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Glück gehabt: Trotz schwächeren Ergebnisses lässt die HVB mehr für die Mitarbeiter springen

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Hypo Vereinsbank in München.

Die Staatsschuldenkrise scheint auch die Hypo Vereinsbank (HVB) im Griff zu haben. So purzelte der Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,9 Prozent auf 1,557 Mio. Euro. Dabei geriet auch das „Corporate and Investment Banking“ als Gewinnmaschine der HVB ins Stottern. Dort brach der Vorsteuergewinn um 29,7 Prozent auf 1,093 Mrd. Euro ein, wie das Institut am heutigen Freitag (3. August) meldete.

Allerdings jammern die Münchner auf hohem Niveau. Denn die Kostenertragsquote liegt im Investmentbanking auch weiterhin mit 36,4 Prozent sehr niedrig – auch im internationalen Branchenvergleich. Die HVB musste also in ihrem Investmentbanking nur 37 Cent ausgeben, um 1 Euro Ertrag zu generieren.  Angesichts des schlechteren Halbjahresergebnis und des laufenden Kosteneinsparungsprogramms erstaunt der kaum veränderte Personalaufwand der Sparte. Zwischen Januar und Juni zahlte die Bank für ihre Mitarbeiter 308 Mio. Euro, was gerade einmal 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren.

Dagegen spielen die beiden übrigen Geschäftsbereiche für den Vorsteuergewinn nur eine marginale Rolle. So trug die Sparte „Privatkunden – Kleine und mittlere Unternehmen“ lediglich 47 Mio. Euro zum Vorsteuergewinn bei, was sogar 45,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Trotz des schwachen Ergebnisses legte der Personalaufwand um 5,3 Prozent auf 317 Mio. Euro zu. Die Kostenertragsquote fiel mit 95,8 Prozent ebenfalls schlecht aus. Mithin scheint im Retailgeschäft der HVB einiger Handlungsbedarf zu bestehen.

Im Private Banking sieht es nur wenig besser aus. Der Vorsteuergewinn im Geschäft mit vermögenden Privatkunden halbierte sich auf 28 Mio. Euro, wobei auch hier der Personalaufwand um 5,4 Prozent auf 39 Mio. Euro zulegte. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich zwar gegenüber dem Vorjahr, fiel mit 69,5 Prozent im Branchenvergleich aber noch recht gut aus. Der restliche Vorsteuergewinn entfiel mit 389 Mio. Euro auf den Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“.

Leider weist das Institut nur Mitarbeiterzahlen für die Gesamtbank und nicht für die einzelnen Geschäftsbereiche aus. Insgesamt gingen bei der HVB seit Jahresbeginn 384 Stellen verloren, womit das Unternehmen nur noch gut 19.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Unter dem Strich ließ die Bank für jeden ihrer Mitarbeiter im ersten Halbjahr gut 49.300 Euro springen, was 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr waren. Die Kostenertragsquote der HVB belief sich insgesamt auf 51,5 Prozent, während es im Vorjahreszeitraum noch 47,8 Prozent waren.

„In einem nach wie vor schwierigen und volatilen Marktumfeld haben wir im ersten Halbjahr 2012 mit einem Ergebnis von rund 1,6 Mrd. Euro vor Steuern absolut gesehen ein gutes Resultat erzielt. Besonders erfreulich ist, dass wir die ausgeschüttete Dividende in Höhe von 1 Mrd. Euro fast schon wieder verdient haben. Dank unserer Kostendisziplin lag unser Verwaltungsaufwand im ersten Halbjahr 2012 nicht höher als im Vorjahr – was inflationsbereinigt eine Kostensenkung bedeutet“, sagte HVB-Chef Theodor Weimer.

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