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Wie Sie Ihren Bewerbungen hinterherjagen, ohne allzu nervtötend zu sein

Es kann jedem passieren. Sie bewerben sich auf eine Stelle und anschließend herrscht Totenstille oder Sie hatten ein Bewerbungsgespräch und erhalten in den folgenden zwei Wochen absolut keine Rückmeldung.

An diesem Punkt angelangt, mag es verlockend erscheinen, die Verantwortlichen täglich anzurufen und nach Neuigkeiten auszufragen.

Doch treiben Sie es nicht zu weit.

Geduld (und Verständnis)

Besonders zu dieser Jahreszeit brauchen die Dinge etwas länger.

“Wenn der Managing Director für zwei Wochen in Frankreich im Urlaub ist, dann könnte es schwer fallen, zu dem Verantwortlichen vorzudringen”, sagt die Recruitmentberaterin Julia Tustian von Shepherd Little. “Feedbacks und Entscheidungen dauern dann länger als gewöhnlich.”

“Bewerber müssen verstehen, dass Recruiter alles unternehmen, um die Angelegenheit voranzubringen”, sagt ein Direktor von einem anderen Recruitment-Unternehmen. “Falls Sie ein Feedback erhalten, werden sie es weiterleiten. Gelegentlich scheinen Bewerber zu denken, dass Recruiter gegen ihre Interessen handeln, doch dies ist nicht der Fall.”

Selbstbewusstsein (und Selbstbeherrschung)

“Alpha-Tiere sind für ihre Wettbewerbsfähigkeit, Hyperaktivität, Aggression und den Wunsch voranzukommen bekannt”, sagt Adrian Furnham, Professor für Psychologie an der Universität London. “Wenn etwas nicht in ihrer Hand liegt, dann wollen sie die Kontrolle behalten und das Ergebnis beeinflussen. Es ist nichts Schlechtes daran, die Leute anzutreiben, doch Sie müssen auch wissen, wann Sie das unterlassen sollten.”

Ein Recruiter erzählt, dass er von demselben Bewerber in den vergangenen 24 Stunden fünf Anrufe für ein Feedback aus einem Bewerbungsgespräch erhalten habe. “Dort zeigt sich schon eine gewisse Verzweiflung”, sinniert der Berater.

Sich mit etwas abfinden (und schonungsloser Realismus)

Wenn Ihr Background im Finanz-Controlling besteht und Sie haben sich auf eine Stelle in der Aktienanalyse beworben, dann sollten Sie sich nicht wirklich wundern, wieso Sie davon nichts mehr hören.” Jede Form von Nachfragen wirkt unter diesen Umständen belästigend.

“Die Kandidaten, die ihren Bewerbungen am intensivsten hinterherjagen, sind üblicherweise am weitesten von dem entfernt, wonach wir suchen”, sagt der Chef eines weiteren Recruitment-Unternehmens. “Wenn ich nach einem rechtwinkligen Haken gefragt habe und Sie sind rund, bitte stören Sie mich nicht mit Ihren Anrufen.”

Emails (und keine Anrufe)

Idealerweise bevorzugen Recruiter Nachfragen per Email als mit Anrufen geplagt zu werden. “Eine Erinnerungs-Email kann eine gute Sache sein,” sagt ein Berater. “Besonders wenn jemand durchs Netz schlüpft.”

“Eine Email mit der Frage, ob man irgendetwas tun könne, um die Sache zu beschleunigen, mag hilfreich sein”, sagt ein anderer Recruiter. “Doch Emails sollen zweimal in der Woche eingehen und nicht zweimal täglich.”

“Es bringt keinen Vorteil, die Leute anzutreiben”, schließt Furnham. “Es ist akzeptabel, vorsichtig nach dem Zeitfenster für die Entscheidung zu fragen, doch weiter zu gehen wäre unklug und könnte nahelegen, dass Sie versuchen, den Entscheidungsprozess auf unangemessene Weise zu beeinflussen.”

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