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Das große Rätselraten über den Jobabbau bei UBS und Credit Suisse: Am Ende ist Ermotti der Verlierer

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Das Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Chefetage scheint bei vielen Schweizer Banken zerrüttet zu sein. Dies legen jedenfalls die zahllosen Spekulationen über den angeblich bevorstehenden Rausschmiss von Tausenden von Mitarbeitern bei UBS und Credit Suisse nahe. Anlass für die Spekulationen sind die anstehenden Quartalszahlen. Diese wird die Credit Suisse am kommenden Donnerstag (25. Oktober) vorlegen; die UBS wird am Dienstag (30. Oktober) folgen.

Laut dem „Sonntag“ erwägt die Credit Suisse den zusätzlichen Abbau von 1000 bis 2000 Arbeitsplätzen. Dies will die Zeitung von einem Insider erfahren haben, wobei die Eckwerte am Wochenende beschlossen werden sollten.

Dagegen gibt der „Sonntag“ Teilentwarnung für die UBS. In der vergangenen Woche hatte der „Tages-Anzeiger” über einen Abbau von über 10.000 der noch gut 63.000 Stellen bei dem Bankengiganten spekuliert. Konkret sollten 2000 Stellen in der IT wegfallen, wovon allein 1000 auf die Schweiz entfielen.

Der „Sonntag“ will indes erfahren haben, dass sich der Arbeitsplatzabbau nur auf 3000 bis 5000 Stellen belaufen werde, wovon 2000 bis 4000 auf das Investmentbanking und zentrale Funktionen entfielen.

Während die UBS ihre Investmentbanking-Hubs in London und New York bzw. in Stamford (Connecticut) unterhält, werden von der Schweiz aus nur das lokale Geschäft sowie der Währungshandel betrieben. Der Währungshandel stellt ausgerechnet diejenige Sparte des Investmentbankings dar, die von der Krise am wenigsten betroffen wird und auch nur wenig unter den schärferen Eigenkapitalvorschriften nach Basel III zu leiden hat. Folglich ist hier nur mit geringem Abbau zu rechnen. Der Abbau von Zentralfunktionen dürfte indes Zürich treffen.

Auch in der Informatik will die UBS laut dem „Sonntag“ das Messer nicht allzu tief ansetzen. Vielmehr wird von einem Abbau von nur 900 Stellen gesprochen, wovon 300 auf die Schweiz entfielen. Allerdings wolle die UBS kräftig bei dem Einsatz von Contractors und Consultants in der IT sparen. Diese sollten auf ein Minimum zurückgefahren werden.

Bei den Informationen des „Sonntags“ und anderer Medien wie dem „Tages-Anzeiger“ könnte es sich indes um gezielte Lecks handeln. Dabei geben Mitarbeiter Informationen an die Medien weiter mit der Hoffnung, dass der anschließende öffentliche Aufschrei zu einer Revidierung der Sparmaßnahmen führt. Dabei beschädigt jedes neue Leck die Autorität des UBS-Chefs Sergio Ermotti, der sich bei dem Umbau der Großbank wenig Freunde machen dürfte. Als Verlierer bei den Spekulationen rund um den Personalabbau bei der UBS steht somit ein Verlierer bereits fest: Ermotti selbst.

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