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Das ultimative Ranking für die Schweiz: Welche Bank am besten zahlt und wo die Mitarbeiter ihr Geld wert sind

Pünktlich zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August haben wir ermittelt, welche Banken am besten zahlen.

Pünktlich zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August haben wir ermittelt, welche Banken am besten zahlen.

Die UBS hat gestern grottenschlechte Zahlen vorgelegt.  Bankchef Sergio Ermotti orakelte zwar von Kosteneinsparungen, drückte sich aber vor Aussagen um einen konkreten Stellenabbau, während die Deutsche Bank beherzt die Axt an 1900 Stellen legte. Mit der UBS haben jetzt die meisten relevanten Banken der (Deutsch-) Schweiz ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2012 vorgelegt. Damit ist pünktlich zum Schweizer Nationalfeiertag die Zeit für unser ultimatives Ranking gekommen: Wer zahlte im ersten Halbjahr am besten und wo sind die Mitarbeiter ihr Geld wert?

Bei den Gewinnen pro Kopf haben die beiden Platzhirsche in der Schweiz das Nachsehen. Vielmehr sind hier die Kleinen ganz groß. So generierte jeder Mitarbeiter bei Julius Bär rein rechnerisch einen Vorsteuergewinn von etwa 60.500 Franken, gefolgt von Vontobel mit 56.600 Franken. Dagegen erwirtschafteten die Mitarbeiter der Credit Suisse mit etwa 23.900 Franken nicht einmal die Hälfte.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Auch im Investmentbanking macht Vontobel Credit Suisse und UBS vor, wie sich in einem herausfordernden Umfeld anständig Geld verdienen lässt. Dort steuert jeder Mitarbeiter etwa 132.500 Franken zum Vorsteuergewinn bei. Bei der UBS waren es gerade einmal magere 36.500 Franken.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Im Wealth Management bringt es die UBS sogar fertig, sowohl auf dem ersten als auch auf dem letzten Platz zu landen. Denn aus rechtlichen Gründen unterscheidet die Großbank zwischen dem Wealth Management Americas und dem Wealth Management im Rest der Welt.  Im Geschäft außerhalb des amerikanischen Doppelkontinents generierte jeder Beschäftigte einen Vorsteuergewinn pro Kopf von stolzen 84.500 Franken. Damit lag die UBS weit vor Julius Bär, die sich mit 60.500 Franken den zweiten Platz sicherte. Dagegen landete das UBS-Wealth Management Americas mit 26.000 Franken auf dem letzten Platz, obgleich die Sparte den höchsten Quartalsgewinn seit 2007 auswies.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Im Asset Management sicherte sich die Credit Suisse mit gut 133.000 Franken den ersten Platz. Dies war fast doppelt so viel wie bei der UBS, wo jeder Beschäftigte im ersten Halbjahr lediglich einen Vorsteuergewinn von etwa 73.700 Franken generierte.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Wieder einmal zeigt sich, dass hohe Gewinne und hohe Vergütungen keinesfalls zusammengehören  – im Gegensatz zu so manchen offiziellen Beteuerungen.  So zahlte die Credit Suisse von den untersuchten Banken am besten. Über 139.000 Franken ließ das Institut durchschnittlich für jeden ihrer Mitarbeiter im ersten Halbjahr springen – und das, obwohl dieselbe Bank beim Vorsteuergewinn pro Kopf den schlechtesten Platz belegt. Mit nur geringem Abstand folgt Vontobel mit 136.600 Franken auf dem zweiten Platz.  Am wenigsten zahlt Julius Bär mit 111.700 Franken. Die Bank belegt beim Prokopfgewinn übrigens den zweiten Platz.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Bei den Vergütungen im Investmentbanking liegen die beiden Großbanken traditionell vorn – auch wenn die Ergebnisse dies nicht immer rechtfertigen. Den ersten Platz mit einem Personalaufwand pro Kopf von rund 171.500 Franken sichert sich die Credit Suisse.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Besonders erstaunlich fällt das Ranking im Wealth Management aus. So kämpft die UBS seit vielen Jahren mit der Profitabilität ihrer Amerika-Sparte. Dennoch sind die Gehälter jenseits des Atlantiks fürstlich. Dort lässt die UBS für jeden Mitarbeiter durchschnittlich fast 140.000 Franken springen, was einsame Spitze ist. Das vergleichsweise schlechte Abschneiden des übrigen UBS-Wealth Management und der Credit Suisse sollte indes nicht überbewertet werden. Denn hier sind teilweise auch Filialgeschäfte inbegriffen, die die Prokopfausgaben rein rechnerisch nach unten drücken. Bemerkenswert sind auch die Personalaufwendungen bei Julius Bär, Sarasin und Vontobel. Denn alle drei Häuser wenden mit gut 110.000 Franken pro Mitarbeiter etwa das Gleiche auf. Dies dürfte kein Zufall sein, sondern in etwa die branchenüblichen Aufwendungen darstellen.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Im Asset Management schiebt sich Vontobel vor Credit Suisse und UBS auf den ersten Platz. Das Zürcher Bankhaus lässt für jeden Mitarbeiter durchschnittlich fast 200.000 Franken springen. Sowohl bei Vontobel als auch bei der Credit Suisse verdienen die Mitarbeiter des Asset Managements teilweise erheblich mehr als die Kollegen aus dem Investmentbanking.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Schließlich stellt sich die Frage, ob die Banker auch ihre oftmals üppigen Vergütungen  verdienen. Dies lässt sich gut an der Kostenertragsquote ablesen. Denn hier zeigt sich, wie viele Rappen die Institute ausgeben müssen, um einen Franken zu kassieren. Folglich wirtschaftet eine Bank umso besser, je niedriger die Quote ausfällt.

