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Neue Studien: Bankendämmerung in Deutschland geht weiter

gewitter

Gleich zwei neue Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Kampf der deutschen Banken um ihre Wirtschaftlichkeit weitergeht. Für ein kräftiges Rauschen im deutschen Blätterwald sorgte der negative Ausblick der US-Ratingagentur Moody’s für die deutschen Kreditinstitute in den kommenden 12 bis 18 Monaten. Auch die Bankenstudie 2012 der Wirtschaftsberatung Deloitte sorgt für keine Entwarnung. Konkret:

Moody’s: Erträge der deutschen Banken sinken weiter

So bleiben die Margen weiterhin niedrig. Dies liege an einem Mix aus heftigem Wettbewerb, niedrigen Zinsen und einem schwachen Kreditwachstum. Auf diese Weise würden die ohnehin bereits dünnen Erträge weiterhin erodieren.

Hiervon sind die unterschiedlichen Bankengruppen laut Moody’s indes unterschiedlich betroffen. Relativ glimpflich kämen die Sparkassen und Volksbanken aufgrund ihrer Stärke im Retailgeschäft davon. Dagegen würden die Universalbanken weiterhin unter dem harten Wettbewerb leiden. Obgleich kein Name ausdrücklich fällt, dürfte hiermit vor allem die Commerzbank gemeint sein, die mit ihrem Filialgeschäft nicht wirklich glücklich wird und eine neue Strategie im November vorstellen will.

Zweitens würden die rezessiven Tendenzen in weiten Teilen Europas das Geschäft erschweren. So sei Deutschland vom Export in andere EU-Länder abhängig und wirtschaftlich eng mit anderen europäischen Nationen verflochten. Dabei helfe es auch nicht, das Moody’s für Deutschland in 2013 ein relativ robustes Wachstum von 1 bis 2 Prozent prognostiziert.

Drittens verursache die anhaltende Staatsschuldenkrise hohe Kosten und verschlechtere die Assetqualität in den Bankbilanzen. Nicht zuletzt wären die Banken in Deutschland aufgrund ihrer relativ schwachen Eigenkapitalausstattung nur begrenzt in der Lage, externe Schocks zu absorbieren.

Deloitte: Deleveraging stellt in den kommenden fünf Jahren die größte Herausforderung dar

In das gleiche Horn stößt auch die Bankenstudie 2012 von Deloitte, die sich dem Deleveraging der europäischen Banken widmet. Denn um das Verhältnis von Eigenkapital zu der Bilanzsumme wieder ins Lot zu bringen, versuchen die Banken europaweit Assets loszuwerden. Das Dumme daran: durch die Krise und das Misstrauen der potenziellen Käufer gegenüber den Banken lassen sich die Assets kaum versilbern. Mithin müssen die Banken häufig auf das Auslaufen von Krediten und Anleihen warten.

Als Folge davon geht das Deleveraging langsamer voran, als es Politik, Regulierungsbehörden und Banken selbst gerne wollten. Daher rechnet Deloitte damit, dass  der Abbau der Bilanzsummen bei europäischen Banken noch mindestens fünf Jahre andauern wird. Das sind keine schönen Aussichten für die Banken und ihre Mitarbeiter. Denn negative Folgen auf Beschäftigung und Boni dürften somit unausweichlich sein.

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