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GASTKOMMENTAR: Worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich zwischen Goldman Sachs und Morgan Stanley entscheiden müssen

Weder für Goldman Sachs noch für  Morgan Stanley läuft es derzeit gut. Beide sind nur noch ein Bruchteil dessen Wert, wie sie es einmal waren, und bis zum Jahresende dürften beide weiter an Wert verlieren.

Dennoch bleiben beide Banken auch künftig prestigeträchtige Arbeitgeber  und falls Sie zufälligerweise gezwungen sind, sich zwischen den beiden zu entscheiden (und nicht genug über beide wissen), dann sollten Sie die folgenden Punkte berücksichtigen. Persönlich würde ich mich immer für Goldman Sachs entscheiden, doch vielleicht bin ich ein wenig voreingenommen, da ich bereits für die Bank gearbeitet habe.

1. Oberklasse versus Arbeiterklasse

Die Unternehmenskulturen beider Banken unterscheiden sich gravierend. Bei Morgan Stanley ist sie aristokratisch und sehr vornehm.  Bei Goldman handelt es sich dagegen gewissermaßen um einen Arbeiterjungen, der es weit gebracht hat. Bei Goldman geht es sehr unternehmerisch zu und die Bank hat ihre Finger in allen Geschäften. Dagegen handelte es sich bei Morgan Stanley um ein Corporate Finance-Haus  (wobei natürlich immer nur die größten Großunternehmen zum Kundenkreis zählten) und um einen Broker, wobei der Rest des Investmentbanking-Geschäfts nur mitgeschleppt wurde.

2. Bürokratie versus Einheitspsyche

Die Mitarbeiter von Morgan Stanley stellen den Typ von Leuten dar, die ein Sandwich mit Messer und Gabel essen. Der Einstellungsprozess kann dort ewig dauern. Hingegen ist Goldman Sachs als akademisch verschrien. Es werden unzählige Vorstellungsgespräche vor einem Angebot geführt. Doch falls sie Sie wirklich wollen, dann werden sie Berge versetzen, damit Sie die Entscheider treffen. Daher kann es am Ende auch ganz schnell gehen. In diesem Fall würden Managing Directors sogar über den Atlantik fliegen, nur um sich mit Junior-Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch zu treffen.

3. Gut versus besser

Morgan Stanley ist nie ganz so gut wie Goldman Sachs gewesen. Es handelt sich einfach nicht um die gleiche Geldmaschine wie die Rivalin.

4. Reich versus noch reicher

Goldmans Börsengang in 1999 ist legendär. Er machte aus den Führungskräften über Nacht Millionäre. Obgleich es sich um ein einmaliges Ereignis handelt, verlieh es Goldman die Aura eines Goldesels.  Falls Sie tatsächlich für Private Equity- oder Hedgefonds arbeiten wollen, dann geht der Einstieg über ehemalige Goldman-Mitarbeiter, worüber Sie erst richtig Geld verdienen.

Ich kenne selbst einen Private Equity-Fonds, der über Managing Directors von Goldman Sachs in nur acht Wochen im vergangenen Jahr ein Kapital von 500 Mio. Dollar aufbringen konnte. Normalerweise benötigt ein solcher Vorgang mehr als ein Jahr.  Falls Sie sich also zwischen beiden entscheiden müssen, dann handelt es sich um ein Luxusproblem. Denn schließlich handelt es sich bei beiden nicht um die UBS…

Der Verfasser hat für Goldman Sachs gearbeitet und wurde von Morgan Stanley zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Heute verdient er sein Geld auf der Buyside.

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