Schon ein kurzer Blick auf das Ranking beweist, dass die Credit Suisse ein ernstes Kostenproblem hat. Denn dort liegt die Quote mit 90 Prozent sehr hoch. Daher verwundert es nicht, dass Credit Suisse-Chef Brady Dougan bei der Vorlage der Halbjahreszahlen angekündigt hat, das Ziel der jährlichen Kosteneinsparungen um 1 Mrd. Franken anzuheben.  Auch Sarasin, UBS und Vontobel weisen mit um die 80 Prozent eine recht hohe Kostenertragsquote auf. Die verschärften Regulierungen scheinen hier ihren Tribut zu fordern.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Im Investmentbanking schneidet Vontobel mit einer Kostenertragsquote von 66,4 Prozent im ersten Halbjahr erstaunlich gut ab. Die Befürchtungen von Analysten, die im Vorfeld der Halbjahreszahlen Vontobel eine Ertragsschwäche im Investmentbanking attestierten, scheinen jedenfalls übertrieben gewesen zu sein. Ganz anders bei UBS und Credit Suisse – hier herrscht auf der Kostenseite Handlungsbedarf.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Wie schon erwähnt hat die UBS in ihrem Geschäftsbereich Wealth Management Americas immer noch mit der Profitabilität zu kämpfen.  Von daher verwundert es kaum, dass die Sparte auf dem schlechtesten Platz landet. Doch auch Vontobel und Sarasin müssen mit Quoten von deutlich über 80 Prozent entweder ihre Kosten drücken ober aber die Erträge steigern, wobei Letzteres angesichts der Marktumfeldes nicht leicht fallen dürfte.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

Das Asset Management-Geschäft scheint mit dem turbulenten Marktumfeld besser zurechtzukommen als Investmentbanking oder Wealth Management. Hier sind die Banken mit einer Kostenertragsquote von um die 70 Prozent konfrontiert. Damit scheinen die vergleichsweise hohen Vergütungen in der Sparte durchaus gerechtfertigt zu sein. Dies lässt sich vom Investmentbanking und Wealth Management nicht immer behaupten.

Quelle: Halbjahresberichte 2012

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