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Impressionen aus der Londoner City: „Eine Menge Leute haben heute ihren Job verloren“

So mancher gerade gefeuerte UBS-Mitarbeiter lindert seinen Schmerz im Pub.

So mancher gerade gefeuerte UBS-Mitarbeiter lindert seinen Schmerz im Pub.

London ist der Standort, an dem die meisten der fast 10.000 Stellen bei der UBS wegfallen. Dennoch sind die Pubs rund um Broadgate, wo die UBS in der Londoner City ihren Sitz hat, nicht mit gefeuerten Bankern überfüllt, die ihren Schmerz mit einigen Pint zu lindern versuchen.

Alledings findet sich in einem der Pubs eine Gruppe von drei jungen Männern in Smart Casual und Anzügen, aber ohne Krawatte. Der Humor scheint ihnen nicht abhanden gekommen zu sein, denn die Diskussionen über den Jobabbau an den verschiedenen Standorten der UBS werden von lautem Gelächter unterbrochen.

Doch bei der Frage, ob Sie auch zu den gefeuerten UBS-Mitarbeitern gehören, kehrt der Ernst in die Gesichter der jungen Männer zurück. Mit einem Nicken bestätigen sie, dass sie ebenfalls zu den Betroffenen zählen. „Eine Menge Leute haben heute ihren Job verloren“, raunt der eine. Nachdem ich mich als Journalist von eFinancialCareers.ch zu erkennen gegeben habe, werden die Männer plötzlich einsilbig. „Wir dürfen uns mit Ihnen nicht unterhalten. Das haben wir unterschrieben. Wir riskieren eine Menge Geld zu verlieren.“ Auch auf die Frage, in welcher Position sie tätig waren, folgt eisernes Schweigen.

Mit ihrem Kummer sind die drei jedenfalls nicht allein. Laut Medienformationen haben bei einigen UBS-Mitarbeitern die elektronischen Zugangskarten heute Morgen nicht mehr funktioniert. Andere wurden beim Arbeitsantritt in einen Konferenzraum umgeleitet und ihnen wurde mitgeteilt, dass sie ihren Job verloren haben.

Mittlerweile hat auch ein Schreiben an die betroffenen Mitarbeiter wundersamerweise seinen Weg auf die Website des Londoner Daily Telegraph gefunden. Dort heißt es: „Von Ihnen wird nicht verlangt, weiterhin Ihren aktuellen Pflichten zu dieser Zeit nachzukommen. Daher haben wir die Entscheidung getroffen, dass von Ihnen nicht verlangt wird, das Büro zu besuchen (sofern dies nicht ausdrücklich von Ihnen verlangt wird) und Sie werden von heute an bis auf weiteres in den Sonderurlaub geschickt. Sie werden während dieser Zeit auch weiterhin Ihr volles Gehalt und Zusatzleistungen beziehen.“

Weiter weist die UBS in dem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass damit noch keine Kündigungen verbunden seien. Der Beratungsprozess bis zur endgültigen Entscheidung werde noch einige Wochen andauern. Auch eine Erklärung für das abrupte Schweigen der drei jungen Männer liefert das Schreiben: „Sollten Sie von Kunden oder anderen Drittparteien direkt kontaktiert werden, dann leiten Sie diese bitte an … weiter. Das gleiche gilt für jegliche Medienanfragen. Diese müssen ohne jeden Kommentar an Media Relations weitergeleitet werden.“

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