Filialgeschäft.

Dagegen leitet Robert Shafir den Bereich Private Banking & Wealth Management Produkts, worin das Asset Management aufgeht. Darüber hinaus ist Shafir für die Region Nord- und Südamerika zuständig. Auch die Schweizer Handelsplattform zählt fortan nicht mehr zum Investmentbanking sondern zur Division Private Banking & Wealth Management.

Anders als die UBS bekannte sich CS-Chef Brady Dougan ausdrücklich zum Fixed Income-Geschäft: „In der Division Investment Banking widerspiegelt die neue Führungsstruktur die Bedeutung des Aktiengeschäfts und des Beratungs- und Emissionsgeschäfts, und sie zeigt zudem, dass wir den Bereich Fixed Income für das neue Umfeld weiterentwickelt haben und dass dies ein wichtiger Geschäftsbereich für die Credit Suisse ist.“

Ob die Restrukturierung in einen weiteren Stellenabbau münden wird, blieb vorerst unklar. So ist laut einer Unternehmenssprecherin ein weiterer Stellenabbau über die bereits angekündigten Maßnahmen hinaus vorerst nicht vorgesehen. Andererseits betont Dougan ausdrücklich, dass die Restrukturierung Einsparungen ermöglichen soll. „Die heutigen Veränderungen werden weitere Synergien ermöglichen und dazu beitragen, dass die Kostenbasis der Bank weiter sinkt“, sagte Dougan.

Unterdessen hat der Umbau, der zum 30. November in Kraft tritt, bereits prominente Opfer gefordert. So wird der Chairman Private Banking Walter Berchtold nach über 30 Jahren das Unternehmen verlassen. Auch die CEOs für EMEA Osama Abbasi und für Asien-Pazifik Fawzi Kyriakos-Saad verlassen die Credit Suisse.

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