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Kahlschlag: Über 3200 Jobs sind in 2012 bei deutschen Geschäfts- und Landesbanken verloren gegangen

Das Lieblingswerkzeug von Bankchefs: die Axt.

Das Lieblingswerkzeug von Bankchefs: die Axt.

Die deutschen Geschäfts- und Landesbanken haben im ersten Halbjahr die Axt beherzt an ihren Mitarbeiterstamm gelegt. Laut einer Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young über die „Entwicklung der größten deutschen Banken“ sind von Januar bis Juni über 3200 Stellen weggefallen. Die Gesamtmitarbeiterzahl der Geschäfts- und Landesbanken purzelte um 1,4 Prozent auf gut 225.000 Beschäftigte.

Beim Personalabbau sicherte sich die Commerzbank die unrühmliche Spitzenposition. Über 1900 Jobs fielen bei dem teilverstaatlichten Institut im ersten Halbjahr dem Rotstift zum Opfer. Auf Platz 2 folgte mit einem Minus von knapp 600 Stellen die Landesbank Baden-Württemberg und erst auf dem dritten Platz die Deutsche Bank mit 340 Stellen.

Bei dieser Aufstellung fällt vor allem das im Vergleich zur Größe gute Abschneiden der Deutschen Bank auf. Allerdings muss beachtet werden, dass sich die Ankündigungen von Abbaumaßnahmen erst mit einiger Verzögerung in den Bilanzzahlen niederschlägt, die Ernst & Young ausgewertet hat.

Der Kahlschlag bei der Commerzbank geht mithin noch auf den großen Abbau von 9000 Stellen im Zuge der Dresdner Bank-Übernahme zurück. Das jüngst von der Deutschen Bank angekündigte Kosteneinsparungsprogramm in Höhe von 4,5 Mrd. Euro dürfte in den kommenden Jahren auch zu einem beträchtlichen Personalabbau beim deutschen Branchenprimus führen.

Erstaunlicherweise geht es trotz der Krise auch anders: Die DZ Bank schuf 342 Stellen und Dekabank baute im ersten Halbjahr sogar 112 neue Stellen auf.

Quelle: Ernst & Young

Der Kahlschlag beim Personal hat sich jedoch noch nicht in einer Verminderung der Kosten niedergeschlagen. Vielmehr erhöhte sich der kumulierte Verwaltungsaufwand sogar um 1,1 Prozent auf 23,2 Mrd. Euro. Am kräftigsten bergauf ging es bei der BayernLB mit 16 Prozent, gefolgt von der Helaba mit 6,7 Prozent und der DZ Bank mit 4,6 Prozent.

Allerdings gab es auch Institute, die ihre Verwaltungskosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zweistellige Prozentzahlen drücken konnten. So verringerte die Commerzbank ihre Kosten um 15,9 und die WestLB um 13,3 Prozent.

Da die Kosten im ersten Halbjahr leicht gestiegen sind, während die Erträge aufgrund der Rückkehr der Finanzkrise purzelten, zeigten die Vorsteuerergebnisse fast durchweg gen Süden. Der kumulierte Gewinn sämtlicher untersuchten Banken stürzte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42,1 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro ab.

Doch es gibt auch Ausnahmen: So konnte die Dekabank ihr Vorsteuerergebnis um 22 Mio. auf 341 Mio. Euro steigern. Bei der Landesbank Berlin ging es um 12 Mio. auf 102 Mio. Euro hinauf. Dagegen musste die Deutsche Bank allein einen Gewinneinbruch um annähernd 2 Mrd. Euro verkraften. Dennoch konnte der Branchenprimus vor Steuern immer noch gut 2,8 Mrd. Euro einstreichen, womit mehr als die Hälfte des kumulierten Gewinns allein auf den Bankengiganten entfiel.

Quelle: Ernst & Young

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