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GASTKOMMENTAR: Was sich Investmentbanken in einem Lebenslauf anschauen

David N. Schwartz

Viele Kandidaten fragen sich, was einen Lebenslauf für eine Investmentbank interessant macht. Die Antwort fällt von Bank zu Bank unterschiedlich aus, aber es gibt drei Punkte von besonderer Bedeutung:

1. Eine klare und präzise Beschreibung Ihres Jobs und was Sie tatsächlich gemacht haben

Niemand möchte sich durch eine Textwüste quälen, um herauszufinden, was Sie in Ihrem letzten Job gemacht haben. Drei oder vier Bulletpoints sollten genügen, selbst falls Sie als Führungskraft gearbeitet haben. Falls Sie über eine Dealliste verfügen, dann sollten Sie diese als Anhang beifügen. Übertreiben Sie nicht bei Ihrer Aufgabenbeschreibung. So ist es unwahrscheinlich, dass ein Associate tatsächlich einen M&A-Deal „ausgeführt“ hat und Recruiter, die einen derartigen Lebenslauf lesen, werden dadurch skeptisch.

2. Senior Kandidaten sollten wenigsten drei bis fünf Jahre in einer Stelle bei einem Unternehmen verbracht haben

Recruiter hassen Jobhopper. Sie haben schon sämtliche Geschichten über „Downsizing“ und „Differenzen über die Geschäftsstrategie“ gehört. Sie möchten wissen, ob Sie es in einer Stelle aushalten können. Und umso weniger Lücken es gibt, desto besser ist es. Die Recruiter lesen sich die zeitliche Abfolge sorgfältig durch und können Lücken erkennen, auch wenn Sie sie zu verstecken versuchen. Dennoch muss sich niemand Sorgen machen, der nach dem Platzen der Dot.com-Blase oder zwischen 2008 bis 2010 ein oder zwei Jahre arbeitslos war – denn sie befinden sich im guter Gesellschaft.

3. Eine Liste von Leistungen abseits der Arbeit

Dies ist besonders für jüngere Mitarbeiter wichtig, bei denen die Berufserfahrung auf dem Papier womöglich nicht sonderlich beeindruckend aussieht. Dabei können sportliche Leistungen oder private wirtschaftliche Tätigkeiten, wie die erfolgreiche Verwaltung eines Portfolios, schon von Vorteil sein. Falls Sie also zu den Glücklichen gehören, die ein Begabtenstipendium oder ein Praktikum im Weißen Haus erhalten haben, dann benötigen Sie sicher keinen Rat von mir, was Sie in Ihrem Lebenslauf unterbringen. Doch auch viele andere Leistungen zählen. Falls Sie als Tutor für jüngere Studenten gearbeitet haben, sich in Freiwilligenarbeit engagieren, Ihre eigene Kunstausstellung hatten oder den Schwarzen Gürtel erworben haben, dann sollen Sie das in Ihrem Lebenslauf unterbringen.

Ein letzter Tipp: Versteigern Sie sich nicht in das Format des Lebenslaufes. Solange das Format attraktiv ist und den Inhalt schnell und präzise vermittelt, ist es in Ordnung. Dabei tendieren viele Recruiter dazu, einen Eröffnungsparagraphen oder eine Zusammenfassung zu überspringen – wir bevorzugen es, sofort zu den Berufserfahrungen und der Ausbildung zu springen. Denn wir können abschätzen, welche Kompetenzen Sie aus Ihren vorherigen Jobs mitbringen. Daher können Sie das durchaus weglassen.

David Schwartz ist Chef des Recruitmentunternehmens DN Schwartz & Co und war früher als Head of Recruitment bei Goldman Sachs tätig.

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