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Wie die UBS ihren Mitarbeitern ans Portemonnaie will

Auch die UBS will ihre Bonus-Regeln  deutlich verschärfen. So will der Bankenriese vom Paradeplatz laut der englischen Financial Times die Höhe seiner Boni deckeln. Die Pläne wurden bislang im Verwaltungsrat rund um den Präsidenten Axel Weber diskutiert. Eine Entscheidung soll vor der Generalversammlung im kommenden Mai fallen.

Dabei ist indes unklar, wonach sich die Deckelung künftig richten sollen: an den Festgehältern, dem Unternehmensgewinn oder an der Höhe der Vergütungen bei der Konkurrenz? Letzterem kommt dabei zweifellos eine bedeutende Rolle zu. Denn wenn die UBS weniger als die Mittbewerber zahlen sollte, würde sie kaum die besten Talente an sich binden können.

Allerdings kommt der Angriff auf die hohen Boni gerade von einem Hauptkonkurrrenten der UBS im Investmentbanking. So hatte der Co-Chef der Deutschen Bank  Anshu Jain beim Investorentag des Unternehmens am Dienstag lauthals eine neue Unternehmenskultur gefordert, als deren Kernbestandteil er die Bonuszahlungen benannte. Damit dürften Boni und Gesamtvergütungen bei der Deutschen Bank unter Druck geraten. Jain gab sich dabei sicher, dass auch die Mitbewerber ganz ähnliche Schritte ergreifen würden. Die Überlegungen der UBS zur Deckelung der variablen Vergütungen scheint diese These zu bestätigen.

Allerdings bleibt unklar, wie das System genau ausgestaltet werden soll und vor allem auf wen es sich erstreckt. Laut der Financial Times gelten die neuen Regelungen lediglich für „Executives“, doch wer zählt hierzu?

Boni sollen künftig über 5 Jahre gestreckt werden

Darüber hinaus hat der der deutsche Branchenprimus angekündigt, die Auszahlungen der Boni für Führungskräfte auf fünf Jahre zu strecken. Demnach erfolgen die Zahlungen des Bonus nicht sukzessive, sondern erst am Ende des Zeitraums. Derzeit werden beträchtliche Teile der Boni von Führungskräften bei den internationalen Branchengrößen lediglich über drei Jahre gestreckt und während dieses Zeitraums in Tranchen ausgezahlt.

Auch hierbei will die UBS nachziehen und den Zeitraum auf fünf Jahre strecken, wobei noch unklar ist, ob die variablen Vergütungen in Tranchen oder aber erst am Ende des Zeitraumes ausgezahlt werden. Die Pointe bei der Lösung der Deutschen Bank besteht indes darin, dass lediglich 150 Topmanager der Regelung unterliegen werden.

Auf wen sich dies bei der UBS erstreckt, stellt somit eine interessante Frage dar. Dennoch dürfte gerade die Streckung auf fünf Jahre erhebliche Auswirkungen auf so manche Bankingkarriere haben. So werden Jobwechsel mit dem Schritt deutlich erschwert. Denn entweder würden die Mitarbeiter auf viel Geld verzichten oder der künftige Arbeitgeber in spe müsste diese Talente für horrende Summen aus ihren alten Arbeitsverhältnissen herauskaufen. Angesichts tendenziell sinkender Gewinne dürfte hierzu wenig Bereitschaft bestehen

Kommentare (1)

Comments
  1. Better late than never, die armen “Topbanker”, wie gilt eigentlich als “Topbanker”? dürften noch mehr Haare lassen müssen und wahrscheinlich etliche graue Haare bekommen. Das Argument Konkurrenzvergleich dürfte sich in den nächsten Monaten in Luft auflösen, die Cost/Income Ratio dürfte sich auch bei den heutigen Kompensationen kaum in den Griff bekommen lassen, “la hausse amène la hausse, la baisse amène la baisse” – wohlbekomms!

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