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Commerzbank will bis zu 6000 Stellen streichen: Headhunter erhalten dennoch kaum Bewerbungen

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Den morgigen „Investors Day“ der Commerzbank dürften vor allem die eigenen Mitarbeiter mit großer Spannung erwarten.  Denn die „Zeit“ hat vorab schon einmal gemeldet, dass bei dem teilverstaatlichten Institut bis zu 6000 Stellen wegfallen könnten.  Damit wolle die Bank bis 2016 Kosten in Milliardenhöhe einsparen.

„Kenner bestätigen Kalkulationen, denen zufolge rund zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sein können“, heißt es weiter. Bei einer Gesamtmitarbeiterzahl von 53.376 Beschäftigten zu Ende des zweiten Quartals würde dies auf einen Kahlschlag von 5300 Jobs hinauslaufen. Dabei sollen vor allem das Filialgeschäft sowie zentrale Funktionen betroffen sein.

Die Nachricht kommt indes nicht überraschend, denn die Geschäftszahlen sind zuletzt enttäuschend ausgefallen. So erwirtschaftete die Bank in ihrem Privatkundengeschäft mit 18.000 Mitarbeitern im ersten Halbjahr gerade einmal einen Vorsteuergewinn von 126 Mio. Euro. Einen Minigewinn vor Steuern von gerade einmal 75 Mio. Euro generierten die verbleibenden 1864 Investmentbanker.

Der einzige Lichtblick stellte das Mittelstandsgeschäft dar, in dem die Commerzbank von Januar bis Juni 878 Mio. Euro vor Steuern einstrich. Hiermit mussten indes die Verluste der hauseigenen Bad Bank, die unter dem Namen Asset Based Finance firmiert, in Höhe von 596 Mio. Euro ausgeglichen werden. Vor diesem Hintergrund war ein weiterer Stellenabbau absehbar.

Erstaunlich ist indes, dass bei Headhuntern in Frankfurt davon wenig ankommt. „Ich kann nicht gerade sagen, dass wir von Bewerbungen von Commerzbank-Mitarbeitern überflutet werden“, sagt ein Headhunter und ergänzt: „Die scheinen über ein extremes Sitzfleisch zu verfügen.“ Womöglich würden die Betroffenen auf eine Abfindung spekulieren. Dennoch sind nach der Auffassung des Branchenkenners auch nach dem Abbau von 9000 Arbeitsplätzen infolge der Dresdner Bank-Integration noch immer viele Strukturen überflüssig.

Analysten kritisierten unterdessen die fehlende Strategie der Bank. „ Die Commerzbank ist viele Jahre lang ein kranker Mann gewesen und hat das Kapital der Aktionäre verbrannt“, sagt der Analyst der Hamburger Sparkasse Christian Hamann. „Die Aktie wird sich nur erholen, wenn das Privatkunden- und das Investmentbankengeschäft schlanker werden und die Altlasten aus der Schiffs- und Immobilienfinanzierung reduziert werden“, ergänzte Hamann.

Ganz ähnlich sieht dies Christian Muschik, Analyst bei Silvia Quandt Research: „Eine klare Strategie fehlt. Ohne eine Strategie kann man eine Bank nicht umstrukturieren.“

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