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Handelt es sich beim Wechsel Michael Rüdigers von der Credit Suisse zur Dekabank um einen „Smart move“?

Der neue Dekabank-Chef Michael Rüdiger kommt von der Credit Suisse.

Der neue Dekabank-Chef Michael Rüdiger kommt von der Credit Suisse.

Ein wahrer Überraschungscoup gelang dem Deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV) bei der Besetzung des Chefsessels der Dekabank. Denn kaum ein Branchenkenner hatte den aktuellen Chef der Credit Suisse für Zentraleuropa Michael Rüdiger auf dem Zettel. Der 48jährige soll schnellstmöglich den Chefsessel bei dem sparkasseneigenen Asset Manager übernehmen, wie das Institut jetzt mitteilte. Damit muss Oliver Behrens den Sessel räumen, auf dem er interimsweise platznehmen durfte. Behrens wird unterdessen stellvertretender Deka-Chef.

Die Überraschung gelang, weil Rüdiger bislang keine Berufserfahrung aus dem Sparkassen-Milieu vorweisen kann. Vielmehr hat Rüdiger seine Karriere mit einer Lehre bei einer Raiffeisenbank begonnen und anschließend ein BWL-Studium an der Universität Gießen absolviert. Später sammelte Rüdiger breite Berufserfahrungen in Senior Management-Positionen im Investmentbanking, Risk Management und Asset Management der Credit Suisse. Weitere Stationen führten Rüdiger zur Allianz Vermögensbank und zur UBS in Frankfurt. Derzeit verantwortet der 48jährige Private Banking, Asset Management und Investmentbanking der Credit Suisse für Deutschland, Österreich, Luxemburg und 14 weitere mittelosteuropäische Länder.

Bei einem so glanzvollen Lebenslauf stellt sich die Frage, wieso Rüdiger zur eher glanzlosen Dekabank wechselt, deren Geschicke unter der Ägide des DSGV stehen. Die deutsche Financial Times spekuliert unterdessen, dass finanzielle Motive bei dem Wechsel nicht ausschlaggebend gewesen wären. „Es darf getrost unterstellt werden, dass er bei der Credit Suisse um einiges besser verdient hat als künftig bei den Sparkassen“, schreibt die FTD.

Dagegen könnte es sich laut dem Executive Search-Experten Tim Zühlke von Indigo Headhunters in Frankfurt um einen „Smart move“ handeln. „Das bietet perspektivisch Chancen“, sagt Zühlke. Denn wahrscheinlich werde die Sparkassenorganisation ihr Kapitalmarktgeschäft in der Dekabank bündeln. „Als erstes dürfte das Kapitalmarktgeschäft von der LBB zur Dekabank wandern“, meint Zühlke. Die Landesbank Berlin befindet sich wie die Dekabank im vollständigen Besitz der Sparkassen.

Für diese These spricht auch der absehbare Einstieg der Dekabank in das Geschäft mit Retail-Derivaten. Laut dem Handelsblatt laufe bereits ein Prüfungsauftrag. Der Verwaltungsrat werde im September voraussichtlich grünes Licht für den Einstieg geben.

Laut einem weiteren Branchenbeobachter spiele die Credit Suisse in Deutschland nicht die gleiche Rolle wie auf internationaler Ebene. Funktionen würden aus Deutschland abgezogen und in der Schweiz zentralisiert und das Private Banking-Geschäft laufe hierzulande auch nicht so wie erwartet. Daher könne ein Wechsel von der Credit Suisse zur Dekabank durchaus Sinn machen.

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