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Sieben Gründe wieso Zürich der bessere Hedgefonds-Standort als London ist

Viele Hedgefondsmanager scheinen schlechtes Wetter zu lieben. Denn rund 75 Prozent der Hedgefonds auf dem alten Kontinent werden von London aus gesteuert – was insgesamt eine Summe von rund 400 Mrd. Dollar zu Jahresende 2009 ausmachte.

Doch die aktuellen Steuererhöhungen in Grossbritannien vergällen so manchem Hedgefondsmanager sein Domizil an der Themse. So wird auf Einkommen von über 150.000 Pfund (240.000 Franken) künftig ein Spitzensteuersatz von 50 Prozent fällig.

Nicht jeder Hedgefondsmanager ist gewillt, den Angriff auf sein Portemonnaie widerspruchslos hinzunehmen und denkt über einen Umzug von der Themse an die Limmat nach. eFinancialCareers.ch führt sechs Gründe an, wieso Zürich der bessere Hedgefondstandort als London ist.

1. Die steuerliche Situation

Derartige Albtraumsteuern wie im Vereinigten Königreich werden bei den Eidgenossen nicht abverlangt. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beläuft sich die Besteuerung von Hedgefondsmanagern je nach Kanton auf effektiv 12 bis 24 Prozent.

Auch die Steuerlast der Hedgefonds selbst kann in der Schweiz abhängig vom Unternehmensmodell moderat ausfallen. Grundsätzlich wird für Fonds eine Quellensteuer von 35 Prozent fällig. Doch die Realität sieht manchmal erfreulicher aus. Denn wenn es sich zum Beispiel um eine sogenannte Gemischte Gesellschaft (mixed company) handelt, in der 80 Prozent der Gewinne ausserhalb der Schweiz erwirtschaftet werden, kommen Steuerprivilegien zum Zug.

Damit vermindert sich die Steuerlast im Idealfall auf 8 bis 12 Prozent. Dies ist jedoch abhängig vom genauen Standort und Unternehmensstruktur des Fonds, wie Marc Neumann von der Standortvermarktungsgesellschaft Greater Zurich Area zu bedenken gibt. Diese Bedingung dürften Hedgefonds allerdings mühelos erfüllen.

2. Stabilität

Bei den Gesprächen mit umzugswilligen Investoren spielten vor allem die Zuverlässigkeit der Eidgenossen ein Rolle. “Wirtschaftliche, politische und steuerliche Stabilität werden an der Schweiz sehr geschätzt”, sagt Marc Neumann. So habe sich beispielsweise der Schweizer Franken während der Griechenlandkrise als sicherer Hafen erwiesen.

3. Fachpersonal vorhanden

“Die Financial Services der Greater Zurich Area sind Topklasse in Europa”, schwärmt Neumann. Kein Hedgefondsmanager müsse über eine unzureichende Infrastruktur oder mangelndes Personal klagen. Dafür sprechen auch die Mitgliedszahlen des Chartered Alternative Investments Analysts (CAIA) in der Schweiz. Dem Branchenverband von Experten in Alternativen Investments gehören hierzulande nach eigenen Angaben 566 Mitglieder an, was in Europa noch vor Grossbritannien spitze ist.

4. Sprachkenntnisse

Über die Sprachkenntnisse der Eidgenossen weiss Neumann nur gutes zu berichten. Kaum ein Volk in Europa sei so polyglott wie die Schweizer. In der Finanzbranche herrsche auch in Zürich Englisch vor und rund 30 Prozent der Zürcher hätte ohnehin einen ausländischen Pass. Überdies gebe es auch englischsprachige Medien z.b. von der NZZ oder von Swissinfo. Selbst die schwierige Situation bei den internationalen Schulen entspanne sich.

5. Der Immobilienmarkt

Das Preisniveau in der Schweiz ist allgemein sehr hoch, was auch und gerade auf den Wohnungsmarkt zutrifft. “Im Herzen der Stadt Zürich selbst ist es nicht einfach. Es ist nicht immer billig und leicht zu finden”, gesteht Neumann. Doch Zürich gleicht mit 350.000 Einwohnern von der Grösse her Bielefeld, womit der Weg ins Umland nah ist. “15 bis 20 Minuten Fahrtzeit senkt das Preisniveau ganz erheblich.”

5. Lebenspartner

Ein besonderes Angebot gibt es auch für mitziehende Lebenspartner. So verspricht die Agentur “Spouse Career Center“, die Arbeitsplatzsuche für mitgereiste Lebenspartner zu organisieren. Auf der Website heisst es hierzu: “Wir schneidern unsere Dienstleistungen auf die spezifischen Anforderungen auf Paare mit dualer Karriere zu und führen sich durch den lokalen Arbeitsmarkt und die kulturellen Unterschiede.”

6. Lebensqualität

Dass dies Schweiz über reizvolle Berge und Seen verfügt, ist kein allzugrosses Geheimnis. Im Sommer herrsche auf den Strassen und Plätzen von Zürich mediterranes Flair und mitten in der Stadt würden die Leute in der Limmat oder im Zürisee baden. Doch auch bei der alternativen Kultur habe die Stadt so manches zu bieten, betont Neumann: “Schliesslich ist Zürich in Sachen Elektromusik, Parties, ja sogar in der Schwulenszene ein wichtiger Platz auf der Europakarte.”

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