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Schlechte Aussichten: Sind im Investmentbanking 75.000 Stellen bedroht?

Keine rosigen Aussichten für Investmentbanker.

Keine rosigen Aussichten für Investmentbanker.

Das Leben als Investmentbanker droht sobald nicht vergnügungssteuerpflichtig zu werden. Der renommierte Banken-Analyst Kian Abouhossein von J.P. Morgan Cazenove rechnet für das dritte Quartal mit einem weiteren Absinken der Erträge. Um weitere 10 Prozent würden die weltweiten Erträge der Branche im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal sinken. Selbst falls es gut laufen sollte, werde die Branche um ein Minus von 5 Prozent kaum herumkommen. Allerdings würde damit das dritte Quartal immer noch um 3 Prozent besser abschneiden als der besonders schlechte Vorjahreszeitraum.

Konkret prognostiziert Abouhossein eine Verminderung der Erträge im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) gegenüber dem Vorquartal um 10 Prozent. Im Aktiengeschäft soll es sogar um 14 Prozent bergab gehen, während es im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen nur Minus 8 Prozent sein sollen. Allerdings befinden sich die Erträge in M&A schon seit langem auf sehr niedrigem Niveau.

Damit ist eine Trendwende noch lange nicht in Sicht und wenn es nach einer Studie der Strategieberatung Roland Berger geht, kommt es noch schlimmer. Laut dem „Investment Banking Outlook 2012 – At a turning point?“ könnte die Eigenkapitalrendite im laufenden Jahr branchenweit auf 5 Prozent fallen, womit nicht einmal die eigenen Kapitalkosten gedeckt würden. Dabei hatte die Eigenkapitalrendite schon von 15 Prozent in 2010 auf magere 7 Prozent in 2011 nachgegeben.

Damit ist laut Roland Berger ein Kahlschlag beim Personal unvermeidbar. In den kommenden fünf Jahren könnten somit stolze 15 Prozent der weltweit immer noch etwa 500.000 Arbeitsplätze in der Branche auf dem Spiel stehen, was immerhin 75.000 Stellen bedeutet. Die Branche leide an dramatischen Überkapazitäten.

Markus Böhme, Partner von Roland Berger Strategy Consultants, rät: „Banken müssen daher ihre Geschäftsstrategien schnell anpassen: Kleinere Marktteilnehmer müssen sich vor allem auf einige Kernkompetenzen fokussieren; größere Banken müssen Risikoaktiva abbauen, Skaleneffekte aufbauen und ihre Präsenz in den Wachstumsmärkten stärken.“

In einem Interview mit eFinancialCareers.de hat sich der Investmentbanking-Chef der Baader Bank Nico Baader ganz ähnlich geäußert. Demnach müssten sich die kleineren Player der Branche auf Nischen spezialisieren. Die gesamte Palette der Investmentbanking-Dienstleistungen könnten sich aus Kostengründen nur noch die ganz großen Häuser wie die Deutsche Bank leisten.

Quelle: Roland Berger

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