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Großherzogtum, in dem Milch und Honig fließt: Ist Luxemburg das gelobte Land für Finanzprofis?

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Ein gelobtes Land müsste das Großherzogtum nach der neuen Studie „Preise und Löhne 2012“ des Wealth Management-Research der UBS darstellen. Denn in einem Ranking des Lohnniveaus aller relevanten Metropolen rund um den Globus landet Luxemburg auf einem respektablen fünften Platz. Demnach liegen die Bruttogehälter in Luxemburg bei 80,4 Prozent von denjenigen in Zürich, wo weltweit die höchsten Gehälter gezahlt werden. Bei den Nettogehältern sind es sogar 82,9 Prozent. Damit muss sich das Großherzogtum – abgesehen von Zürich – lediglich Genf, Kopenhagen und Oslo geschlagen geben.

Allerdings liegt in den besserplatzierten Städten durchweg auch das Preisniveau empfindlich höher als im Großherzogtum. Folglich kann sich laut der UBS-Studie Luxemburg bei der Binnenkaufkraft sogar auf den dritten Platz nach vorne schieben. Auch hier belegt Zürich den ersten Platz (=100 Prozent), wobei der Vorsprung aufgrund der hohen Preise deutlich zusammenschrumpft. So liegt die Kaufkraft in Sydney brutto bei 94,5 Prozent und netto bei 97,4 Prozent derjenigen von Zürich. Bei Luxemburg sind es immerhin noch bei 93,8 bzw. 96,6 Prozent, womit die Hauptstadt des Großherzogtums nur unwesentlich hinter Zürich liegt.

Auch bei der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis scheint sich Luxemburg im Vergleich zu anderen europäischen Finanzzentren noch recht wacker zu schlagen. Laut Headhunter David Kitzinger von Badenoch & Clark in Luxemburg ist die Arbeitslosigkeit im Großherzogtum zuletzt gestiegen. Allerdings ging es bei der Zahl offener Stellen ebenfalls bergauf. „Bei den Kandidaten, die arbeitslos sind, handelt es sich meist nicht um die Profile, die heute gesucht werden“, resümiert Kitzinger.

Kitzinger selbst kann sich nicht über mangelnde Suchaufträge beklagen. „Allerdings kommt die Krise auch in Luxemburg an“, beobachtet der Experte. Anders als bei London handelt es sich bei Luxemburg jedoch um einen Backofficestandort. Stellen in der Fondsadministration ließen sich oftmals nicht so leicht abbauen wie im Frontoffice des Londoner Investmentbankings. Denn die Administration muss aufrechterhalten werden, auch wenn die Erträge absacken.

Laut Kitzinger besteht ein weiterer Vorteil des Bankoffice-Standortes am hohen Bedarf an Arbeitskräften für Bereiche wie Compliance, Risikomanagement und Accounting. „Gerade das Accounting und Corporate Legal Housekeeping bei Private Equity oder Holding-Gesellschaften ist ein Dauerbrenner“, erzählt Kitzinger. Der Experte berichtet von einem Kunden, der kürzlich seine Mitarbeiterzahl von acht auf 15 bis 16 verdoppelt hat.  „Besonders gefragt sind Kandidaten mit zwei bis acht Jahren Berufserfahrung. Die sind vom Gehaltsniveau noch nicht so teuer und machen die eigentliche Arbeit“, ergänzt Kitzinger.

Eine große Rolle, um Talente aus dem Ausland nach Luxemburg zu ziehen, spielen die Big 4. Laut Kitzinger würden KPMG, Ernst & Young, Deloitte und PwC viele Nachwuchskräfte im Ausland von anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften weg rekrutieren. Nach etwa zwei Berufsjahren im Großherzogtum würden sich die Spezialisten oftmals nach neuen Chancen umsehen.

Abgesehen davon würde auch im Wealth Management noch nach Personal gesucht. Dabei gehe es hauptsächlich um die Betreuung von sehr vermögenden institutionellen oder privaten Kunden, den sogenannten Ultra high net worth individuals (UHNWI) mit einem Vermögen von über 50 Mio. Euro. „Dafür werden Spezialisten gesucht, die bereits mit sehr großen Portfolien gearbeitet haben und oftmals aus dem Investmentbanking kommen“, erläutert Kitzinger.

Quelle: UBS-Studie “Preise und Löhne 2012”

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