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Wieso die Deutsche Bank auch eine gute Nachricht für Investmentbanker parat hat

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Ausnahmsweise gibt es einmal eine gute Nachricht über die Gehaltsentwicklung im Investmentbanking der Deutschen Bank.  So könnte der Anteil der aufgeschobenen Vergütungsanteile in diesem Jahr sinken. Dennoch scheinen die Branchenvergütungen auf lange Sicht vor einem unaufhaltsamen Niedergang zu stehen. Die gute Nachricht geht aus der Präsentation von Europa CEO Stephan Leithner auf dem heutigen Investorentag des Unternehmens hervor. Leithner ist u.a. auch für Vergütungsfragen zuständig.

So soll der Anteil der aufgeschobenen Vergütungen am gesamten Bonuspool in 2012 auf etwa 50 Prozent sinken, nach 61 Prozent im Vorjahr. Darüber hinaus sollen 15 Prozent der in diesem Jahr neueingestellten Mitarbeiter Garantiboni erhalten. Dies wiegt umso schwerer, als Garantiboni eigentlich nur Mitarbeitern aus dem Frontoffice zugesprochen werden, die üblicherweise nur ein Drittel aller Neueinstellungen ausmachen.  Daher scheinen tatsächlich rund die Hälfte aller neueingestellten Frontoffice-Mitarbeiter einen Garantiebonus erhalten zu haben.

Auf lange Sicht sehen die Dinge weitaus schlechter aus. So werde laut Leithner die Compensation Ratio bei der Deutschen Bank unter 40 Prozent fallen – auch wenn dies noch nicht in diesem Jahr eintreten werde. Darin spiegelt sich die gestrige Äußerung des Co-Chefs der Deutschen Bank Jürgen Fitschen wider, wonach die Banken in der Vergangenheit zu hohe Vergütungen gezahlt hätten und dass sich dies ändern müsse. Auf diese Weise wird sich der Abstand der Gehälter zu anderen Branchen signifikant verringern.

Weiter hat Leithner erwähnt, dass auch Nullboni mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr seien und dass die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits zugesagte Boni in Höhe von 35 Mio. Euro aufgrund von individuellem Fehlverhalten einkassiert habe.

Dabei scheinen die Boni für alles verantwortlich gemacht zu werden, was bei den Banken falsch läuft. „Eine Änderung der Unternehmenskultur muss letztlich auch die Vergütungsfrage angehen“, sagte  Leithner. „Die unangemessenen Anreize sind für vieles verantwortlich, was schiefgelaufen ist“, ergänzte Richard Walker aus dem erweiterten Konzernvorstand.  Wenn es nach Walker ginge, sollten alle Banken die Zahl ihrer Mitarbeiter mit einer Gesamtvergütung von über 1 Mio. Euro veröffentlichen. Die Banken sollten damit aufhören, die Vergütungen an die Höhe der generierten Erträge zu binden, und vielmehr die eingegangenen Risiken berücksichtigen.

Bereits gestern hatte Deutsche Bank Co-Chef Anshu Jain die „unglaublich hohen Compensation Ratios“ für die geringe Profitabilität des Corporate Finance- und Aktien-Geschäfts verantwortlich gemacht. Diese seien sehr „widerspenstig“ und schwierig zu verringern. Dagegen seien die Kosten und Compensation Ratios im Fixed Income-Geschäft traditionell niedriger, weshalb sie profitabler seien und das M&A- und Aktien-Geschäft quersubventionieren würden. Dennoch würden die höheren Eigenkapitalanforderungen das Fixed Income-Geschäft in Zukunft deutlich weniger profitabel machen. Dies werde Auswirkungen auf weite Bereiche des Investmentbankings haben, allerdings besonders für die Mitarbeiter im M&A- und Aktien-Geschäft.

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