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Arme Banker: 17 Prozent der internationalen Banken forderten 2011 Geld von ihren Mitarbeitern zurück

Mit der Finanzkrise haben die Banken ein neues Vergütungsinstrument entdeckt: die Clawbacks. Dabei handelt es sich um nachträgliche Rückforderungen von schon gewährten Bonuszahlungen an die Mitarbeiter. Dass es sich bei dieser Regelung nicht um einen zahnlosen Tiger handelt, belegt jetzt Mercers Financial Services Compensation Survey.

Demzufolge haben 17 Prozent der internationalen Banken im vergangenen Jahr bereits gewährte Vergütungen von ihren Mitarbeitern zurückgefordert. Davon haben 14 Prozent die Vergütungen schon einkassiert, während 3 Prozent die Boni zwar zurückgefordert, aber noch nicht erhalten haben.

Ein Hauptgrund hierfür dürften die schlechten Geschäftsergebnisse der Finanzdienstleister im vergangen Jahr gewesen sein. Doch auch bei grober Fahrlässigkeit und Gesetzesverstößen behalten sich die Arbeitgeber vor, Boni wieder einzustreichen.

Allerdings fallen die Rückforderungen in der Realität nicht immer leicht. „Es gibt eine Vielzahl von Gründen, wieso die Rückforderung von erfolgten Zahlungen tatsächlich begrenzt sind – oft widersprechen die Regelungen dem nationalen Arbeitsrecht, wodurch das Zurückerhalten der Zahlungen schwierig wird“, sagt Vicki Elliott vom Mercer Financial Services Team.

Dieses Problem trifft auf viele internationale Großbanken wie Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse nicht wirklich zu. Denn diese Institute zahlen einen beträchtlichen Teil vor allem der höheren Boni zeitverzögert aus. Ansprüche aus 2011 können die Mitarbeiter oftmals also erst bis zu drei Jahren später zu Bargeld machen. Auf diese Weise fällt es den Großbanken leicht, bereits gewährte Zusagen im Nachhinein wieder zu streichen.

Für die Studie hat das Marktforschungsunternehmen Mercer die Vergütungsstrukturen von 63 Banken und Versicherungsunternehmen weltweit untersucht.

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